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07. Dezember 2012

Rikscha Kuli

駱駝祥子  Luòtuo Xiáng Zi (Kamel Xiangzi)

Autor: Lǎo Shě 老舍
1936

„Er hatte sich entschlossen, Rikschakuli zu werden. Also lieh er sich eine klapprige Rikscha und begann zu üben. Am ersten Tag verdiente er nichts. Am nächsten ging's ganz gut, aber er mußte sich zwei Tage hinlegen, seine Knöchel waren auf Kürbisgröße angeschwollen. Er konnte seine Füße nicht mehr heben. Die Schmerzen ertrug er, denn er wußte, sie waren nicht zu vermeiden. Ein Rikschakuli mußte da hindurch, oder er durfte gar nicht erst anfangen. Als seine Füße wieder hergestellt waren, begann er von neuem. Er fühlte sich glücklich und er fürchtete nichts. Die Straßennamen kannte er, aber kleine Umwege schadeten nichts, Kraft besaß er im Überfluß. Die Technik des Rikschaziehens fand er auch nicht besonders schwierig, verglichen mit den ihm wohlbekannten Schindereien. Er hatte sich vorgenommen, durch Vorsicht und Nachgeben Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen. Beim Gerangel um Fahrpreise und Kunden konnte seine ungeschulte Zunge mit den alten Füchsen nicht mithalten. Also stellte er sich von vorneherein dorthin, wo keine anderen Rikschas warteten. In seinem abgelegenen Winkel ließ sich der Preis in Ruhe aushandeln. Manchmal forderte er nichts, sagte nur: „Bitte einsteigen, zahlen Sie nach Belieben!“ Bei seiner aufrichtigen, einfachen und liebenswerten Art mußte man ihm vertrauen. Niemand hielt diesen einfältigen Riesen für einen betrüger. Man dachte höchstens: Frisch vom Dorf, kennt wohl die Strecke noch nicht. ...

Er fand eine Stelle. Aber die Wirklichkeit deckt sich nicht immer mit den Hoffnungen. Wie er auch die Zähne zusammenbiß, nach anderthalb Jahren hatte er sein Gelübde nicht eingelöst. Vorsichtig war er darauf bedacht gewesen, seine Arbeitsstelle zu halten, doch unglücklicherweise gehören dazu, wie bei allem zwei Seiten. Seine Vorsicht hinderte seine Geldgeber nicht, ihn zu entlassen. Drei Monate - gefeuert. Zwei Wochen - gefeuert!“
(Lao She: Rikscha Kuli)

Roman des chinesischen Schriftstellers  Lǎo Shě.

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