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08. Dezember 2012

Seidenstraße

絲绸之路 sīchóu zhī lù (Seide + Genitiv + Straße)
 
(Karte: Wikimedia)
 
„China, das Seide verkaufte, und Rom, das ihm die Seide abnahm, fanden seltsamerweise während der ganzen Antike keinen Kontakt. Die beiden gewaltigen Reiche an den Enden der Seidenstraße kannten einander nur vom Hörensagen und hegten zum Teil die merkwürdigsten Vorstellungen vom Leben und der Kultur ihrer Gegenspieler. Die Römer, die in der Glanzzeit ihres Reiches so gierig nach Seide waren, wußten nicht einmal, aus welchem Rohmaterial dieses Gewebe hergestellt wurde; man erzählte sich, die Seidenfäden seien der Auswurf einer Baumart und würden von den ‚Serern‘ von diesen Bäumen abgehaspelt.

Natürlich erfuhren die Chinesen und Römer mit der Zeit, welch sagenhafte Gewinne die persischen Zwischenhändler aus dem Seidengeschäft schlugen, und sie beschlossen, einen direkten Kontakt herzustellen. Die Perser jedoch waren nicht bereit, ihre einträgliche Vermittlerfunktion abzulegen — ganz besonders, weil sie mit dem Römerreich ohnehin stets Krieg führten. So widersetzten sie sich einer römisch-chinesischen Annäherung mit allen Mitteln.
 
Das hatte man in China richtig gesehen, wie eine alte Chronik der Han-Dynastie aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus bezeugt: ‚Ihre Herrscher (gemeint sind die Römer) haben schon immer Handelsbeziehungen mit China anknüpfen wollen. Doch die Parther setzten alles daran, den Handel mit chinesischer Seide zu beherrschen, und duldeten keinerlei Konkurrenz. Daher war es den Römern unmöglich, unmittelbar mit uns in Verbindung zu treten.’"
(Albert Hochheimer: Die Straßen der Völker. 1977)
 

Es waren staubige Trampelpfade, im Sommer sengend heiß, im Winter klirrend kalt, auf denen die Knochen verendeter Menschen und Tiere die Richtung anzeigten.

Die Reise wäre unmöglich gewesen ohne die baktrischen Kamele, die dem Wüstenklima perfekt angepasst waren, die wochenlang ohne Wasser auskamen, Quellen witterten und vor Sandstürmen warnten.

Nur wenige Handelskarawanen dürften vier Jahre unterwegs gewesen sein; die meisten bewältigen nicht die gesamte Distanz, sondern bereisten nur einzelne Abschnitte der Seidenstraße. So waren es vor allem die Zwischenhändler, die vom Handel auf der Seidenstraße profitierten.

Mit dem Niedergang der Mongolenherrschaft ging auch die Zeit der Seidenstraße zu Ende; von Pest und Banditen verseucht, verlor sie gegenüber dem Seeweg an Bedeutung.

Erst im 19. Jahrhundert wurde die Seidenstraße durch Forscher wieder erschlossen. Die abenteuerliche Berichte von Ferdinand von Richthofen, Sir Aurel Stein und Sven Hedin trugen  viel zur Verklärung der Seidenstraße bei. 

Die Bezeichnung für den historischen Handelsweg zwischen Vorderasien und China geht auf den deutschen Geografen Ferdinand von Richthofen zurück.

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