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08. Dezember 2012

Su Tung-po

蘇東坡 Sū Dōngpō (Familienname Su + Osten + Hang; Künstlername)

東坡居士 Dōngpō Jūshì (Osten + Hang + wohnen + Gelehrter).
蘇軾 Sū Shì (Familienname Su + Deichsel; sein Bruder hieß übrigens 蘇轍 Sū Chè - 轍  Chè = Wagenspur)
1037 - 1101

 

Glückwunsch für den Neugeborenen

Ein jeder Vater dieser Erde
Wünscht seinem Sohn, dass klug er werde.
Ich will dein Bestes, Sohn, und drum
Muss ich dir wünschen: werde dumm.
Mir war die Klugheit nur zur Last.
Ich will, dass du es besser hast.
Du lebst gesund und immer heiter,
Rasch steigst du auf der Ehrenleiter,
Und Ruhm und Reichtum werden groß,
Wirst du nur dumm und rücksichtslos.

(1083; Übersetzung des Gedichtes durch J. Hundhausen in Debon / Speiser: Die chinesische Geisteswelt, S. 2021)

Enttäuschung spricht aus diesen Versen. Eine Entäuschung, die man verstehen kann, wenn man Sū Shìs wechselvolle Beamtenlaufbahn kennt. Doch anstatt zu klagen, wurde er, als der auf einem Maultier reitende Verbannte zum Symbol eines unbeugsam-heiter ertragenen Schicksals in politisch bedrohter Lage.

 

(Bild: Wikimedia)

 

Wie sieht die Sonne aus?

Ein Mann, der blind geboren war, wollte gern wissen, wie die Sonne aussehe, und bat deshalb seine Freunde, sie ihm zu beschreiben.

„Sie sieht aus wie diese Bronzescheibe“, sagte einer, indem er einen Gong anschlug. Als der Blinde später einmal einen Gong hörte, fragte er: „Ist das die Sonne?“

Ein anderer erzählte ihm: „Die Sonne leuchtet wie diese Kerze“, und ließ ihn eine Kerze anfassen. Später fand der Blinde eine Flöte und rief: „Ach, sicher ist das die Sonne!“

Zwischen der Sonne und einem Gong oder einer Flöte besteht ein himmelweiter Unterschied, aber Blinde sind nicht fähig, diesen zu erkennen, da sie nicht sehen können. Sie sind deshalb auf die Beschreibungen anderer angewiesen.
(Gesammelte Aufsätze von Su Shi)

Sū Dōngpōs Kalligrafie in Regelschrift

„Herausragend und in seiner Natürlichkeit stilbildend war Sū Dōngpō (Sū Shì), den viele Chinesen für ihren Lieblingsdichter erklären. …

Sū Shì entstammte einer angesehenen, doch nicht begüterten Gelehrtenfamilie. Der Vater scheiterte wiederholt in den Beamtenprüfungen und sah seine Hoffnungen erst in den Söhnen erfüllt; mehr als von ihm scheint literarischer Ehrgeiz jedoch noch von der mütterlichen Seite ausgegangen zu sein. …

Von der sittlichen Verantwortung des Schriftstellers überzeugt, zögerte er - hierin Dù Fǔ [杜甫, 712 - 770] vergleichbar - nicht, in seiner Dichtung Mißstände aufzugreifen u. anzuprangern, so dass spätere Kritiker sie als ‚Korrektiv für die Welt’ deuteten. Dafür büßte er im Sommer 1079 sogar im Gefängnis Während der Jahre der Verbannung in Hángzhōu [杭州] (1080-1084) lebte er an dem ‚Osthang’ [東坡 Dōngpō], von dem sich sein Beiname Dōngpō herleitet.

Fern der Hauptstadt verkehrte er nicht nur mit Literaten u. Künstlern, sondern mit Menschen aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten, mit Mönchen u. Freudenmädchen. Die vielfältigen Naturerlebnisse fanden Niederschlag in seiner Dichtung, die neben einer konfuz. Grundeinstellung auch daoist Neigungen verrät, etwa in den beiden berühmten Prosagedichten Chibifu ([赤壁賦]‚ Die Rote Wand’).  Nicht umsonst hat Lin Yutang seine Biographie - trotz mancher verklärenden Übertreibung immer noch eine lesenswerte Studie - The Gay Genius genannt u. damit den offenen, lebensbejahenden Charakter des Dichters betont.“
(Volker Klöpsch, Eva Müller: Lexikon der Chinesischen Literatur. 2007. ISBN: 978-3406522147)


 
Sū Shì war einer der Drei Su (三蘇 Sān Sū: Vater 蘇洵 Sū Xún, Söhne 蘇軾 Sū Shì und 蘇轍 Sū Chè), die alle drei ausgezeichnete Gelehrte waren.
 
Außerdem zählt er zu den Acht Giganten der Tang- und Song-Prosa (唐宋八大家 Táng-Sòng bā dàjiā).
 

 

三蘇
Sān Sū

 

chinesische Dichter
Han Yu  韓愈 - Li Ching-chao 李清照 - Li Tai-po 李白 - Po Chü-i 白居易 - Su Tung-po 蘇東坡 - Tao Yuan-ming 陶淵明 - Tu Fu 杜甫

 

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