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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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07. Dezember 2012

Pfirsich

桃花 táozi (Pfirsich)

pfirsichbluete

(Foto: Wikimedia)

„Eine Frau aus Li-yang, die den Juan Hsüan-wu geheiratet hatte, war überaus eifersüchtig. Bei dessen Haus stand ein einzelner Pfirsichbaum, dessen Blüten und Blätter dermaßen prangten und leuchteten, daß er vor Bewunderung darüber seufzte. Da packte sie eine große Wut. Sie wies eine Dienerin an, ein Messer zu holen und den Baum zu fällen. Sie zerriß und zerfetzte alle seine Blüten.“
(http://www.stumpfeldt.de/hcn/hcn1/desk.html#desk1_1)

pfirsiche 

(Foto: Wikimedia)

„Kaum ein Baum, kaum eine Frucht ist in China so symbolgeladen wie der Pfirsich. Sein Holz und seine Farbe bannten die Dämonen, seine Blütenblätter konnten Menschen verzaubern, und die berühmten Pfirsiche der Unsterblichkeit reiften alle 1.000, nach anderen Quellen alle 3.000 oder 9.000 Jahre heran. Jener Wunderbaum stand, der Legende zufolge, in den Gärten der Xīwángmǔ [西王母, Königinmutter des Westens) im sagenumwobenen Kūnlún-Gebirge [崑崙山 Kūnlúnshān]; zu dem seltenen Tag, an dem der Baum Früchte trägt, lud die Göttin alle Unsterblichen ein und feierte mit ihnen ein großes Fest. Wie es im Roman ‚Die Reise nach dem Westen’ (Xīyóujì [西遊記], 16. Jahrhundert) hieß, drang der — Affe Sun [孫悟空 Sūn Wùkōng] in den Palastgarten der Xīwángmǔ ein, kurz vor der Reifung der wundersamen Früchte, pflückte sie und aß sie, zum Entsetzen der Gäste; Sun wurde unsterblich.

Der Pfirsich ist das häufigste Symbol der Langlebigkeit. Noch bis vor kurzem stellte man zu Neujahr Pfirsichzweige vor die Haustür, um die bösen Geister zu vertreiben; und man benutzte Bogenwaffen aus Pfirsichholz, um die Dämonen abzuschießen. Die göttlichen Torhüter wurden aus Holz geschnitzt und vor das Tor gestellt. Diesen Brauch hat man später durch papierne Abdrucke ersetzt.

Das Unsterblichkeitsmotiv klingt auch bei den Naturlyrikern der Tang-Zeit
[唐朝 Tángcháo, 681 – 907] an, so bei Lǐ Bó ([李白] 701-762):

‚Die Pfirsichblüten treiben auf dem Strom davon in weite Ferne
Andere Himmel gibts und Erden als die der Welt der Sterblichen’
(übers. Stephan Schuhmacher).

Hier ist zugleich eine Anspielung an die berühmte Kurzgeschichte des Táo Qián
([陶潛] 365 - 428), überschrieben ‚Die Geschichte vom Pfirsichblütenquell([桃花源記 Táohuā Yuánjì] nach R. Wilhelm ein ‚Pfirsichblütenwald’): ein einfacher Mann tritt im Wald, an einer Quelle, plötzlich in eine andere Welt, in der die Menschen ein glückliches Leben führen. Die Höhle, aus der die Quelle kommt, wurde häufig im westlichen Húnán [湖南] gesucht; sie wurde als ein Kultzentrum der Zhuàng [壯], einer Minderheit Südchinas, identifiziert. Nach den Yáo [瑶], einer anderen Minderheit, die in dieser Gegend lebte, gibt es zwölf Pfirsichquellenhöhlen: die Stationen auf dem Weg nach dem Tod in ein anderes Leben. …

Durch den Roman ‚Die Geschichte der Drei Reiche
[三國演義 Sānguó Yǎnyì] ist der ‚Pfirsichgarten’ [桃園 Táoyuán] berühmt geworden, in dem die drei Haupthelden Liú Bèi [劉備], Zhāng Fēi [張飛] und Guān Yǔ [關羽] sich Bruderschaft schworen.“
(Eberhard, Wolfram: Lexikon chinesischer Symbole: Die Bildsprache der Chinesen. 1989. ISBN 3-424-00878-8)
 
Nicht in Persien, sondern China kommt der Pfirsich (Persischer Apfel, lateinisch: malum Persicum), wild vor. Er gelangte dann über Persien nach Griechenland und durch die Römer nach Mitteleuropa. Von ihm stammen die heute in aller Welt kultivierten Fruchtsorten ab.
 
 

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