• Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
    Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
  • Schwerpunkt Korea
    Schwerpunkt Korea
  • Schwerpunkt China
    Schwerpunkt China
  • Schwerpunkt Japan
    Schwerpunkt Japan

Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

_______________________

Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

_______________________

pdf» Information in English (pdf)
pdf» Partner Universities (pdf)

08. Dezember 2012

Sun Yat-sen

孫逸仙 Sūn Yìxiān (Familienname Sun + entkommen, hervorragend)

孫中山 Sūn Zhōngshān (Familienname Sun + Mitte + Berg)
孫文 Sūn Wén  (Familienname Sun + Kultur)
國父 Guófù (Landesvater)
1866 - 1925

sunyatsen

Sun Yat-Sen ist der einzige chinesische Politiker, der sowohl auf der Insel Taiwan (Republik China, 中華民國 Zhōnghuá Mínguó) wie in der Volksrepublik China (中华人民共和国 Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó) großes Ansehen genießt. In Taiwan wird er als Vater der Republik China betrachtet und sein Bild ist in fast allen öffentlichen Räumen präsent.

In der Volksrepublik China wird er als Nationalist und Vorkämpfer des Sozialismus gesehen. In den letzten Jahren wurde Sun in den Vordergrund gerückt, nicht zuletzt um die Beziehungen zu Taiwan und den dortigen Unterstützern einer Wiedervereinigung zu verbessern. Bezeichnenderweise gibt es zu den Mai-Feiern ein großes Bild von Sun Yat-sen, während Bilder von Marx und Lenin nicht länger zu sehen sind.

Der Geburtsort und Geburtstag von Sun Yat-sen sind unsicher. Sein Heimatbezirk wurde ihm zu Ehren in Zhōngshān (中山) umbenannt. Über seine Herkunft sagte Sun: „Ich bin ein Kuli und der Sohn eines Kulis. Ich habe immer mit dem Kampf des Volkes sympathisiert.“

Mit 13 Jahren ging Sun nach Hawaii, wo sein Bruder als Händler reich geworden war. Die Berührung mit dem Christentum prägte ihn so sehr, dass er nach seiner Rückkehr ins Heimatdorf eine Figur im Dorftempel zerschlug, wofür er aus dem Dorf vertrieben wurde. So begann er, in Hongkong Medizin zu studieren,. Danach arbeitete er als Arzt in Hongkong.

Seine Aufenthalte im Westen nährten in ihm die Unzufriedenheit mit der Regierung der Qing-Dynastie und er begann, Reformgruppen von Exilchinesen zu organisieren. Die Qing-Regierung setzte auf ihn ein Kopfgeld aus, so verbrachte Sun 16 Jahre im Exil. Sun wurde in London auf Karl Marx aufmerksam gemacht. Gemeinsam mit englischen Freunden besuchte er dessen ehemalige Wohnung und sein Grab. Seine Feunde erzählten ihm, Marx sei einer der größten Revolutionäre aller Zeiten und sein Hauptwerk sei „Das Kapital“. Auf die Frage, wo Marx seine Revolution erfolgreich durchgeführt habe, erklärten ihm die Engländer: „Es ist nur eine Theorie.“ Sun Yat-sen beschäftige sich mit der kommunistischen Theorie, kam aber zu dem Ergebnis, dass sie für seine Revolution nutzlos war. Er konnte die von Marx benutzten Begriffe noch nicht einmal ins Chinesische übertragen.

In London wurde Sun von Geheimagenten der Mandschus entführt. Er wurde in die chinesische Gesandtschaft gebracht und wäre wohl sang- und klanglos umgekommen, wenn es ihm nicht gelungen wäre, aus einem Dachfenster heraus Passanten zuzurufen, die seine Freunde und die Presse informierten. So wurde Sun befreit und konnte sich weiter der Lektüre von Fachliteratur über eine geeignetens Regierungssystem für China widmen.

Am 10. Oktober 1911 begann der Aufstand, der zum Ende der zweitausendjährigen Herrschaft der Kaiserdynastien in China führte. Sun erfuhr beim Frühstück in den USA von der erfolgreichen Rebellion aus der Zeitung und dass er als Präsident im Gespräch war. Daraufhin fuhr er zunächst nach Europa, um dort die Unterstützung der Westmächte zu gewinnen. Am 29. Dezember wurde er zum Übergangspräsidenten der Republik China gewählt, weil er geachtet, aber unbedeutend war.

 

Die Welt gehört allen.

Doch Präsident blieb er nur anderthalb Monate. Er wurde zum Rücktritt gezwungen vom ehemaligen kaiserlichen Beamten Yuán Shìkǎi (袁世凱), der sich zunächst auf die Seite der Revolutionäre gestellt hatte. Von Guangzhou aus setzte Sun Yat-sen seinen Kampf für eine demokratische Republik fort – mit seiner Bewegung, die jetzt Guómíndǎng (國民黨, Nationale Volkspartei) hieß.


Als 1917 in Rußland die Oktoberrevolution siegte, wirkte das auch auf die chinesischen Revolutionäre: Sowjetische Berater unterstützten den Kampf der Guomindang, die als einzige nichtkommunistische Partei Mitglied der Kommunistischen Internationale wurde.

 

die Anfänge der chinesischen Republik
Chiang Kai-shek 蔣介石  - Drei Volksprinzipien 三民主義 - Kuomintang 國民黨 - Republik China 中華民國 - Revolution 辛亥革命 - Soong-Schwestern 宋家姐妹 - Sun Yat-sen 孫逸仙 - Sun Yat-sen-Mausoleum 中山陵 - Whampoa-Militärakademie 黃埔軍校 - Yuan Shikai 袁世凯

logo

Ostasienlexikon
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N
- O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

 

Über uns

Den Kern des Instituts bilden 15 ständige Mitarbeiter. weiterlesen ...

Studium

Das Studium schließt nach acht Semestern mit dem Bachelor of Science ab. weiterlesen ...

Publikationen

Veröffentlichungen und Forschungsbeiträge aus dem Institut  weiterlesen ...

Wort des Tages

Aktuelle chinesische oder japanische Begriffe weiterlesen...

Ostasienlexikon

Schlüsselwörter aus China, Japan, Korea, Mongolei, Hongkong, Macau und Taiwan weiterlesen...

Sprichwörter

„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort …“ – Wer kennt sie nicht, diese Einleitung? weiterlesen...