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08. Dezember 2012

Sun-tse

孫子 Sūnzǐ (Meister Sun)
孫武 Sūn Wŭ
534 - 453 v. u. Z

„Sūnzǐ (auch Sun Tsu oder Sun Tzu) wurde lange Zeit mit dem adligen Feldherrn Sūn Wŭ ([孫武] ‚Wŭ‘ = „der Kriegerische“), der um 500 v. Chr. in der chinesischen Provinz Shandong [山东] geboren wurde, gleichgesetzt. Der Geschichtsschreiber  Sīmǎ Qiān ([司馬遷] ca. 145–86 v. Chr.) berichtet in seinen Historischen Aufzeichnungen davon, wie Sūn Wŭ seine Kriegslehre mit den 180 Konkubinen des Königs Hé Lǘ [闔閭] durchgespielt haben soll. Da die zwei Lieblingsfrauen des Königs ihre Rolle als Kompanieführerinnen nicht richtig ernst genommen hätten, habe Sūn Wŭ sie - Hé Lǘs Protest zum Trotz -  hinrichten lassen. Daraufhin soll der Stratege dem trauernden Herrscher gemeldet haben, dass die Konkubinenarmee nun für ihn ‚durch Feuer und Wasser‘ gehen würde.

Ungefähr 1.300 Jahre nach Veröffentlichung dieser Anekdote kamen Zweifel an Sūn Wŭs Autorschaft auf. Der Name ‚Sūnzǐ‘ setzt sich aus dem Familiennamen Sun und dem Suffix ‚zi‘  (‚Meister‘) zusammen – ein Ehrentitel, der in der Regel erst von der Nachwelt verliehen wurde. Außerdem beginnt jedes Kapitel im chinesischen Original mit der Formel „Meister Sun sagte“. Dies lässt auf eine Mitautorschaft verschiedener Jünger und Nachfolger schließen.

Hinzu kommt, dass etwa 150 Jahre nach der geschätzten Entstehung des Traktats ein Sūn Bìn ([孫臏] ‚ Bìn ‘ = ‚der Verkrüppelte‘) – vermutlich ein Urenkel Sūn Wŭs – eine militärische Abhandlung mit dem gleichen Titel schrieb. Einige Wissenschaftler halten die beiden Sūns sogar für ein und dieselbe Person. Anachronismen und unterschiedliche sprachliche Stilformen im Text deuten jedenfalls darauf hin, dass verschiedene Personen im Lauf der Jahrhunderte das Werk ergänzt und der jeweiligen Zeit angepasst haben.“
(Warum Sie Die Kunst des Krieges lesen sollten)

Über das Leben des chinesischen Militärstrategen Sūnzǐ ist wenig bekannt. Er war an einer Reihe von Feldzügen beteiligt und es wird von einer Schlacht berichtet, in der seine 30.000 Soldaten gegen eine zehnfache Übermacht siegten. Sein Buch Die Kunst des Krieges (孫子兵法, Sūnzǐ bīngfǎ) gilt als frühestes Buch über Strategie und ist bis zum heutigen Tage eines der bedeutendsten Werke zu diesem Thema.

 
Drei Befehle und fünffache Aufforderung
三令五申
sān lìng wǔ shēn

Laut Legende soll Sūnzǐ (孙子, 544 - 496 v. u. Z.) mit König Hé Lǘ (闔閭) von Wu (吴) über die Kunst des Krieges (兵法 bīngfǎ) diskutiert haben. Der König stellte Sūnzǐ auf die Probe, indem er ihm die Aufgabe gab, seine Konkubinen zu einer Truppe auszubilden.
 
Sūnzǐ nahm die Herausforderung an, teilte die Konkubinen in zwei Abteilungen und setzte die zwei Lieblingskonkubinen an die Spitze der Abteilungen.
 
Er erklärte ihnen die Befehle und wollte mit dem Drill beginnen: „Rechts-Um!“
 
Da brachen die Konkubinen in Gelächter aus. Sūnzǐ sagte darauf: „Der General ist schuld dass die Soldaten nicht folgen, wenn die Befehle nicht eindeutig sind“.
 
Also erklärte er den Konkubinen die Befehle noch einmal und fragte: „Habt ihr es alle verstanden?“
 
Dann wollte Sūnzǐ mit dem Drill weiterfahren: „Rechts-Um!“
 
Wieder kicherten die Konkubinen und Sūnzǐ sagte: „Der General ist schuld dass die Soldaten nicht folgen, wenn die Befehle nicht eindeutig sind. Aber wenn die Befehle eindeutig sind und die Soldaten dennoch nicht folgen sind die Offiziere schuld, dass die Soldaten nicht folgen“.
 
Danach ließ er die zwei Lieblingskonkubinen vor den Augen des entsetzten Königs köpfen und setzte die nächsten zwei an die Spitze.
 
Der König versuchte das natürlich zu verhindern aber Sūnzǐ sagte ihm nur: „Ihr könnt schöne Worte aussprechen, aber es folgen keine Taten.“
 
Nach dieser drastischen Maßnahme setzte Sūnzǐ den Drill fort und nun befolgten die eingeschüchterten Konkubinen alle Befehle exakt, was König Hélǘ so beeindruckte, dass er Sūnzǐ zu seinem General ernannte.

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