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07. Dezember 2012

Ondol

 

온돌, 溫突 ondol (warm + Höhle)

Schematische Darstellung eines Ondol
(Grafik: Wikipedia)

„Eine weitere koreanische Spezialität, wenn auch von ganz anderer Art als der frühe Buchdruck, ist Ondol, eine Zentralheizung unter dem Fußboden. Die Anregung kam vor dreizehnhundert Jahren aus China, von den großen Öfen, die vor den kalten Wintern des Nordens schützen sollten. In Korea wurde daraus ein Heizungssystem entwickelt, das mehrere Räume gleichzeitig erwärmen kann. Seit etwa 1400 hat sich die Ondol-Methode allgemein durchgesetzt. Für ein koreanisches Haus, ob auf dem Dorf oder in der Stadt, war Ondol schließlich so selbstverständlich wie Dach und Fenster. Erst die moderne Stadt hat die Ondol-Heizung zurückgedrängt und in den mehrstöckigen Neubauten westlichen Stils durch die bei uns übliche Zentralheizung ersetzt.

Um zu sparen, werden allerdings meist nicht alle Zimmer eines koreanischen Hauses mit Ondol ausgestattet, In den Ondol-Zimmern besteht der Fußboden aus roh zurechtgeschnittenen Granitplatten. Sie sind etwa fünf Zentimeter dick und liegen auf Reihen von Steinen oder Ziegeln. Die Hohlräume zwischen den Steinreihen sind mit Lehm oder Mörtel ausgekleidet und bilden so die Heizungsröhren. Die grobe Oberseite der Granitplatten wird mit Lehm oder Zement glattgestrichen. Darauf kommen zwei oder drei Lagen Zeitungspapier und darüber eine Lage des gelblichen koreanischen Papiers, das kräftig mit Pflanzenöl und Lack eingerieben wird. Nun ist die Oberfläche dicht, glatt und fest, man kann sein Bettzeug darauf ausbreiten und die Sitzkissen hinlegen. Geheizt wird von der Küche aus, vom Herd, auf dem das Essen gekocht wird.

In strengen Wintern, wenn die Temperatur oft weit unter null Grad abfällt, reicht die Unterflurheizung allerdings nicht aus, auch den oberen Teil des Zimmers genügend zu erwärmen. Die Bewohner bleiben daher recht fußbodenverbunden und werden leicht ein wenig inaktiv. ... Und im übrigen: was auch heute zuweilen von Fortschrittsaktivisten gegen die Ondol-Beschaulichkeit gesagt werden mag - es ist nun mal äußerst behaglich, im kühlen Herbst, wenn der Regen auf die Blätter klatscht im Garten, oder im Winter, wenn die Schneeflocken am Fenster kleben, auf einem gut durchwärmten Ondol-Boden zu sitzen. Oder auch zu schlafen.

Einen Nachteil allerdings hatte die Ondol-Heizung: den großen Holzverbrauch, Jahrhunderte lang wurden die Bäume abgeschlagen, um sie zu verheizen. Viele einst dicht bewaldete Berge und Höhenzüge wurden kahl.“

(Horst Eliseit: Korea – das zerrissene Lächeln. 1978. ISBN ISBN: 978-3-793411383)
 
 

heiße Luft und heißes Wasser
Kang 炕 – Kotatsu 炬燵 - Ondol 온돌 - Onsen 温泉

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