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07. Dezember 2012

Ruinen von St. Paul

大三巴牌坊 Dà Sānbā Páifāng
Ruínas de São Paulo
 

„Ein Taxi mag uns am Morgen nach São Paulo bringen. Eine seltsame Szenerie erwartet uns. Über einer breit hingelagerten Treppe von gewaltigen Dimensionen erhebt sich die imponierende Granitfassade der alten Jesuitenkirche, der Basilika São Paulo, einem Wahrzeichen Macaus [澳門 Àomén]. Es ist nur noch eine Fassade, durch deren Fenster der blaue Himmel scheint und in deren Nischen Moose, Farne und kleine Büsche sich mit den Statuen der Heiligen angefreundet haben.

Zwischen 1620 und 1627 haben japanische Christen nach den Plänen des italienischen Padre Carlo Spinola diese ungewöhnliche Fassade errichtet, deren Größe man nur begreift, wenn man hört, daß der Vatikan 1576 den Bischof von Macau, in der wirtschaftlichen Blütezeit der Kolonie, zum Oberhirten einer höchst unbestimmten Diözese machte: dem Fernen Osten.“
(Krum: Hong Kong und Macau, 1988)

Die Ruinen von St. Paul sind das Wahrzeichen Macaos. 1835 traf ein Taifun das Gebäude, ein Feuer im Kirchenschiff, das damals als Kaserne diente, ruinierte den Raum und nur die granitene Fassade trotzte den Elementen.

Die Ruinen der Pauluskirche sind Macaos Wahrzeichen und wurden 2005 als Teil des historischen Zentrums Macaos in das UNESCO-Welterbe mit aufgenommen. Der majestätische Aufgang ist der kapitolinischen Treppe Michelangelos nachempfunden und führt in sechs Absätzen zu je zehn Stufen aus massiven Granitplatten zur Ruine.

Die Fassade wurde zwischen 1620 und 1627 vom italienischen Stuckateur Carlo Spinola fertig gestellt. Sie ist in fünf Ebenen gegliedert. Sie ist mit Elementen und Figuren des westlichen Katholizismus und teilweise auch mit orientalischen Ornamenten beschmückt. Die Zusammenstellung von Engeln und chinesischen Drachen ist kulturgeschichtlich einzigartig.

stpaul-giebel stpaul-jesus
Ganz oben im Giebelfeld umgeben Sterne und Mond das Kreuz und eine Bronzetaube. Im Ornamentband darunter erblicken wir Christus mit königlichen Lilien und Chrysanthemen, der japanischen Nationalblume.
stpaul-maria stpaul02
Das dritte Band von oben ist der Jungfrau Maria gewidmet. Ihre zentrale Bronzestatue ist von musizierenden Engeln umstanden, einem sehr portugiesischen Motiv, Rechts sehen wir einen sechsköpfigen (chinesischen) Drachen, den die Jungfrau Maria überwindet, indem sie ihren Fuß auf ihn setzt. Daneben ein Skelett.

Im Band darunter folgen die Bronzestatuen der großen Jesuiten Ignatius von Loyola, Franz Xaver, Franz Borgia und Gonzaga, die alle irgendwie mit der Ostmission zu tun hatten.

(Fotos: Wikimedia-Nutzer Jakub Hałun)

 


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