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08. Dezember 2012

Südchinesisches Meer

南海 Nánhǎi (Süden + Meer)
 
Seite im chinesischen Pass Territoriale Ansprüche
 
„Peking zieht alle Register, um seine territorialen Ansprüche auf das Südchinesische Meer und auf andere umstrittene Grenzgebiete lautstark kundzutun. Sein jüngster Schachzug kam fast unbemerkt. Er löst nun einen grotesken ‚Passkrieg‘ aus: Seit Mitte Mai erhalten chinesische Bürger, die ins Ausland reisen, neue Ausweise. Die Behörden haben sie nicht nur elektronisch lesbar gemacht, sondern auch patriotisch ausgeschmückt. Auf 40 ihrer 48 Seiten sind die Reisepapiere mit Motiven vom schönen Reich der Mitte als Hintergrundbilder ausgeschmückt. Auch kleine Reliefkarten der Grenzen sind eingedruckt. Und die aber haben es in sich...
 
Auch der aktuelle Konflikt um das Südchinesische Meer ist entschieden. Mit einer gestrichelten Grenze (Neun-Punkte-Linie) markiert Peking seinen Besitzanspruch über fast 85 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen Meeres und alle Inseln.“
(Johnny Erling im  Standard vom 25. November 2012: „Passkrieg“ [护照战争 hùzhào zhànzhēng]: China annektiert umstrittene Gebiete in Reisedokumenten)

Die Nachbarstaaten protestierten, als sie die neuen Pässe abstempeln sollten. Der philippinische Außenminister beklagte eine grobe Verletzung des internationalen Seerechts. Die vietnamesische Regierung verlangte eine Korrektur. Chinesische Reisende müssen jetzt in Vietnam (越南 Yuènán) Extragebühren für Einlegeseiten zahlen.
 
Die über 100 verstreuten Riffe, Atolle und kleinen Inseln der Spratly-Inseln (南沙群岛 Nánshā Qúndǎo), deren größte eine Fläche von knapp 0,5 km² hat, sind zwischen sechs Staaten umstritten. Die Republik China, Vietnam und die Volksrepublik China erheben Anspruch auf die gesamte Inselgruppe, während Brunei, Malaysia und die Philippinen jeweils einen Teil der Inseln für sich beanspruchen. Alle diese Staaten mit Ausnahme Bruneis halten einige der Inseln besetzt, auf über 40 der ansonsten unbewohnten Inseln gibt es Militärgarnisonen.

Das Interesse an diesen Spratly-Inseln erklärt sich aus ihrer Lage an einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten. Außerdem werden hier Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet.
 

Die Paracel-Inseln (西沙群島 Xīshā Qúndǎo, westliche Sandinseln) sind eine Gruppe kleiner Korallenatolle, rund 325 km östlich von Vietnam. Auf der Seite der Volksrepublik China sind sie der Provinz Hǎinán (海南 ) unterstellt, werden aber sowohl von der Republik China (中華民國 Zhōnghuá Mínguó) auf Táiwān (臺灣) als auch von Vietnam beansprucht.

 

Das alles soll zu China gehören. Die anderen Anrainer werden dabei gar nicht gefragt.

„Wo China aufhört und Südostasien beginnt, ist nicht immer augenfällig erkennbar. … Seit China seinen Aufstieg nicht nur wirtschaftlich, sondern auch machtpolitisch forciert, ist das Südchinesische Meer als mögliches kriegerisches Konfliktfeld in den sorgenvollen Blick der Weltöffentlichkeit geraten. Was aber macht die Identität Südostasiens gegenüber China und dem Westen überhaupt aus? …

Südostasien beginnt dort, wo Greater China, das ‚Größere China‘, aufhört. Eine Grenze, die topografisch keineswegs eindeutig ist. Landschaft und traditionelle Lebensweise in Chinas südwestlichster Provinz Guangxi unterscheiden sich kaum von Vietnams Grenzregionen im Norden … Südostasien ist über Vietnam unweigerlich an China festgemacht, denn Vietnam ist, nebst Myanmar und Laos, der einzige Staat, der die chinesische Kontinentalmasse über den Landweg mit Südostasien verbindet. Alle anderen Beziehungen zwischen China und den übrigen Ländern Südostasiens, dem Malaiischen Archipel, wurden seit Frühzeit über den Seeweg abgewickelt. …

Chinas Aufstieg zur Weltmacht wird in den meisten Ländern Südostasiens mit Unbehagen zur Kenntnis gekommen. Vor allem seit Peking seine territorialen Ansprüche im Südchinesischen Meer immer wieder laut geltend macht und sie auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen bereit ist, fürchtet man einen neuen Imperialismus aus dem Norden. ...

China hat, verständlicherweise, Angst vor einem Staatenbündnis mit mehr als einer halben Milliarde Menschen und erinnert sich wahrscheinlich nur ungern an das ursprüngliche Ziel von ASEAN, nämlich den Kampf gegen den Kommunismus. Doch muss Peking mit dem Stigma einer kommunistischen Großmacht leben und mit den eigenen Ansprüchen im Südchinesischen Meer hausieren gehen. Das stößt auf Skepsis und Ablehnung, selbst in Ländern mit einer eigenen autoritären Regierung. Weder Schalmeienklänge von Staatspräsident Xi Jinping über eine maritime Seidenstraße noch Lockrufe für wirtschaftliche Zusammenarbeit können die Ängste einzelner Länder vor Chinas Machtpotenzial zerstreuen.“
(Matthias Messmer in der Neuen Zürcher Zeitung vom 2. März 2015: Südostasien und seine Ängste vor China)

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