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07. Dezember 2012

Rising Sun

日の丸 hi no maru (Sonne + Genitiv + Scheibe)

日章旗 nishōki (Sonne + Emblem + Flagge)

„Die Flagge Japans zeigt einen großen roten Kreis auf weißem Hintergrund und wird 'Hinomaru' (Sonnenscheibe) genannt. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde das Sonnenbanner von der damaligen Regierung zur offiziellen Flagge bestimmt. 1856 wurde, um die Verwechslung japanischer Schiffe mit ausländischen Schiffen zu vermeiden, bestimmt, daß alle japanischen Schiffe das Sonnenbanner zu führen haben. Damit wurde die Flagge erstmals als nationales Symbol Japans auch nach außen hin gezeigt.“
(http://www.de.emb-japan.go.jp/j_info/flaggehymne.html)

japanflagge japan-rising-sun
日の丸 旭日旗
Hinomaru Kyokujitsuki
Sonnenscheibe Aufgehende Sonne

Die Version mit den 18 roten Strahlen (Aufgehende Sonne; Rising Sun) wurde bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges von den Streitkräften benutzt, seit 1954 nur für die Marine. In den Ländern, welche von Japan besetzt waren, ist diese Flagge heute noch negativ besetzt.
 
Der britische Japanwissenschaftler Basil Hall Chamberlain erklärt in seinem Buch ABC der japanischen Kultur (Originaltitel: Things Japanese) die Geschichte der japanischen Nationalflagge folgendermaßen:

„Die japanische Nationalflagge (Hinomaru, ‚Sonnenkreis’) ist ein gutes Beispiel für Amiels Axiom, daß ‚nichts Wirkliches einfach ist‘. Die Sonne auf einem Hintergrund - weshalb sollten die Bewohner dieses ‘Landes der aufgehenden Sonne’ nicht sofort auf diesen Gedanken gekommen sein? Und doch, wenn wir den Gegenstand näher betrachten, so finden wir, daß dieses augenscheinlich naheliegende Resultat sich aus einer merkwürdig komplizierten Reihe von Gedanken, die sich langsam im Laufe von Jahrhunderten änderten, entwickelt hat.

Es scheint, daß der chinesische Hof und die chinesische Armee seit undenkbaren Zeiten Flaggen benutzten, die mit Figuren astrologischer Phantasien geschmückt waren - die Sonne mit der dreibeinigen Krähe, die sie bewohnt, der Mond mit seinem Hasen und Kassiabaum, der Rote Vogel, der die sieben Konstellationen des südlichen Viertels des Tierkreises repräsentiert, der Dunkle Krieger (eine Schildkröte), die sieben nördlichen Konstellationen umfassend, der Blaue Drachen, die sieben östlichen, der Weiße Tiger, die sieben westlichen, und ein siebentes Banner, das den Nördlichen Scheffel (Großer Bär) vorstellt. Den Bannern der Sonne und des Mondes wurde eine besondere Bedeutung beigelegt, denn die Sonne war des Kaisers älterer Bruder und der Mond seine Schwester, aus welchem Grund er selbst der Sohn des Himmels genannt wurde und noch genannt wird das waren nicht bloß Metaphern für die alten Chinesen, die unbedingt glaubten, daß der Kaiser den Lauf der Jahreszeiten beeinflussen könnte.

Die Japaner adoptierten all diese Dinge in Bausch und Bogen - den kaiserlichen Titel, die Flaggen, die mythologischen Anschauungen und alles - wahrscheinlich im siebenten Jahrhundert, denn die offiziellen Annalen berichten nebenher ihre Anwendung im Jahre 600. Im Laufe der Zeit wurde aber fast alles wieder fallengelassen, nur das Sonnen- und das Mondbanner wurden als kaiserliche Insignien zurückbehalten, aber ohne ihre sagenhaften Bewohner, wenn auch die Sonnen-Krähe und der Mond-Hase in der Kunst weiterlebten. An Stelle jener heidnischen Phantasien setzte die mittelalterliche Frömmigkeit Bilder der Götter oder Gebete an Buddha; aber auch sie ließ man fallen, als der Buddhismus an Macht verlor. Auf diese Weise blieb zuletzt nur die Sonne allein zurück (ursprünglich nicht eine aufgehende Sonne); und als man im Jahre 1859 nach europäischem Vorbild eine nationale Flagge brauchte, rückte natürlich das Sonnenbanner auf den vakanten Platz.

Ein kunstvolleres Zeichen - das sechzehnblätterige Chrysanthemum, augenscheinlich nichts als ein anderes Bild der Sonne mit ihren Strahlen – wurde zum kaiserlichen Emblem erhoben; die Obereinstimmung mit der europäischen Sitte verlangte einen solchen Unterschied. Die militärische Flagge mit ihren sechzehn Strahlen ist eine Modifikation desselben Gedankens; die Zahl sechzehn selbst läßt sich auf chinesische geometrische Anschauungen zurückführen.“
(Basil Hall Chamberlain: ABC der japanischen Kultur. Ein historisches Wörterbuch (Things Japanese). Zürich: Manesse Verlag, 2002. ISBN: 978-3-7175-8173-4)
 

 


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