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07. Dezember 2012

Ricci (Matteo Ricci)

利瑪竇 Lì Mǎdòu (Familienname + Achat + Loch)
1552 – 1610

Dass sich die Chinesen trotz allen Respekts die Anwesenheit der Missionare in China nicht erklären konnten, geht aus einem Brief des Gelehrten Li Zhi [李贄] hervor, der die Gelehrsamkeit Matten Riccis bewunderte und dennoch nicht verstand, weshalb dieser nach China kam:
 
„...Ricci kommt aus dem großen Abendland und hat mehr als 100.000 Li [里] zurückgelegt, um nach China zu kommen. Er ist zunächst in Südindien angelangt, wo er erfahren hat, daß es den Buddhismus gibt – das nach einer Reise von mehr als 40.000 Lǐ []. Erst als er im Südmeer, in Kanton, angekommen war, erfuhr er, daß es in unserem Reich der großen Ming [Ming-Dynastie; 明朝 Míngcháo)] zuerst Yáo [堯, mythischer Urkaiser, 2353-2234 v. u. Z.] und Shùn [舜, mythischer Urkaiser, 2240 v. u. Z.], dann den Herzog von Zhou [周公 Zhōu Gōng, Staatsmann zu Beginn der Zhou-Dynastie, 11. Jahrhundert v. u. Z] und Konfuzius gegeben hat. Er hat ungefähr zwanzig Jahre in Zhàoqìng [肇庆, Stadt in der Provinz Guangdong] gelebt, und es gibt kein einziges unter unseren Büchern, das er nicht gelesen hat.

Nun ist er vollkommen fähig, unsere Sprache zu sprechen, unsere Schriftzeichen zu schreiben und sich an unsere Anstandsregeln zu halten. Er ist ein höchst beachtenswerter Mensch. An sich ist er äußerst verfeinert, nach außen aber gibt er sich sehr einfach. Im lärmigen Durcheinander einer Versammlung, wo mehrere Dutzend Leute gleichzeitig ihre Meinung äußern, läßt er sich von all den Diskussionen nicht verwirren. Von allen, die ich gesehen habe, gleicht ihm keiner. (In der Tat) sind die Leute entweder übertrieben steif oder übertrieben freundlich, entweder geben sie mit ihrer Intelligenz an, oder sie sind geistig beschränkt. Allen ist er überlegen. Aber ich sehe nicht genau, wozu er gekommen ist. Ich bin ihm schon dreimal begegnet, und ich weiß noch immer nicht, wozu er gekommen ist. Wenn es ihm darum ginge, die Lehren des Herzogs von Zhou und des Konfuzius durch seine eigenen zu ersetzen, wäre das, so scheint mir, doch allzu dumm. Das kann es also nicht sein“.

(aus Gernet, Christus, 5.25)

Der italienische Jesuitmissionar Matteo Ricci steht am Beginn des modernen Christentums in China und wird als der größte Missionar Chinas angesehen.

Als Leiter der Chinamission gelang es ihm, Freundschaft mit hochrangigen Konfuzianern zu schließen, denen seine Kenntnisse des Konfuzianismus zu verdanken sind. Mit ihrer Unterstützung übersetzte er 1591 Euklids Elemente und Kommentare von Christopher Clavius, der Riccis Lehrer war, ins Chinesische. Dies war die erste ausführliche Darstellung abendländischer Mathematik in China. Dadurch gewann er großes Ansehen als Mathematiker.

1601 wurde es ihm erlaubt, sich in Peking niederzulassen. Wegen seiner Fähigkeiten wurde auch der Kaiser auf ihn aufmerksam und zeigte sich von den westlichen Errungenschaften beeindruckt.

 


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