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08. Dezember 2012

Siebold (Philipp Franz von Siebold)

シーボルト Shīboruto

フィリップ・フランツ・フォン・シーボルト Firippu Furantsu fon Shīboruto
1796 - 1866


Farbdruck von Kawahara Keiga (川原慶賀): Einlaufen eines niederländischen Schiffs (蘭船入港図): Siebold mit Fernrohr, hinter ihm seine Geliebte Kusumoto Taki (楠本滝) mit der gemeinsamen Tochter Kusumoto Ine (楠本イネ), später der ersten japanischen Frauenärztin
(Bild: Wikimedia)

„Unter den Gelehrten Europas gilt Siebold als wissenschaftlicher Entdecker Japans, und dieser Ruf ist wohlbegründet. Sein Name ist unsterblich durch seine große Tat, dass er das Edelste unseres Landes und Volkes erkannte und die Kunde davon den Nationen vermittelt hat.“

Siebold war ein deutscher Arzt, Japan- und Naturforscher, der von 1823 bis 1829 sowie von 1859 bis 1862 in Japan lebte. Damit ist einer der wichtigsten Zeugen des Japans der späten Edo-Zeit (江戸時代 Edo jidai; 1603 bis 1868).

 kaempfer

dejima

ケンプファー
Kenpufā
出島
Dejima
Wie schon Engelbert Kaempfer (1651 - 1716) nutzte auch Siebold die Hofreise nach Kräften. Er konnte 1826 an einer der alle 5 Jahre stattfindenden mehrwöchigen Reisen des niederländischen Leiters der Handelsmission nach Edo teilnehmen und seine Eindrücke niederschreiben. Dejima war eine fächerförmige kleine künstliche Insel in der Bucht von Nagasaki (長崎), die während der Edo-Zeit (江戸時代 Edo jidai; 1603 - 1868) der einzige Ort des direkten Handels und Austauschs zwischen Japan und Europa war. In dieser Zeit waren die Holländer die einzige Nation, denen der Handel mit Japan erlaubt war.
山オランダ人
yama orandajin
蘭学
Rangaku
Die japanischen Dolmetscher, denen die holländische Sprache geläufiger war als Siebold, wussten, dass er kein Niederländer war. So bezeichneten sie ihn als Bergholländer, der einen merkwürdigen Dialekt (nämlich Deutsch = Bergholländisch) spräche. Hollandkunde war die Erkundung des Westens durch die niederländische Sprache während der Zeit der Abschließung Japans. Japanische Gelehrte werteten niederländische Bücher aus und sammelten Informationen von den Europäern in der Niederlassung Dejima

 

siebold-ginkgo

Ginkgo biloba L. [Salisburia adiantifolia Sm.]
(Flora Japonica, vol. 4: t. 136; 1875)

 

Siebold dominierte die Jahrzehnte bis zur Öffnung des Landes. Er wurde bekannt durch seine Studien zur japanischen Fauna und Flora sowie die wohl umfangreichste westliche natur- und landeskundliche Japansammlung.

Siebold kam 1823 in holländischen Diensten nach Japan, wurde aber sieben Jahre später als Spion des Landes verwiesen. Sein Buch über Japan und seine in verschiedenen Museen aufbewahrten Sammlungen japanischer Gegenstände vertieften das Japanbild in Europa.

Siebold behandelte Kranke, die schließlich aus allen Landesteilen zu ihm kamen, und führte erstmals Impfstoff in Japan ein.

„(25. Februar 1826) In aller Frühe kamen meine Schüler und andere Ärzte aus der Gegend mit ihren Kranken und fragten mich um Rat und Hilfe. Es waren, wie gewöhnlich, chronische, vernachlässigte und unheilbare Krankheiten, und die umständlichen Konsultationen kosteten viel Zeit und Geduld. Ich tat alles meinen Schülern zuliebe, deren guter Ruf darunter gelitten hätte, wenn ihre Patienten, die sie auf mich vertröstet und oft aus entfernten Orten herbeigebracht hatten, rat und hilflos wieder von dannen gezogen wären. So musste ich oft gegen meinen Willen den Scharlatan spielen.“
(Siebold: Nippon, S. 117)

Von Anfang an hatte Siebold sich zum Prinzip gemacht, keinerlei Entgelt für seine Krankenbehandlung anzunehmen, während er selbst mit Geschenken freigiebig vorging. Die Japaner konnten nicht zurückstehen und überhäuften ihn mit Geschenken, die aber immer wissenschaftliches Interesse haben mussten.

1826 stand die alle vier Jahre durchzuführende Hofreise des Faktoreileiters an, der den Faktoreiarzt und zwei bis drei weitere Europäer mitnahm. Mit einem großen Tross japanischen Begleitpersonals zog man von Nagasaki nach Edo. Den Höhepunkt des Aufenthaltes bildete eine Art Audienz beim Shōgun (将軍). Dies war die einzige Gelegenheit, das Landesinnere kennenzulernen. Wie schon Kaempfer nutzte auch Siebold diese Reise intensiv:

„Auskundschaftung des Landes, Nachforschung über Staats- und Kirchenverfassung, Kriegswesen und andere politische Verhältnisse und Einrichtungen sind Fremdlingen aufs strengste untersagt, und die schärfsten Gesetze verbieten den Untertanen, ihnen darüber Mitteilungen zu machen oder gar auf irgendeine Weise bei ihren Nachforschungen behilflich zu sein.

Unsere japanischen Begleiter auf der Reise nach dem Hofe werden zur genauen Beobachtung solcher Verordnungen eidlich verpflichtet, und strenge genommen dürfen und können sie uns keinen Schritt über die Schranken des buchstäblichen Gesetzes erlauben, ohne ihre eigene Existenz aufs Spiel zu setzen. Diese Leute jedoch, welche durch die Berührung mit gebildeten Europäern den Kreis ihrer politischen Ansichten erweitert haben und nur zu gut die Engherzigkeit solcher Vorkehrungen von seiten ihrer Regierung einsehen lernten, halten sich in den meisten Fällen bloß an die Form des Gesetzes und sehen uns, wo es nur immer möglich ist, durch die Finger.“
(Siebold: Nippon, S. 108)

siebold
Briefmarke und japanische Darstellung mit langer Nase

 
 Japan verschließt sich vor der Welt.

William Adams 三浦按針 - Deshima 出島 - Hollandstudien 蘭学 - Engelbert Kaempfer ケンプファー - Landesabschluss 鎖国 - Matthew Calbraith Perry  ペリー - Schwarze Schiffe 黒船 - Philipp Franz von Siebold シーボルト

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