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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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07. Dezember 2012

Paris-Syndrom

パリ症候群 Pari shōkōgun

„Ach, Paris. Die Stadt der Liebe, wo Pärchen Händchen haltend an der Seine entlangschlendern; die Stadt der Kunst, wo Renoir, Matisse, van Gogh und Picasso malten. Die Stadt, in der elegante Menschen erlesene Weine trinken und raffinierte Gerichte essen. Wie keine zweite Stadt weckt Paris in Japanern rosarote Gefühle, Filme und Werbung lösen tsuioko [追憶] aus, eine starke Sehnsucht.

Dass Paris auch nur eine ganz normale europäische Metropole ist, die manchmal schmutzig sein kann und nicht gut riecht, dass die Menschen sich hier unhöflich und ruppig gebärden, verstört die meisten Japaner. Einige werden sogar psychisch krank. Sie leiden am Pari shōkōgun, am Paris-Syndrom. Studien wurden über das Syndrom geschrieben, Bücher, die in der japanischen Buchhandlung in Paris fast immer ausverkauft sind, ein Film gedreht. Etwa hundert schwer depressive Japaner müssen jedes Jahr aus Paris nach Hause geflogen werden. Um der Enttäuschung schon im Vorhinein entgegenzuwirken, rät eine Infobroschüre des japanischen Konsulats, dem ‚romantischen Image dieser Stadt‘ zu misstrauen. In den bebilderten Szenen trifft eine Manga-Frau auf Taschendiebe, die ‚Japaner als reiche und einfache Ziele ausmachen‘, falsche Polizisten, die sie um Hab und Gut bringen, oder Kellner, die ihnen Fantasierechnungen unterjubeln.“

(http://www.zeit.de/2009/51/Paris-Japaner)
paris-syndrom
Das Paris-Syndrom wurde zum ersten Mal 1986 vom japanischen Psychiatrieprofessor Ōta Hiroaki (太田博昭) diagnostiziert. Viele der 700.000 Japaner, die jährlich Frankreich besuchen, idealisieren die französische Hauptstadt und sind schockiert, wenn sie dort ankommen. Paris, das heißt für sie gepflegte Kultur und feine Küche, raffiniert gekleidete Frauen, elegante Herren und höflicher Umgang. Doch dann ist es dort laut, schmutzig und die Kellner sind ungehobelt. So hatte Paris in der Werbung nicht ausgesehen. Richtig hart wird es für diejenigen Japaner, die länger in Frankreich leben wollen. Das klassische Beispiel ist die junge Frau aus gutem Haus, die mit romantischen Vorstellungen Kunstgeschichte studieren will.

Ein gutes Mittel gegen das Paris-Syndrom hat ein japanischer Ex-Banker gefunden. Vor den Augen erstaunter Touristen sammeln die „Pariser Japaner" alle paar Wochen Kippen und McDonald's-Tüten auf. Sie wollen Paris attraktiver machen. Das helfe auch gegen das Paris-Syndrom.

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