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11. September 2013

Pest

тахал tachal

Pestarzt „Doktor Schnabel von Rom“ mit Schnabelmaske mit Kräutern und Stock zum Fernhalten von Erkrankten
(Bild: Wikimedia)


„Die Erben Dschinghis Khans brachten im Mittelalter nach Jahrhunderten, in denen Europa vom Schwarzen Tod nicht mehr heimgesucht worden war, die Pest zurück. Der Krankheitserreger nutzte die wieder etablierten Handelswege, um aus Zentralasien bis an die Krim zu gelangen. Seefahrer verbreiteten die Seuche weiter. Der Legende nach sollen Krieger der Goldenen Horde [Алтан Орд Altan Ord] 1346 sogar Pesttote aus ihren Reihen als biologische Waffen eingesetzt und in die belagerte Stadt Caffa [Κάφφας] am Schwarzen Meer geworfen haben.

Zwischen 1347 und 1350 streifte der schwarze Sensenmann durch Europa. Es wurde die größte Katastrophe der europäischen Geschichte. Jeder Zweite der damals 80 Mio. Europäer erlag der Yersinia pestis.

Yersinia pestis
(Bild: Wikimedia)

200 Jahre brauchte unser Kontinent, sich von der Pandemie, die das Bakterium verursachte, zu erholen. Heute gibt es die einst weltweit verbreitete Krankheit nur noch in den großen Bergwald- und Steppengebieten Nord- und Südamerikas, Südafrikas sowie Zentral- und Südostasiens und damit auch in der Mongolei, wo Wissenschaftler das Ursprungsgebiet der Krankheit vermuten.

Mongolische Murmeltierjäger sind von einem Pestbefall besonders bedroht. Die Millionen von Murmeltieren [Тарвага] sind als Wirtstiere bei den Pestflöhen (Oropsylia silantiewi) besonders beliebt, und wenn ihnen das Fell über die Ohren gezogen wird, suchen sich die Flöhe einen neuen Wirt ...

Die Region hat bittere Erfahrungen gesammelt: Noch 1947 starben in der Inneren Mongolei 23.000 Menschen an der Pest. 1910/11 waren es in der Mandschurei sogar 60.000 Menschen. Ausgangspunkt war jeweils die Mongolei. Vollkommen besiegen lässt sich die Krankheit nicht, man müsste schon die Murmeltiere ausrotten.“
(Michael Walther, Peter Woeste: Reise-Handbuch Mongolei. Köln: DuMont, 2013. ISBN: 978-3-7701-7676-2)

Marmota baibacina
Murmeltier
(Foto: Wikimedia)


Die Inkubationszeit der Beulenpest beträgt wenige Stunden bis zu sieben Tage, gefolgt von Fieber und einem raschen Tod.

Nach einer Hypothese des US-amerikanischen Neurologen William Bernstein leiteten die mongolischen Eroberungen gegen Ende des 13. Jahrhunderts eine neue Ära direkter Handelskontakte zwischen Europa und Asien ein, durch die die Pestbakterien erneut nach Europa eingeschleppt werden konnten.

In China führte eine verheerende Pest im 14. Jahrhundert zur Vernachlässigung der Dämme, was verheerende Überschwemmungen und Hungersnot zur Folge hatte. Die Mongolenherrschaft wurde derart geschwächt, dass sie von der einheimischen Ming-Dynastie (明朝 Míngcháo) abgelöst wurde.

 

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