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07. Dezember 2012

Roter Stern über China

Red Star over China
西行漫记 Xīxíng mànjì
 
 
„Während der sieben Jahre, die ich in China gelebt hatte, waren Hunderte von Fragen über die chinesische Rote Armee, die Sowjets, die kommunistische Bewegung gestellt worden, Eifrige Anhänger hatten einen Vorrat von vorgefertigten Antworten parat, die jedoch sehr unbefriedigend blieben. Wie konnten sie etwas darüber wissen? Sie waren niemals in Rotchina gewesen. Tatsache war, daß es wohl nie einen größeren Mythos einer Nation, ein konfuseres Epos als die Geschichte Rotchinas gegeben hatte. Die chinesischen Roten, die da inmitten der volkreichsten Nation der Erde kämpften, waren neun Jahre lang durch eine Nachrichtensperre isoliert worden, die so wirkungsvoll wie eine Festung war. Sie waren ständig umringt von einer Mauer aus Tausenden feindlicher Truppen; ihr Gebiet war so unerreichbar wie Tibet. Niemand hatte freiwillig diese Mauer überwunden, um zurückzukehren und seine Erfahrungen zu beschreiben, seit im November 1927 das erste chinesische Sowjetgebiet im südöstlichen Hunan gebildet worden war.

Man stritt sich sogar über die einfachsten Tatsachen. Es gab Leute, die einfach leugneten, daß es so etwas wie die Rote Armee überhaupt gab. Es gab nur Tausende hungriger Räuber. Manche stritten sogar den Sowjets ihre Existenz ab. Sie waren eine Erfindung kommunistischer Propaganda. Rotchinesische Sympathisanten jedoch priesen beides als das einzige Heilmittel gegen alle Krankheiten Chinas. Inmitten all dieser Propaganda und Gegenpropaganda fehlten einem leidenschaftslosen, wahrheitssuchenden Beobachter glaubwürdige Beweise.“

(Edgar Snow: Roter Stern über China. Mao Tse-tung und die chinesische Revolution. Frankfurt: Fischer, 1986. ISBN: 3-596-24363-7)
 
Dieses Buch des US-Journalisten Edgar Snow war zusammen mit Pearl S. Bucks Roman Die gute Erde (The Good Earth) das einflussreichste Buch über China in den 1930er Jahren.
 
Edgar Snows Mao-Biografie wurde von Máo  Zédōng (毛泽东) selbst angeregt. Máo  bat 1936 die Untergrundbewegung in Shanghai, einen ausländischen Journalisten ausfindig zu machen, der seine Geschichte veröffentlichen könnte und der mit dem Kommunismus sympathisieren sollte. Er wählte schließlich den US-Journalisten Edgar Snow aus, der für die einflussreichen US-Zeitungen schrieb.
 
Edgar Snow war gerade 30 Jahre alt geworden und hatte doch schon sieben Jahre als Journalist in China verbracht. Die chinesischen Kommunisten hatten soeben ihren Rückzugsmarsch aus dem Südosten nach Nordwestchina abgeschlossen und richteten sich auf die Einheitsfront gegen die Japaner ein. Deshalb waren sie bereit, ihre Geschichte der Welt draußen zu erzählen.
 
Die Biografie entstand aus Interviews, die Máo  Zédōng und andere Kommunisten im Sommer 1936 gaben. Mao überließ dabei nichts dem Zufall. Er koordinierte die Antworten auf einem Fragenkatalog, die Snow vorher einreichen musste. Dadurch entstand eine Mischung aus wertvollen Informationen und Fälschungen.

 


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