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07. Dezember 2012

Schildkrötenschiff

거북선; 龜船 geobukseon
 
 
„Nachdem es aber dem Fürsten Toyotomi Hideyoshi gelungen war, die endlosen Kämpfe der Territorialherren zu unterbinden, stellte sich der neuen japanischen Großmacht die Frage, wie die riesigen militärischen Machtmittel eingesetzt werden könnten, ohne weiterhin Bürgerkriege zu provozieren. Hideyoshi baute eine Flotte und zog mit 160.000 Mann gegen Korea. Nach dessen schneller Eroberung, so der Plan, sollten große Stücke aus dem wankenden Reich der Ming in China gerissen werden.

Zu den wenigen koreanischen Feldherren, die angesichts der japanischen Überlegenheit nicht den Kopf verloren, gehörte I Sun-sin. ...

I Sun-sin kannte die Taktik der Japaner, die sie zu Lande entwickelt hatten. Ihre Truppen waren mit Nachbauten portugiesischer Musketen ausgerüstet. Auf den monströsen, von Ruderern bewegten Schiffen, standen die ‚Ashigaru‘ (Fußsoldaten) in Linien hinter Holzplanken, zwischen denen sie feuerten.

Korea verfügte nicht über das Know how, Gewehre zu produzieren. Aber die recht leistungsfähige Eisenindustrie stellte in hoher Qualität Kanonen her, die bereits vier standardisierte Größen aufwiesen: Um deren Feuerkraft herum konstruierte I Sun-sin die so genannten Schildkrötenschiffe. Sie waren rundum mit Kanonen bestückt, wurden durch Segelkraft und Ruderer angetrieben und verfügten über einen metallverstärkten Rammsporn im Bug.

Außerdem war ihr Deck nach oben mit einer Abdeckung aus Holz geschützt, die auch an den Seiten mit dünnen Blechen beschlagen war. Gegen Kanonen hätten diese nichts bewirken können, wohl aber sicherten sie gegen die Gewehrkugeln der japanischen Soldaten.

Um diese schwimmenden Festungen, die eine beachtliche Geschwindigkeit erreichen konnten, entwickelte der koreanische Admiral eine neue Taktik, die der Philosophie des Kampfsports entlehnt war: Lass' den Siegesgewissen stürmen und nutze seine Energie. Immer wenn er auf die zahlenmäßig überlegene und vor Überheblichkeit strotzende japanische Flotte traf, zog er sich scheinbar zurück und lockte die anstürmenden Feinde damit in eine Falle. Schließlich stießen diese auf seine Schildkrötenschiffe und ihre Kanonen, gegen die die japanischen Schiffe ohne Chance waren.“
(Berthold Seewald in der Welt vom 17. August 2012: Koreanische Schildkröten zerstörten Japans Flotten)

Nachbau eines Schildkrötenschiffs
(Foto: Wikimedia)
 

Das Schildkrötenschiff war ein Kriegsschifftyp, auf dem die Koreaner noch heute stolz sind. Zum Einen gilt er als das älteste gepanzerte Schiff. Zum Anderen wehrten sie 1592 bis 1598 damit die Japaner ab.

Dass Admiral I Sun-sin (이순신 / 李舜臣) die Schiffe selbst konstruiert hat, ist nicht belegt. Eher ist davon auszugehen, dass er den Anstoß zum Bau der Schiffe gab. Das erste der neuen Schildkrötenschiffe lief 1592 vom Stapel, kurz vor dem Beginn der japanischen Invasion Koreas.

I Sun-sin ahnte den Angriff der Japaner voraus und suchte nach einer Möglichkeit, deren zahlenmäßige Überlegenheit auszugleichen. Die Schildkrötenschiffe waren wahrscheinlich die ersten gepanzerten Schiffe. Sie wurden durch Holznägel zusammengehalten, was zum Einen den Vorteil bot, dass diese Nägel nicht rosten, zum Anderen absorbierten sie Wasser, dehnten sich aus und sorgten dadurch für eine stabilere Verbindung der Planken.

Die Schildkrötenschiffe waren durch ihre Rudermannschaften so wendig, dass sie kleinere Schiffe praktisch „überfahren“ und größere rammen konnten. Die Bestückung mit Kanonen unterschiedlicher Reichweite versetzte sie in die Lage, gegnerische Schiffe auf große, mittlere und kurze Entfernungen anzugreifen.


 

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