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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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07. Dezember 2012

Polo (Marco Polo)

马可•波罗 Mǎkě Bōluó
马哥·波罗 Mǎgē Bōluó
馬可•孛羅 Mǎkě Bèiluó
Марко Поло
مارکو پولو
1254 – 1324

polo-kublai
Marco Polo-vor dem Khan
(Bild: Wikimedia)

 

Marco! Rufen Kinder in Teilen Europas und Nordamerikas den Vornamen des einstigen Fernost-Reisenden, der im Mittelpunkt der kleinen Nuss Nro. 303 steht, spielen sie in den meisten Fällen eine Variante von 'Blinde Kuh'. Die Augen verschlossen, soll der Sucher die anderen lokalisieren, die seine Rufe mit 'Polo!' beantworten müssen."
(Wiener Zeitung vom 3. Februar 2012: Ein Jungspund bei Kublai Khan)

englischer Originaltitel: Did Marco Polo Go to China? deutscher Titel: Marco Polo kam nicht bis China.

„Frances Wood, die Leiterin der China-Abteilung des British Museum in London, erklärte 1996 in ihrem Buch kategorisch, er sei nie in China gewesen. Sie stellte seine Glaubwürdigkeit grundsätzlich in Frage, und ihre Argumente stützten sich weniger auf das, was Polo in seinem Reisebericht geschrieben, als vielmehr auf das, was er ausgelassen hatte. Wood fragte, warum er so bedeutende chinesische Kulturleistungen und Bräuche wie den Buchdruck, das Einbinden der Füße, die Kalligraphie, das Kormoranfischen, das Teetrinken oder die Große Chinesische Mauer unerwähnt ließ.
 

Während meiner Recherchen entdeckte ich, dass Marco Polo trotz der Anschuldigungen von Frances Wood eine Vielzahl glaubwürdiger und anerkannter Verteidiger besitzt. Sie erinnern etwa daran, dass er als Untergebener Kublai Khans vor allem unter Mongolen lebte und deshalb kaum mit Chinesen und ihren Bräuchen in Berührung gekommen sei. Er hat wohl eher mit den Händen gegessen und Stutenmilch getrunken, als Essstäbchen benutzt oder Tee genippt. Sie weisen darauf hin, dass er bei seinen Beschreibungen des Papiergelds und des eigenartigen Gangs der Chinesinnen auf den Buchdruck und das Einbinden der Füße anspielte.
 
Und wenn er die Große Chinesische Mauer nicht erwähnte, so könnte das daran gelegen haben, dass sie zu Marco Polos Zeiten nicht besonders imposant war. Die gewaltigen Befestigungsbauten in der Umgebung von Peking, die wir unter dem Namen ‚Große Mauer’ kennen, entstanden erst 300 Jahre nachdem er China den Rücken gekehrt hatte.“
(Michael Yamashita: Marco Polo. Eine wundersame Reise. München: Frederking & Thaler, 2002. ISBN: 3-89405-621-5)
 
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Die Marco-Polo-Brücke überspannt heute Wiesen, da der Yongding-Fluss versiegt ist.
(Foto: Wikimedia)
 
  • Die Brücke Lúgōuqiáo (蘆溝橋), 15 Kilometer südwestlich vom Pekinger Stadtkern, wird außerhalb Chinas deshalb Marco-Polo-Brücke genannt, da Polo sie in seinem Reisebericht beschrieb. Allerdings ist die von ihm genannte Angabe von 27 Brückenbögen falsch, denn diese Steinbogenbrücke hatte immer nur 11 Bögen.
  • Die Behauptung, dass Polo drei Jahre lang Statthalter der Stadt Jan-gui (揚州 Yángzhōu) im Jangtse-Mündungsgebiet war, geht auf die Flüchtigkeit eines Textkopisten zurück, der aus „sejourna“ (sich aufhalten) ein „seigneura“ (herrschen) machte.
  • Marco Polo wird häufig nachgesagt, das Rezept der Nudeln nach Italien gebracht zu haben. Tatsächlich waren Nudeln aus Weizen bereits im antiken Rom und Griechenland bekannt. So soll Marco Polo nur Spaghetti von den Mongolen aus China nach Europa mitgebracht haben.

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