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08. Dezember 2012

Shanghaier Ghetto

上海隔都 Shànghǎi Gédōu (Shanghai + Ghetto)

„Shanghai war in den 1930er Jahren die einzige Stadt, für die man kein Einreisevisum brauchte. Doch selbst bis nach Shanghai reichte Hitlers Hass. Als die verbündeten Japaner im Jahr 1937 die Stadt besetzten, verfrachteten sie die geflüchteten Juden in den Stadtteil Hóngkǒu [虹口] und erklärten diesen zum Sperrbezirk: Das Shanghaier Ghetto war entstanden."
(http://www.sueddeutsche.de/politik/juedisches-leben-in-shanghai-neue-alte-gemeinschaft-1.706156; Jakob Tanner, 29. September 2008)

Viele Staaten wollten jedoch oftmals keine Juden aufnehmen, so dass es sehr schwer wurde, das deutsche Reichsgebiet zu verlassen. Chaim Weizmann schrieb 1936: „Die Welt scheint zweigeteilt – in die Orte, wo Juden nicht leben können, und jene, in die sie nicht einreisen dürfen“.

1937 fiel Shanghai an das Kaiserreich Japan. Die Japaner sahen jedoch kein offizielles Einreiserecht für Shanghai vor, so dass dort eine Einreise ohne Visa möglich wurde. Lediglich zum Verlassen des Deutschen Reichsgebiets waren Visa erforderlich. Viele solcher Visa wurden von 1938 bis 1940 vom chinesischen Generalkonsul in Wien, Ho Feng Shan (何鳳山 Hé Fèngshān), entgegen den offiziellen Anweisungen seines Botschafters ausgestellt. Ebenso stellte der japanische Diplomat Sugihara Chiune (杉原 千畝) in Litauen Visa aus.

Die große Zahl der Einwanderer traf die japanischen Behörden unvorbereitet. Daher mussten sich die Ankommenden auf desaströse Lebensbedingungen gefasst machen: 10 Menschen lebten in einem Raum, Hungerleiden, katastrophale hygienische Verhältnisse, sowie kaum Gelegenheit den Lebensunterhalt mit Arbeit zu bestreiten.

Mit Fortschreiten des Zweiten Weltkriegs erhöhten die Nazis (納粹黨 Nàcuìdǎng) den Druck auf Japan, ihnen die Juden in Shanghai zu übergeben oder selbst für deren Ermordung zu sorgen. der japanische Militärgouverneur bestellte einmal die Führer der jüdischen Gemeinden zu sich und fragte neugierig: „Warum hassen euch die Deutschen so sehr?“
Reb Kalish antwortete, wohlwissend, dass ihr Schicksal davon abhängen konnte, auf Yiddisch: „Zugim weil mir senen orientalim“ – „Sag ihm, weil wir aus dem Orient stammen.“
Der Gouverneur antwortete mit einem Lächeln. Trotz der Allianz mit dem Deutschen Reich wurden die Juden nicht ausgeliefert.

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