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08. Dezember 2012

Shaoshan

韶山 Sháoshān (exzellent, harmonisch + Berg)


„Maos Geburtshaus stand in einer Lichtung am anderen Ende des Dorfes. Es war groß, und durch den gelben Putz und die hunanesische Bauweise sah es wie eine Hazienda aus - sehr kühl und luftig mit einem Innenhof und einem herrlichen Blick auf die idyllische Gegend. Hier war Mao im Dezember 1893 zur Welt gekommen. Die Zimmer sind sorgfältig beschriftet: ‚Elternschlafzimmer’, ‚Zimmer des Bruders’, ‚Küche’, ‚Schweinestall’ und so weiter.

Es ist das Haus einer wohlhabenden Familie; Maos Vater war ein ‚relativ reicher Bauer’ und verlieh wohl auch Geld. Hier gab es jede Menge Platz, eine große Scheune und eine geräumige Küche. Frau Maos Herd ist erhalten geblieben (‚Berühren verboten’), und auf einem in der Nähe hängenden Schild steht: ‚1921 unterwies Mao Zedong seine Familie in der Nähe dieses Herdes in Revolutionsfragen.’ Und im Wohnzimmer: ‚1927 fanden hier Treffen statt, auf denen revolutionäre Aktivitäten besprochen wurden’.“
 (Paul Theroux: Das chinesische Abenteuer. Reise durch das Reich der Mitte. Düsseldorf: Claassen, 1989. ISBN 3-546-49082-7)

„Sie waren angereist im Glauben an den kulturrevolutionären Slogan Die Sonne geht in Sháoshān auf', eine Metapher dafür, dass Mao hier das Licht der Welt erblickt hatte. Früher hatten sich Chinesen zu Ehren Maos ‚Sháoshān‘ genannt, zumindestens einen Lǐ Sháoshān  [李韶山] habe ich getroffen. In den sechziger Jahren kamen mehrere Züge in der Stunde an. Heute gibt es nur noch einen Zug, der um sechs Uhr morgens in Chángshā [长沙] abfährt und drei Stunden später in Sháoshān eintrifft.“
(Paul Theroux: Das chinesische Abenteuer. Reise durch das Reich der Mitte. Düsseldorf: Claassen, 1989. ISBN 3-546-49082-7)

„Der Wunsch zu lernen führte zu seiner Abreise in eine Stadt, wo er eine Schule besuchen wollte. Unterwegs traf er einen Nachbarn, den alten Wáng [王]. ‚Ich gehe zur Schule‘, sagte Máo [毛泽东 Máo Zédōng] zu ihm.

‚Du willst also ein Gelehrter werden?‘ Der alte Wáng lachte, bis ihm die Tränen kamen. ‚Und welche Schule hast du gewählt?‘

Máos Antwort empörte den alten Mann. Es war eine ‚moderne’ Schule, und dieses Wort ließ ihn sofort an ‚das Fremde‘ denken, an die weißen Uniformen, welche die Schüler dieser Schulen im Sommer trugen. Weiß ist in China die Farbe der Trauer. ‚Du wirst ein ausländischer Schüler werden‘, klagte der alte Wang. ‚Du wirst dich kleiden wie jemand, der Trauer trägt. Deine Eltern leben doch, soweit ich weiß? Läßt dein Vater das alles zu? Er verliert den Verstand. Ich weiß wirklich nicht, was aus unserem Land wird.... Zur Schule gehen!‘

Der alte Wáng hatte unrecht, sich so zu beunruhigen. Sein Leben lang trug Mao die geschlossene Welt von Sháoshān in sich. Und sein Mißtrauen gegenüber dem ‚Fremden‘“. 
(Emile Guikovaty: Das neue China des Mao Tse-tung. Frankfurt: S. Fischer, 1977. ISBN: 3-10-028201-9)

Sháoshān ist der Geburtsort Máo Zédōngs (毛泽东) in der Provinz Húnán (湖南). Während der Kulturrevolution (文化大革命  wénhuà dà gémìng; 1966 - 1976) war der Ort das Ziel von Millionen Rotgardisten, doch die Zahl der Besucher ist seitdem rapide zurückgegangen.

„Jedes Kind in China weiß, wo und wann Mao geboren ist. Das Dorf Sháoshān in der Provinz Hunan, Maos Geburtsort, ist ein einziges riesiges Museum und ein nationaler Wallfahrtsort. Seine persönlichen Lebensumstände waren wohlbekannt und Gegenstand heftigen Klatsches in der Bevölkerung. Die Fetische dieses Kultes sind überall sichtbar, Poster, Wandbehänge, Ansteckknöpfe und die riesigen Standbilder aus Gips und Marmor vor den öffentlichen Gebäuden, die Mao zu der Bemerkung veranlaßten, man gehe schon recht unbarmherzig mit ihm um, ihn in seinem Alter noch dem Wind und dem Regen auszusetzen.“
(Michael Kahn-Ackermann: China - Drinnen vor der Tür. Erfahrungen mit dem chinesischen Alltag. 1979)


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