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07. Dezember 2012

San Mao

三毛 Sānmáo (drei Haare)
 

 

三毛
Sānmáo

„Lieber Herr Zhang, es ist kalt draußen und wir haben den kleinen ‚Sanmao‘ seit Tagen nicht zu Gesicht bekommen. Bitte sehen Sie doch einmal nach, ob es ihm wirklich gut geht und geben Sie ihm doch die beiliegende Mütze ...So oder so ähnlich klingen die Briefe, die Zhang Rongrong als Erinnerung an seinen Vater aufbewahrt.

Zhang Leping (1910–1992) wollte einen Spaßvogel zeichnen und schuf mit Sanmao (wörtl.: drei Haare; der Name ist ein geläufiger ‚Rufname‘ für Kinder) ein Phänomen. Mitten in den politischen Wirren der 30er Jahre erblickt Sanmao das Licht der Manhua-Welt. Der naive Waisenjunge mit den drei ab-stehenden Haaren, der sein Leben auf den Straßen Shanghais fristet, ist die erste ernst zu nehmende kindliche Hauptfigur eines Comics und wird über Nacht zum Hit. Zunächst tollt der unterernährte – und daher haarlose – Bengel mit den treu-doofen Kulleraugen durch die Spalten einer Zeitung, bevor Zhang die ersten eigenständigen Sanmao-Comics veröffentlicht.

Sanmao setzt Maßstäbe: Seine Abenteuer kommen (fast) ganz ohne Text aus: Ab sofort kann jeder die Geschichten verstehen. Und er ist immer auf dem Laufenden: Als Zhang 1941 als Karikaturist den japanischen Besatzern den ‚Papierkrieg‘ erklärt, steht Sanmao seinem Vater bei und erscheint auf einigen der Propagandaposter.

Nach Kriegsende wird die Unschuld mit den drei Haaren plötzlich ernster: China verarbeitet gemeinsam mit Sanmao sein Kriegstrauma und Zhang lenkt die Aufmerksamkeit auf die Situation der zahllosen Waisenkinder in den Straßen der Großstädte. Sanmao durchlebt die Machtkämpfe zwischen KP und der Kuomintang, wird Zeuge der Geburt eines ‚neuen Chinas‘ und stellt sich in seinen Dienst. Und als es darum geht, ein Raumfahrtprogramm zu entwickeln, ist Sanmao ebenfalls zur Stelle.“
(www.inasien.de: Ein Held mit drei Haaren)
 
Sanmao in einer chinesischen Zeitschrift von 1949
Die Schriftzeichen auf dem Telegrafenmast bedeuten: Feiert den Kindertag!
(Bild: Wikipedia)
 
„Die Abenteuer des kleinen Waisenjungen Sanmao sind im Shanghai der frühen 40er Jahre angesiedelt. Der Junge kämpft ständig ums Überleben, wird dabei betrogen und schikaniert, gibt aber nie auf. Vor rund fünf Jahren sind zuletzt die Abenteuer des Sanmao verfilmt worden. Aus der Mode gekommen ist er also nie.“
(Baseler Zeitung: Faszination der Kettenbilder)

Im Shanghai der 1930er Jahre gab es mehr als 20 Cartoonmagazine, die sich allerdings meistens sich an Erwachsene wandten. Die Geschichten um Sānmáo kamen absichtlich ohne Worte aus, denn sie sollten auch von Analphabeten verstanden werden. Sein Erkennungszeichen waren drei Haarlocken, ein Zeichen für Unterernährung als Folge von Armut.
 

Zhāng Lèpíng
张乐平
(Foto: Wikipedia)

Der verwaiste Gassenjunge durchstreift die Straßen, verkauft Zeitungen, verdingt sich als Rikschakuli und kämpft mit anderen Kindern um Essensreste. Die Leser sympathisierten mit Sanmaos Überlebenswillen, Unbeugsamkeit und Rechtschaffenheit. Das Echo war überwältigend: Der Zeichner Zhāng Lèpíng (张乐平, 1910 - 1992) erhielt Briefe, Geld und sogar Kleiderpakete,  die er an Sanmao weiterleiten sollte.
 
 
三毛从军记
Sān Máo cóngjūn jì

1993 wurde eine Filmkomödie mit Sanmao als Hauptfigur gedreht: Dreihaar zieht in den Krieg (三毛从军记 Sān Máo cóngjūn jì): 1937 fällt die japanische Armee in China ein. Den Straßenjungen juckt das wenig, er hat Ärger mit der Polizei. Als er das Weite sucht, steigt er unfreiwillig zum Kriegshelden auf ... Der brave Soldat Schwejk auf Chinesisch.

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