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07. Dezember 2012

Ohrenhügel

耳塚 mimizuka (Ohr + Grabhügel)
鼻塚 hanazuka (Nase + Grabhügel)
鼻の墓 hana no zuka (Nase + Genitiv + Grabhügel)

Nasengrab
(Foto: Wikimedia)

„Am 12. November 1598 zwang [der koreanische Nationalheld] I Sun-sin [이순신, 李舜臣] einen japanischen Flottenverband nahe der Insel Namhae zum Nachtgefecht. Am Bug seines Flaggschiffes stehend traf ihn ein feindliches Geschoß. Sein letzter Befehl: Seinen Tod während der Schlacht geheimzuhalten. Sein Sohn bedeckte den 54jährigen mit seinem Schild und übernahm das Kommando.

Den großen Gegner Hideyoshi [豊臣秀吉 Toyotomi Hideyoshi] hatte bereits zwei Monate früher der Tod ereilt. Nicht alle Geschichtsbücher berichten von seinem Befehl, koreanischen Gefangenen und Gefallenen beide Ohren abzuschneiden, zum eingepökelten Versand nach Kyoto. Dort wurden hunderttausend davon zu einem Siegesdenkmal aufgeschichtet. Das ‚Ohrengrab’ sollte sich in kommenden Jahrhunderten japanischer Geschichte in anderer Form noch oft wiederholen.“
(Conrad Anders: Korea. München: Prestel-Verlag, 1988. ISBN 3-7913-0894-7)

Im Ohrenhügel in Higashiyama-ku (東山区), einen Stadtbezirk von Kyōto (京都), werden Zehntausende von Nasen (nicht Ohren) als Kriegstrophäen aufbewahrt. Der Hügel entstand 1597 – 1598 als der Reichseiniger Toyotomi Hideyoshi (豊臣秀吉) Korea angriff. Bei der Invasion wurden zum leichteren Transport von den 3.726 gesammelten Köpfen die Nasen abgeschnitten und in Salz konserviert zum Hauptquartier gesandt, wo sie gezählt wurden. Die Anzahl der gesammelten Nasen galt als Gradmesser für den Erfolg der jeweiligen Einheit. Die gesammelten Nasen wurden vergraben und darüber ein Hügel angelegt, der ursprünglich Nasenhügel (鼻塚, Hanazuka) hieß.

 

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