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07. Dezember 2012

Pekingmensch

北京人 Běijīngrén (Peking + Mensch)
北京猿人 Běijīng Yuánrén (Peking + Affe + Mensch)
北京直立人 Běijīng zhílìrén (Peking + gerade + stehen + Mensch; Homo erectus pekinensis)
中国猿人北京种 Zhōngguó Yuánrén Běijīngzhǒng (China + Affe + Mensch + Peking + Rasse, Sinanthropus pekinensis)

„Der berühmteste Chinese neben Konfuzius [孔夫子 Kǒng Fūzǐ], Máo Zédōng [毛泽东] und Dèng Xiǎopíng [邓小平]? Vor 460.000 bis 230.000 Jahren wußte der Peking-Mensch, wissenschaftlich Sinanthropus pekinensis oder Homo erectus pekinensis, bereits mit Feuer und Steinwerkzeugen umzugehen, was ihn im internationalen Vergleich zu anderen archaischen Formen des Homo erectus nicht schlecht dastehen läßt.
 
Jeder Chinese kennt den Peking-Menschen, und sicher schwingt bei manchem insgeheim die Hoffnung mit, die sehenswerten Ausgrabungen von Zhōukǒudiàn [周口店], fünfzig Kilometer südwestlich von Běijīng [北京], könnten China als Wiege der Menschheit erweisen. (Wie wichtig die Behörden diesen Ort nehmen, zeigt die Tatsache, daß hier erstmals belastende Industrie aus der Umgebung eines Kulturdenkmals verbannt wurde!)
 
In den heimischen Legenden von der Schöpfung der Menschheit wohnt den Chinesen jedenfalls eine besondere Bedeutung inne. So erzählt eine Sage, daß die Göttin Nǚwā [女媧  ], meist mit Schlangenleib oder Fischschwanz dargestellt, die Menschen aus Lehm formte. In einem Ofen brannte sie die ersten, leider zu lange – das sind die Schwarzen. Die nächsten nahm sie zu früh heraus – das sind die Weißen. Erst die letzten gelangen ihr und hatten eine schöne, gelbe Farbe – die Chinesen.“
(Hartwig Bögeholz: Anders Reisen: China. Ein Reisebuch in den Alltag. 1997. ISBN: 978-3499190957)
 
pekingmensch01 pekingmenschen-zhang
Der zuerst entdeckte Schädel eines Peking-Menschen (Nachbildung der Kopie) 北京人
Běijīngrén
Hirnschädel des Homo erectus pekinensis (Sinanthropus pekinensis), der dem Java-Schädel ähnelt, obwohl er höchstens 600.000 Jahre alt ist. Der Kiefer ist ergänzt. Zhang Xinxin (* 1953; 张辛欣) und Sang Ye erregen Aufsehen mit „Pekingmenschen" (1985), 100 Gesprächsprotokollen über Pekinger Bürger.
1921 führte der schwedische Archäologe Andersson eine Ausgrabung an einer 40 Kilometer südwestlich von Peking gelegenen Stätte in der Nähe des Dorfes Zhōukǒudiàn. Die Ausgrabungen an dem so genannten Hühnerknochenhügel waren schon fortgeschritten, als Andersson hörte, wie seine Arbeiter ihrem Erstaunen darüber Ausdruck gaben, dass er ausgerechnet hier grub. Die Arbeiter erzählten, es gäbe viel bessere Fossilien auf der anderen Seite des Dorfes, am Drachenknochenhügel. Andersson zog zum Drachenknochenhügel. Unter den Ablagerungen befanden sich Stückchen zerbrochenen Quarzes. Andersson wusste, dass Quarz normalerweise nicht in Kalkstein zu finden ist. Er musste dorthin von Menschen gebracht worden sein. Andersson legte seine Hand auf den Kalksteinfelsen und sagte:

„Ich habe das Gefühl, hier ruhen die Reste eines unserer Vorfahren. Jetzt müssen wir ihn nur noch finden."
 
Als Peking-Mensch werden Fossilien bezeichnet, die in einer Höhle von Zhōukǒudiàn, rund 40 km südwestlich des Stadtzentrums von Peking, entdeckt wurden. Es gibt mehrere Arten von Urmenschen, wie z.B den Neandertaler oder den Peking-Mensch. Der etwa 1,55 Meter große Sinanthropus pekinensis (heute Homo erectus pekinensis), ein wichtiges Glied in der Entwicklung des Menschen, lebte vor etwa 500.000 Jahren. Der Pekingmensch war einer der ersten Hominiden, die sich des Feuers bedienten; er wohnte in Höhlen, briet sein Fleisch und kleidete sich wahrscheinlich in Felle. Freilich erzeugen nur bestimmte Gesteinsarten, wie etwa Flint und Pyrit die nötigen Funken, und keiner dieser Steine ist unter den Überresten gefunden worden, die Homo erectus zurückließ.
 
Die Abgüsse sowie die zahlreichen Zeichnungen der Fossilien sind heute fast das einzige, was von den Funden erhalten blieb. 1941, als China von Japan besetzt wurde, hatte man die Fossilien in Kisten verpackt, um sie in die Vereinigten Staaten zu bringen. Die Kisten gingen verloren und tauchten nie wieder auf. Es wird vermutet, dass japanische Soldaten die Knochen gefunden, für wertlos gehalten und weggeworfen hätten.

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