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16. Juli 2013

Sperrmüll

粗大ごみ sodaigomi (grob, Rest + groß + Staub, Schmutz, Müll)
粗大塵 sodaigomi (grob, Rest + groß + Staub, Schmutz, Müll)

„Viele Japanerinnen haben die Nase voll von ihren Ehemännern. ‚Ich muss mir nicht alles gefallen lassen‘, klagt eine Frau in ihren 50ern in der Zeitung ‚Asahi Shimbun‘ [朝日新聞]. Die Arbeit sei ihrem Mann immer wichtiger gewesen als die nun rund 20 Jahren währende Ehe. Wenn er nach Hause komme, gehe er wortlos in sein Zimmer.

Bisher fehlte der Frau wegen der drohenden finanziellen Engpässe der Mut, an Scheidung zu denken. Dann aber erfuhr sie von einem Gesetz, dass in diesem April in Kraft tritt: Hausfrauen können mit der neuen Regelung bei einer Scheidung bis zu 50 Prozent der Rente ihrer Männer zugesprochen bekommen.  …

Nach einer im japanischen Nachrichtenmagazin ‚Aera‘ [Asahi Shimbun Extra Research and Analysis] zitierten Umfrage unter Paaren zwischen 40 und 60 Jahren freut sich rund die Hälfte der Männer darauf, nach Eintritt ins Rentnerleben mehr Zeit für die Partnerin zu haben. Bei den Ehefrauen freuen sich dagegen weniger als ein Drittel auf die neue Situation. Während viele der angehenden Rentner gerne mit ihren Frauen Urlaub machen wollen, reisten viele Frauen lieber mit ihren Freundinnen, erklärt Taeko Tsuda, Autorin eines Buches über ‚Konversationstechnik für eine lange Ehe‘.

Bisweilen werden japanische Männer im Rentenalter ‚Sodaigomi‘ genannt – ‚Sperrmüll‘ - weil sie zu nichts Nutze seien und nur im Wege stünden. Andere sprechen von ‚nure ochiba‘ [濡れ落ち葉] - nassen Blättern - wie sie lästig am Besen kleben. …

Mancher Ehemann hat inzwischen erkannt, dass er etwas tun muss, um seine Ehe zu retten. Eine neue Gruppe, die sich ‚Verband der liebenden Ehemänner‘ nennt, erklärte im vergangenen Jahr den 31. Januar zum Tag, an dem Japans Ehemänner einmal schon ‚früh‘ - gegen acht Uhr abends - nach Hause gehen sollen. Die gemeinsame Zeit sollen sie nutzen, um ihren Ehefrauen ‚Danke‘ zu sagen für alles, was sie tun.
(Lars Nicolaysen bei NTV am 11. Februar 2007: Seltsames Japan. Scheidungswelle befürchtet)

Nure ochiba, „nasses Laub“, das an den Schuhen klebt, wurde 2007 zum Wort des Jahres gekürt. „Es bezeichnet boshaft pensionierte Männer, die ohne Aufgabe zuhause ihr Dasein fristen und zum Problem für ihre Angehörigen werden.“ (Florian Coulmas: Die Gesellschaft Japans)

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