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07. Dezember 2012

Ryokan

旅館 ryokan (Reise + Gasthaus)

Ryokan Matsukaze in Matsumoto

Trsqr, Ryokan Matsukaze in Matsumoto, CC BY 3.0

 
„Als wir in Kyōto [京都] ankamen, fuhren wir mit einem Taxi zu unserer Herberge, einem traditionellen Gasthaus, das Ryokan genannt wird. Als wir vor dem Haus hielten, erschienen drei Frauen im Kimono [着物], verbeugten sich, sprachen japanisch und nahmen unser Gepäck an sich. Mit Hilfe unserer Japanischkenntnisse sagten wir ‚danke sehr’ oder wahrscheinlich ‚gute Nacht’ und verbeugten uns, und sie verbeugten sich noch einmal, was mit dem ganzen Gepäck nicht einfach war; dann gingen wir in das Gasthaus, …

In dem Zimmer gab es keine Betten, Kommoden oder Stühle, lediglich Strohmatten und einen niedrigen Tisch. Wenn man in einem Ryokan schlafen möchte, kommt ein Zimmermädchen und breitet die Futons aus. Die Zimmermädchen kommen eigentlich oft; man hat fast das Gefühl, dass sie Tag und Nacht vor der Tür darauf warten, hereinzukommen und dem Gast einen Wunsch zu erfüllen. …

‚Hai domo!’
[はいども] sagte sie.

Sie sagte oft ‚Hai domo!’ zu uns. Soweit ich das beurteilen kann, bedeutet ‚Hai domo!’ ‚Ja, sehr!’ Fortan war sie für uns die Dame Sehr.

Sie bat uns gestikulierend, mit ihr um den niedrigen Tisch zu knien, und hieß uns dann in dem Ryokan mit einer kleinen traditionellen Zeremonie willkommen, indem sie uns Tee eingoss und eine rätselhafte grüne Substanz anbot. Wir lächelten und verbeugten uns, tranken Tee, aßen ungefähr ein Molekül der grünen Substanz und lächelten etwas mehr, um zu zeigen, dass es die verdammt beste rätselhafte grüne Substanz war, die wir je gegessen hatten, und später würden wir sie bestimmt verschlingen.“

(Dave Barry: Ein Amerikaner in Tokio. Die volle Wahrheit über Japan. 1993. ISBN 3-8218-0320-7)
Ein Ryokan ist ein traditionell eingerichtetes japanisches Hotel. Die Böden sind mit Tatami-Matten [畳] ausgelegt, die Schiebetüren (障子 Shōji) sind mit Japanpapier (和紙 washi) bespannt, der Raum besitzt einen kleinen, leicht erhöhten Bereich, in dem zum Beispiel eine Vase steht oder eine Kalligraphie hängt. Ein Ryokan besitzt außerdem ein öffentliches Bad sowie öffentliche Bereiche, in denen sich die Gäste in Yukatas (浴衣) gekleidet aufhalten können.
 
„Die Sorge um die Sprache, um das Essen und die Regeln sind die Hauptgründe, warum Ausländern die Übernachtung in einem ryokan verwehrt werden kann. Allerdings geschieht das nur noch in ländlichen Gebieten und selbst da äußerst selten. ...

Mithilfe der jungen Angestellten konnte ich die alte Dame überzeugen, mir ein Zimmer zu geben. Das Essen am folgenden Abend war vorzüglich. Allerdings habe ich aus Versehen die Dekoration mitgegessen. ‚Ausländer lernen's wohl nie’, dachte sich die alte Dame wahrscheinlich am nächsten Morgen, als sie mich lächelnd verabschiedete.“
(Fritz Schumann: Japan 151. Conbook, 2013. ISBN: 978-3-943176-27-8)
 

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