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07. Dezember 2012

Nara-Zeit

奈良時代 Nara-jidai (Nara + Epoche)
710 - 784

 
Die Nara-Zeit oder China, China über alles

„Zu Beginn der Nara-Zeit (710-793) erhielt das Reich zum erstenmal eine feste Hauptstadt. Bis dahin war bei jedem Kaiserwechsel - es gab keine feste Erbfolge - die Residenz des Monarchen verlegt worden. Die 43. Kaiserin Genmyo wählte Nara als festen Standort.
 
In den folgenden Jahrzehnten erlebte Japan eine Blüte der Bau- und Dichtkunst. Die Oberschicht zeigte leidenschaftliches Interesse an chinesischer Kultur und holte viele koreanische Meister ins Land, die ihr Wissen um chinesische Keramik- und Seidenherstellung sowie Bronzegießerei weitergaben.
 
Nara wurde zum Kulturzentrum und zum Mittelpunkt des Buddhismus. Die Klöster sammelten große Schätze an Gemälden und Statuen. Unter dem kunstliebenden Kaiser Shomu begannen Baumeister mit der Anlage großer Tempel, darunter dem Todai-ji, der in der heute noch größten Holzhalle der Welt die Bronzefigur des Großen Buddha barg. Der 16 Meter hohe Daibutsu wurde 749 vollendet.
 
Die Macht des buddhistischen Klerus nahm in einem für die kaiserliche Familie bedenklichen Maß zu. Immer häufiger mischten sich die Mönche in politische Angelegenheiten ein. Um 759 schlich sich der Mönch Dokyo ins Vertrauen der Kaiserin Koken und versuchte, die Macht an sich zu reißen. Er wurde verbannt. Kaiser Kammu zog nach Nagaoka, einen Ort zwischen Kyoto und Osaka, um der politischen Bedrohung durch die Buddhisten zu entkommen.“
(Barbara Lange: Japan)

Wegen der vom Shintōismus geprägten Vorstellung, dass ein Ort durch den Tod verunreinigt ist, war es im alten Japan üblich, die Hauptstadt nach dem Tode eines Tennō (天皇) zu verlegen. Die Bürokratisierung der Regierung führte 710 zur Errichtung der ständigen Hauptstadt Heijō-kyō (平城京, heute Nara). Diese Hauptstadt war das erste städtische Zentrum Japans. Die Hauptstadt war nach dem Vorbild der chinesischen Hauptstadt Cháng'ān (長安) angelegt.

nara-changan nara-hijokyo
長安
Cháng'ān
平城京
Heijō-kyō
Die Hauptstadt war nach dem Vorbild von Cháng'ān (heute Xi'an) angelegt worden, der Hauptstadt der chinesischen Tang-Dynastie(618–907).
Nara war von 710 bis 784 unter dem Namen Heijō-kyō die Hauptstadt Japans. Aus dieser Zeit stammen die meisten der großen Tempelanlagen.

 

Das Man’yōshū (万葉集, Sammlung der zehntausend Blätter) war die erste große japanische Gedichtzusammenstellung.  Es handelt sich um eine Sammlung von mehr als 4.500 Gedichten und wurde um 759 zusammengestellt. Das Man’yōshū ist in einer Man’yōgana (万葉仮名) genannten Silbenform geschrieben, in welcher chinesische Schriftzeichen nur zur Darstellung der Aussprache dienen.

 

nara-koken nara-dokyo
孝謙
道鏡
Kōken Dōkyō
Kaiserin Kōken brachte viele buddhistische Priester an den Hof und dankte 758 ab. Es folgte ein Machtkampf zwischen der abgedankten Kaiserin, die einen buddhistischen Glaubensheiler namens Dōkyō zum Liebhaber genommen hatte. Sie ließ Ihren Sohn absetzen und bestieg als Kaiserin Shotoku erneut den Thron.
Die Kaiserin ordnete den Druck von 1 Million Gebetstalismanen an (百万塔陀羅尼, hyakumantō darani), von denen viele Exemplare, in kleine Tonpagoden gesteckt, erhalten blieben. Ein Projekt, das Unmengen an Geld verschlang. Diese kleinen Schriftrollen von 770 zählen zu den am frühesten gedruckten Werken in der Welt.
Ihr Versuch Dōkyō zum (Mit-)Kaiser zu machen  schockten die Gesellschaft und führten zum Ausschluss von Frauen auf das Thronerbe.
Der an Zauberkräften interessierte Kaiserhof bestellte Dōkyō an den Hof. Er erhielt eine Anstellung als „Heilungs-Meister“ (看病禅師, kambyō zenji) und riet, nur Buddhisten als Minister einzusetzen.
761 erkrankte Kaiserin Kōken schwer, und soll von Dōkyō geheilt worden sein.
Dōkyōs Aufstieg fand 766 seinen Höhepunkt, als er zum Hō-ō (法王; „Dharma-König/-Meister“) ernannt wurde. In dieser Stellung vergab er Regierungsposten an Verwandte und veranlasste hohe Ausgaben für Bau und Reparatur von Tempeln.
769 verkündeten Dōkyō und Shōtoku ein Orakel hätte prophezeit, das Land würde Frieden genießen, wenn Dōkyō Tennō werden würde. Doch Shōtoku starb und Dōkyō wurde verbannt.

 

 

Epochen der japanischen Geschichte
Jomon 縄文 (- 300 v. u. Z)  - Yayoi 弥生 (- 250 v. u. Z) - Kofun (– 538) 古墳 – Asuka 飛鳥 (- 710) - Nara 奈良(- 794) - Heian 平安 (- 1185) - Kamakura 鎌倉 (- 1333) - Muromachi 室町 (-1573) - Azuchi-Momoyama 安土桃山 (1603) - Edo 江戸 (1868)
Meiji 明治 (- 1912) – Taisho 大正 (- 1926) – Showa 昭和 (1989) – Heisei 平成

 

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