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07. Dezember 2012

R

ㄖ r
r
Bopomofo-Zeichen für r"
 

„Da schreibt ein Christian Müller, Diplom-Ingenieur, der durch Vermittlung des Senior-Experten-Service ein paar Monate in der nordostchinesischen Stadt Tángshān [唐山] gearbeitet hatte, in der ‚Sächsischen Zeitung’ in mehreren Folgen über seine Erfahrungen. Er vergisst auch nicht zu erwähnen, ‚dass die Chinesen kein R sprechen können’.

Und weil er es wohl ganz logisch findet, es könne deshalb im Chinesischen ein R gar nicht geben, setzt er hinzu: ‚Wenn man die Landkarte betrachtet, wird man auch keinen chinesischen Ortsnamen mit R finden.’ Ich weiß nicht, welche Landkarte Christian Müller betrachtet hat. In meinem China-Atlas jedenfalls sind von Rabang [热帮 Rèbāng, Tibet] bis Rǔyáng [汝阳, Hénán] exakt 144 Orte eingezeichnet, die (in der offiziellen Umschrift Pīnyīn) mit dem Buchstaben R beginnen.

Und die alte Geschichte, die Chinesen könnten allesamt kein R aussprechen, stimmt so auch nicht. Es sind vor allem die Südchinesen, deren Zungen da hartnäckig streiken. Andere Bewohner des Reichs der Mitte haben damit kein Problem. Einer meiner Kollegen im Pekinger Verlag für fremdsprachige Literatur hieß Rèn [任], und er stellte sich keineswegs als ‚Len’ vor, wie er es den bekannten Chinesenwitzen zufolge wohl hätte tun müssen.

Allerdings: Das chinesische ‚r’ ist kein deutsches Zäpfchen-r.“
(Atze Schmidt: China tickt anders. Freiburg: Interconnections, 2013. ISBN: 978-3-86040-190-3)


„Wie findest du eigentlich den zum Blüllen komischen Titel deines Buches?"

„Vorsichtig ausgedrückt; nicht so toll. ‚Bliefe von dlüben’ ist auch nicht meine Idee, sondern die des ehemaligen Titanic-Chefredakteurs Manrtin Sonneborn. Deutsche finden es eben halt komisch, dass Chinesen angeblich kein ‚R’ aussprechen können. Dabei ist das sogar der Lieblingsbuchstabe der Pekinger. In ihrem Dialekt endet jedes zweite Wort mit ‚r’, das sie rollen wie die Siegerländer.“
(FAZ-Beilage zur Buchmesse, 15. 10. 2010, S. 11: Interview von Oliver Jürgen mit Christian Y. Schmidt zu seinem China-Buch Bliefe von dlüben)


„Er ist der Lieblingsgegner eines ganzen Reichs, dieser ‚Bor’ [蒂莫•波尔  Dìmò Bō’ěr; der Tischtennisspieler Timo Boll], dessen Namen sie nicht so richtig aussprechen können. Dachte man nicht eigentlich, die Chinesen würden aus jedem ‚R’ ein ‚L’ machen? Auf jeden Fall klingt es umso ehrfürchtiger, wenn sie seinen Namen sagen. ‚Bor’ – fast ein ‚Boah’, an dessen Ende der Mund staunend offen bleibt.“
(Friedhard Teuffel: Timo Boll: Mein China. Eine Reise ins Wunderland des Tischtennis. 2011. ISBN 978-3-86265-063-7)

Das japanische R ist auch kein L. Der rasende Reporter Egon Erwin Kisch schreibt in seinem Buch China geheim:

„Renliche heißt Menschenkraft-Fahrzeug, der Japaner sagt Jinrikisha, das ‚l’ gilt ihm als ‚r’. (Ich hörte in Yokohama einen Redner von Renin, Ruxemburg und Riebknecht sprechen. Dagegen ist in China das ‚r’ ein ‚l’, und ein Lehrer beteuerte mir höflich, er habe den ‚Lasenden Lepoltel’ deutsch gelesen. “
(Egon Erwin Kisch: China geheim. Eine illustrierte literarische Reportage. 1986. ISBN 3-88676-029-4)

 

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