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07. Dezember 2012

Onoda Hiro

小野田寛郎 Onoda Hirō (Familienname: Onoda)
1922 -

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Onoda Hirō (小野田寛郎)
(Foto: Wikimedia)

„Kein moderner Industriestaat gibt der Welt heute noch so viel Rätsel auf. Wie erklärt sich, daß der Leutnant Hiroo Onoda nach Japans bedingungsloser Kapitulation 1945 noch 29 Jahre lang im philippinischen Dschungel für seinen Kaiser weiterkämpfte, obwohl er in späteren Jahren dort ein Transistorradio besaß und wissen mußte, was in der Welt vorging? Warum gab Onoda erst auf, nachdem ihm sein letzter Kriegsvorgesetzter, inzwischen seit Jahrzehnten als Buchhändler ins Zivilleben zurückgekehrt, den erforderlichen ‚Befehl‘ erteilt hatte? … Leutnant Onoda als Held, als Japans letzter Samurai? Oder als Japans letztes Kriegsopfer, als ein bedauernswerter Mann, den Krieg und jahrzehntelange Einsamkeit um seinen Verstand gebracht hatten?

Japans Establishment entschied sich für den Helden. Die Minister stifteten eine Million Yen aus ihren Gehältern, und als der letzte Kämpfer im Sonderflugzeug in Tokyo landete, drängten sich so viele eitle Politiker an die Gangway und vor die Fernsehkameras, daß die aus der Provinz angereisten hochbetagten Eltern nach hinten in die Menge abgeschoben wurden. Nur einer schwieg verlegen, der Kaiser. …

Die Welt verfolgte die Rückkehr der beiden Krieger mit hilflosem Staunen. Hätte nicht jeder von seiner Truppe abgesprengte europäische oder amerikanische Soldat nach ein paar Tagen oder Wochen sich nach Hause durchzuschlagen versucht oder sich den fremden Behörden gestellt? Wäre nicht jeder südostasiatische Krieger freundlich und friedlich ins nächste Dorf gelaufen, hätte sich bei den Bauern nützlich gemacht und bald eine eigene Familie gegründet? Wäre nicht ein Chinese vorsichtig und zurückhaltend an einem Dorfrand aufgetaucht, als Kleinhändler erst, bald auf eine wachsende Familie gestützt, so daß er nach 29 Jahren wahrscheinlich den örtlichen Holzhandel beherrscht hätte und den Geldverleih dazu? Doch daß da Menschen jahrzehntelang im Dschungel ausharren, sich von Mäusen ernähren und in Höhlen hausen, nur weil kein Vorgesetzter da ist, der Schluß zu machen befiehlt – nachdem sich die Euphorie gelegt hatte, kamen selbst den Japanern Zweifel.“
(Gerhard Dambmann: 25mal Japan. Weltmacht als Einzelgänger. 1989. ISBN 3-492-15104-3)

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Yokoi Shōichi (横井 庄一)

Noch so ein Verrückter!
Onoda war kein Sonderfall. Gerade zwei Jahre vorher, im Frühjahr 1972 nahmen Bauern auf der Pazifikinsel Guam den japanischen Unteroffizier Yokoi Shōichi (横井 庄一) gefangen, 27 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Auch damals hatten Politiker und Medien den Spätheimkehrer jubelnd empfangen.

19 Millionen Japaner verfolgten im Fernsehen, wie Yokoi vor Zehntausenden von Schaulustigen den Kaiser um Vergebung dafür bat, dass er nicht fürs Vaterland gefallen sei.

「恥ずかしながら生きながらえて、帰ってきました。」
„Hazukashinagara ikinagaraete, kaette kimashita.“
„Es ist mir sehr peinlich, lebend zurückzukehren.“

Entsetzt über die Menschenmassen, den verrußten Himmel über Tokyo, die Hochhäuser, die langen Haare der Jungen und die kurzen Röcke der Mädchen fragte er: „Ihr seid keine echten Japaner, wo sind die echten Japaner?"

Dass Yokoi immer wieder in sagte, er sei für seinen Kaiser auf Posten geblieben und sein größter Wunsch wäre es, dem Kaiser einmal zu begegnen, brachte den Hof in Bedrängnis. Erst 1991 erhielt er eine Audienz bei Kaiser Akihito (明仁), dem Nachfolger des Kriegskaisers Hirohito (裕仁), was er  als größte Ehrung seines Lebens empfand.

 

echte und vermeintliche  Helden
Norman Bethune 白求恩 - Bokuden 卜伝 - Chu-ko Liang 諸葛亮 - I Sun-sin 이순신 - Koxinga 國姓爺 - Kuan Yü 關羽 - Lei Feng 雷锋 - Mulan 木蘭 - Nongae 논개 - Onoda Hiro 小野田寛郎 - John Rabe 約翰•拉貝 - Siebenundvierzig Samurai 四十七士 - Sugihara Chiune 杉原千畝 - Tank Man 坦克人 - Yelü Chutsai 耶律楚材

 

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