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08. Dezember 2012

Seidenraupe

蚕 cán
蠶 cán
 

Die Eier, die man kühl aufbewahrt hat, werden auf einem Papier flach ausgebreitet und mit einer Pergamenttafel überdeckt. Dann erhöht man die Temperatur des Raumes bis zu dem Grade, der erforderlich ist, die Eier zu entwickeln. Früher kam es häufig vor, dass die zuerst ausgekrochenen Räupchen unter dem Pergament hervorkrochen, zu Boden fielen und umkamen; um das zu verhindern, war eine ständige Aufsicht nötig. Doch dann hat man herausgefunden, dass es genügt, das Papier mit einem schwarzen Rand zu umgeben, den die Räupchen nicht überschreiten. —

Vom Ausschlüpfen bis zum Verpuppen brauchen die Raupen nur 25 Tage, was fast unwahrscheinlich klingt, wenn man sieht, dass die Tiere 8-10 cm lang und entsprechend dick werden. Da die Haut nicht mitwachsen kann, platzt sie von Zeit zu Zeit, während sich darunter schon eine neue gebildet hat, und die Raupen streifen die alte ab. Sie tun nichts, als immerfort fressen und der zu Boden fallende Kot verursacht in einem Zuchtraum ein Geräusch wie rieselnder Regen. Verfüttert werden Maulbeerblätter, die die beste Nahrung sind, doch gibt es auch Arten, die anderes Laub fressen, und in Sibirien hat man sie versuchsweise mit Birkenblättern gefüttert und ein schönes Gespinst erzielt. Für die Seide-Gegenden sind große Pflanzungen von Maulbeerbäumen erforderlich, von deren Zweigen die Blätter abgestreift werden. Diese Bäume geben der Landschaft ein charakteristisches Gepräge. Das kann man auch in Südfrankreich sehen.


Die Temperatur in den Aufzuchträumen muss sorgfältig überwacht werden. Wenn die Raupen zu dicht liegen, entwickeln sie Wärme, die ihnen schadet. Es gibt auch Infektionskrankheiten, die ungeheuren Schaden anrichten können, heute aber praktisch überwunden sind. Eine solche Epidemie, die um 1860 in Südfrankreich ausgebrochen war und dort die ganze Seidenraupenzucht zu ruinieren drohte, spielte eine große Rolle bei der Begründung der Bakteriologie. Louis Pasteur erkannte, dass die Seuche durch winzige Erreger hervorgerufen wurde, die im Körper der Raupen lebten. Er wurde zunächst von den Wissenschaftlern ausgelacht setzte sich aber durch und rettete den Wohlstand weiter Gegenden. Daraus entwickelte sich die ganze Wissenschaft der Bakterienkunde.

Wenn die Raupen zu fressen aufhören und unruhig umherkriechen, legt man ihnen Strohseile hin, die genau wie Stacheldraht hergestellt sind; aus dem Seile ragen nach allen Seiten spitze Strohenden hervor. An diese heften die Raupen den dünnen Faden an, mit dem sie sich dann ganz umspinnen, bis der Kokon fertig ist; dabei spinnen sie natürlich von außen nach innen. Merkwürdigerweise kommt es vor, und nicht so selten, dass sich zwei Raupen in einen gemeinsamen Kokon einspinnen. Wenn alle fertig sind, werden die Kokons abgelesen, die Raupen durch Dampf getötet, weil der auskriechende Schmetterling sonst das ganze kunstvolle Gewebe zerstören würde, und die Verarbeitung kann beginnen. Eine genügende Anzahl auserlesen schöner Kokons hebt man zu Zuchtzwecken auf und lässt den Seidenspinner ausschlüpfen.

Die Zucht beginnt, sobald die Maulbeerbäume Blätter haben und geht den ganzen Sommer über ununterbrochen weiter. Ein Turnus dauert rund einen Monat.“
(Paul Distelbarth: Blüte der Mitte. Berlin: Union, 1957)

 
 

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