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02. Oktober 2013

Möllendorff (Paul von Möllendorff)

穆麟德 Mù Líndé (Familienname: Mù = feierlich + lín = weibliches Einhorn + dé = Tugend, Deutschland)
목인덕, 穆麟德 Mok Indok (Familienname: Mok)
파울 폰 묄렌도르프 Paul pon Moellendoreupeu
1847 - 1901

Möllendorff in koreanischer Amtstracht
(Foto: Wikimedia)


„Der erste Deutsche hatte überhaupt erst im frühen 19. Jahrhundert das damals ängstlich von der Welt isolierte Land [Einsiedlerkönigreich Korea] betreten. Eine ungewöhnliche Rolle spielte dann Paul Georg von Möllendorff (1847–1901), ein Jurist und Sinologe in chinesischen Diensten. Von Peking wurde er – durchaus eigennützig – als Berater an den koreanischen Hof entsandt, wo er bis zum stellvertretenden Außenminister aufstieg. Ein Deutscher, der sich gern als Koreaner gab. Sein Habit mitsamt der Kopfbedeckung wies ihn als hohen königlichen Beamten aus.“
(Badische Zeitung: Von Lettern und Tigern)

Die Japaner gewannen als Wiedergutmachung für eine Meuterei das Recht zur Stationierung einer japanischen Wachkompanie in Korea, aber Chinas Einfluss als traditionelle Schutzmacht blieb dominant. So wurden auch Sonderberater aus China nach Korea berufen, darunter 1882 Paul Georg von Möllendorff.

Möllendorff studierte Rechtswissenschaften, Orientalistik und Philologie und beendete sein Studium ohne Abschluss zugunsten einer Anstellung beim Seezolldienst in Shanghai. Dann trat er in den konsularischen Dienst als Dolmetscher ein. 1882 wurde er von dem damals bedeutendsten Staatsmann Chinas, dem Großkanzler Lǐ Hóngzhāng (李鴻章), mit dem Aufbau der Diplomatie und Zollverwaltung mit Korea betraut. Möllendorff war empfohlen worden, um den japanischen Einfluss zu beschneiden und wurde zu einem wichtigen Gegenspieler der Japaner.

König Gojong
(Bild: Wikimedia)

Möllendorff, war der erste westliche Ausländer, der den koreanischen König Gojong (高宗, 고종) begegnete und zu dessen Vize-Außenminister wurde. Möllendorff – der erste westliche Ausländer, den der koreanische König Gojong kennenlernte – hatte vorher intensiv Koreanisch studiert und konnte sich dem König auf Koreanisch vorstellen. Er gewann schnell das Vertrauen des Königs und wurde von nicht wenigen als eigentlicher Herrscher von Korea (Bismarck von Korea) bezeichnet. Er baute eine Zollverwaltung auf und war für Korea an den Verhandlungen über Handelsverträge beteiligt.

1885 wurde Möllendorff jedoch auf Druck der Großmächte Japan, China, Großbritannien und USA seiner Ämter enthoben - er hatte eigenmächtig Verhandlungen mit Russland geführt, um Korea vom chinesischen Einfluss zu lösen. Bei seiner Abfahrt weinten Tausende Menschen und begleiteten ihn zum Hafen.

Von Möllendorff sehnte sich Zeit seines Lebens nach einer Position in Korea zurück, aber alle Pläne zerschlugen sich. So musste er sich damit begnügen, wieder in die chinesische Zollverwaltung zurückzukehren. In China war er als Mù Líndé (穆麟德) bekannt. Die Fremdenverfolgungen des Boxeraufstands von 1900 gingen dank Möllendorffs mäßigendem Einfluss an Níngbō (寧波) ohne Blutvergießen vorüber. Seine deutsche Frau war wegen der Schulausbildung der drei Töchter nach Deutschland umgezogen. Er selbst wollte 1901 einen Urlaub in Deutschland antreten, starb aber kurz vor der geplanten Abreise unter ungeklärten Umständen.

„Erstaunlicherweise kennt man Möllendorff in Deutschland kaum, während sein Name in Korea in allen Schulbüchern erscheint und zahlreiche Dissertationen und andere Forschungsarbeiten über sein Wirken vorliegen. Er ist einer der bekanntesten Ausländer in Korea."
Lee Eun-Jeung: Paul Georg von Möllendorff. Ein deutscher Reformer in Korea

Möllendorff lernte er sehr schnell und gründlich Chinesisch und legte die vorgesehene Sprachprüfung vorzeitig ab. Die Zolltätigkeit befriedigte ihn aber nicht. Er verließ 1874 den chinesischen Dienst und trat als Dolmetscher in den deutschen konsularischen Dienst über

 

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