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08. Dezember 2012

Sichuan

四川 Sìchuān (vier + Ströme)

„Die Region und die 15-Millionen-Stadt sind unter anderem die Werkbank der internationalen Elektronik- und IT-Industrie. Apple [苹果公司 Píngguǒ Gōngsī] lässt hier iPhones [苹果手机 Píngguǒ shǒujī] und iPads [平板电脑 Píngbǎn diànnǎo] fertigen, die Chipindustrie aus aller Welt unterhält große Fabriken. Chéngdūs [成都] Geschichte reicht zwar 2000 Jahre zurück, die heutige Gestalt jedoch prägt moderner, austauschbarer Hochhausbau. Es liegt mitten in China, gilt aber als ‚Westen‘ und ist die Hauptstadt von Sìchuān [四川]. Von hier stammt eine höllisch scharfe Küche, die zu den besten Chinas gehören soll.

Merkel kocht Gōngbǎo Jīdīng [宫保鸡丁]

Alles, was man dazu braucht, gibt es auf dem Wochenmarkt. Die Auslagen an den Ständen sind üppig, Zwiebeln, Kartoffeln, Ingwer, alle Arten Zitrusfrüchte, dazwischen Fleisch und Huhn. An den Fischständen geht es etwas rustikaler zu als in Deutschland: Wer kaufen will, deutet im gut gefüllten Bottich auf einen Fisch, und der Händler befördert das Tier mit einem entschlossen Wurf auf den Betonboden aus dem Leben.

‚Die Gewürze sind sehr beeindruckend, aber man muss auch das Kochen dazu lernen‘, sagt Merkel [安格拉•默克尔 Āngēlā Mòkè'ěr] bei ihrem morgendlichen Rundgang. ‚Das werde ich nicht so schnell schaffen.‘ Immerhin bekam sie eine Einführung, wie man Gōngbǎo Jīdīng, das ‚Palastbeschützer-Huhn‘ kocht. In einer Garküche in der Nähe des Markts stehen die Zutaten vorbereitet parat, die Kanzlerin muss sie nur noch in die Pfanne werfen, Sichuan-Pfeffer [花椒 huājiāo] inklusive.“
(Nikolaus Blome im Spiegel-Online vom 6. Juli 2014:  Merkel auf China-Reise: Chili für die Kanzlerin. Vorsicht, nicht zu viel!)

 

宫保鸡丁 Gōngbǎo Jīdīng
(Foto: Wikimedia-Nutzer Kcdtsg)

四川省 Sìchuān Shěng (Sichuan + Provinz)
Abkürzung: 川 (Chuān)

485.000 km²
82 Millionen Einwohner
179 Einwohner pro km²
Hauptstadt: Chéngdū (成都, vollendete Metropole)

Im Forum des chinesischen Nachrichtportals 163.com gab es über 3000 Kommentare nach dem Bericht über Merkels Marktbesuch und Einkauf.
-  „Frau Merkel sieht eher wie eine nette Nachbar-Oma aus als wie eine Bundeskanzlerin.“
Da diese Tüte Paste nur fünf Yuan gekostet hat, bezweifeln manche ihre Echtheit:
-  „Kann man mit fünf Yuan schon eine Packung bekommen? Das kostet normalerweise 15 Yuan!“

-  „Es kann sein, dass diese Paste aus Gen-manipulierten Sojabohnen hergestellt wurde. Iss das bitte nicht! Man wird dadurch krank.“ Darauf hin antwortete einer: „Denkst Du, dass sie dies wirklich essen würde? Das war nur eine PR Show.“
Auch über die Schauspielerei der Behörden machen Chinesen Witze im Forum:
-  „Frau Merkel, wissen Sie, wie viele Menschen sich dafür sorgfältig vorbereitet haben, damit Sie diese Packung Paste kaufen können?“
-  Antwort: „Natürlich, das ist Muss. Viele Stände wurden weggeräumt, viele Gemüse wurden weggeschmissen, X-Male wurde auf dem Markt geputzt. Alle Standbetreiber sollten sich neue Wäsche kaufen und diese anziehen. Sie sollen noch lernen, was sie zu Medien sagen dürfen ... Frau Merkel ist wirklich nett.“
(Zhou Yiyuan in Epochtimes vom 7. Juli 2014: Was man in China im Internet über Merkels Marktbesuch und Kochkurs sagt)

Bundeskanzlerin Merkel wird am Ende ihrer Kariere behaupten können: „Ich habe mehr Länder gesehen, als es in Wirklichkeit auf dieser Welt gibt.“

„Zum insgesamt siebten Mal reist Angela Merkel heute nach China - und wieder stehen wirtschaftspolitische Themen im Vordergrund. Erste Station ist Chéngdū, die 14 Millionen Einwohner zählende Provinzhauptstadt von Sìchuānim Westen der Volksrepublik. Das einstige Hinterland ist in den vergangenen Jahren zur Boomregion avanciert, auch wenn westliche Unternehmen die Gegend lange Zeit vernachlässigt haben, wie Sebastian Heilmann sagt.

Der China-Experte Heilmann ist Chef der Denkfabrik ‚ MERICS‘ [Mercator Institute for China Studies]. Sìchuān, so sagt er, sei ein Wirtschaftsraum ‚mit viel Potenzial‘.“
(Tagesschau vom 5. Juli 2014: Nicht nur Boom - auch Ballast)

 

Traditionell wurde Sìchuān auch als Land des Überflusses bezeichnet. (天府之国 Tiānfŭ zhī guó). Das Sichuan-Becken (四川盆地 Sìchuān péndì) ist wegen seiner roten Böden auch unter dem Namen Rotes Becken (红色盆地, hóngsè péndì oder 赤色盆地, chìsè péndì) bekannt.

Der Jangtse (长江 Chángjiāng) ist der größte Fluss, der die Provinz Sichuan durchquert. In Sichuan nimmt er vier (四 sì) Ströme (川  chuān) auf, die der Provinz ihren Namen gaben:

岷江 沱江 嘉陵江 乌江
Mínjiāng Túojiāng Jīalíngjiāng Wūjiāng
735 km 655 km 1.119 km 1.150 km

Das sind allerdings nur die mächtigsten der mehr als 1.300 Flüsse, die sich durch die Provinz schlängeln und das Landschaftsbild prägen.

 

蜀道之難,難於上青天。
Shǔ dào nán. Nán wū shàng qīngtiān.
蜀犬吠日。
Shǔ​quǎn ​fèi ​rì.
Die Provinz war wegen ihrer abgeschlossenen Lage häufig unabhängig und neigte immer wieder zu Separatismus: Nach Sichuan zu gelangen ist so schwierig, wie in den Himmel zu kommen. Aufgrund des ständig bewölkten Himmels sagt man, dass die Hunde der Provinz Sichuan bellen, wenn plötzlich die Sonne am Himmel erscheint.
花椒
huājiāo
四川好人
Sìchuān hǎo rén
Szechuanpfeffer soll dem Körper Feuchtigkeit entziehen, die dem regnerischen Wetter zu verdanken ist. Bertolt Brecht siedelt sein 1943 uraufgeführtes Theaterstück Der gute Mensch von Sezuan in dieser Provinz an.
樂山大佛
Lèshān Dàfó
峨眉山
Éméi Shān
Der Große Buddha von Leshan ist mit 71 Meter die größte sitzende Buddhastatue. Sie wurde am Zusammenfluss dreier Flüsse in den Felsen gehauen. Der Éméi Shān ist einer der vier heiligen Berge des chinesischen Buddhismus. Der Berg ist mit Tempeln übersät und ein beliebtes Pilgerziel.
九寨沟
Jiǔzhàigōu
大熊猫
dà xióngmāo
Der Name des Naturschutzgebiets Jiuzhaigou (Tal der Neun Dörfer) leitet sich von neun tibetischen Dörfern in den Tälern des Gebiets ab. Die letzten Orte, an denen Riesenpandas in freier Wildbahn anzutreffen sind, befinden sich in der Provinz Sichuan.

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