• Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
    Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
  • Schwerpunkt Korea
    Schwerpunkt Korea
  • Schwerpunkt China
    Schwerpunkt China
  • Schwerpunkt Japan
    Schwerpunkt Japan

Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

Bibliothek

_______________________

» Qualitätssicherung in Deutschland
   und China

» Information in English (pdf)
» Partner Universities (pdf)

09. September 2013

Mongolen

Монгол Mongol

 

Монголчууд
ᠮᠣᠩᠭ᠋ᠣᠯᠴᠤᠳ
Mongole in traditoneller und moderner mongolischer Schrift

„Im Mittelalter tauchten die Mongolen plötzlich in der Weltgeschichte auf, versetzten ein Jahrhundert lang die Völker zwischen Pazifik und Ostsee in Angst und Schrecken und verschwanden wieder im Nichts. Danach wurde es vergleichsweise still um das Volk, dessen Geschichte zwei Supermächte an den Grenzen und die Bindung an den tibetischen Buddhismus prägen. …

Historiker liefern sich bis heute Dispute zur Frage, wie es einem ausgestoßenen Kleinadligen gelingen konnte, in nur einer Generation ein Weltreich zu schaffen, das von Peking bis Tiflis reichte. Und warum hinterließen die Mongolen keine dauerhaften Spuren in der Weltgeschichte wie Ägypter, Perser, Griechen und Römer? …

Was veranlasste Dschingis Khan, verschiedene Stämme unter dem Kunstbegriff ‚Mongolen‘ zu vereinen und mit ihnen Osten und Westen zu erobern? War es die Reaktion auf eine Klimakatastrophe? Wohl kaum, denn ein geschwächtes Volk wäre zu solchen Eroberungszügen kaum fähig gewesen. ... Die Antwort könnte stattdessen im Persönlichen zu finden sein. …

ᠴᠢᠩᠭᠢᠰ ᠬᠠᠭᠠᠨ
Чингис хаан
Dschingis Khan in traditoneller und moderner mongolischer Schrift


Wir stehen vor einem genialen Militärführer, der, weil er außerhalb der eigenen Gesellschaftsstrukturen aufwachsen musste, quer zu denken und die alte Ordnung über Bord zu werfen vermochte. Als Mann des mittleren Adels war er gleichwohl für den einfachen Adel und dessen Gefolgschaft ein akzeptabler Anführer.  …

Der Großkhan trat die Herrschaft zunächst nicht mit einem Welteroberungskonzept an. Seine Motivation war oft sehr persönlich: Zufälle, Gelegenheiten und Rachefeldzüge ergänzten sich und ermöglichten einem außergewöhnlichen Herrscher und vorzüglichen Feldherrn Eroberungen, die in seinen kühnsten Plänen nicht angedacht waren. ...

Die mongolischen Feldzüge blieben Raubzüge und auch wenn die mittelalterliche Welt nicht unbedingt zimperlich in der Wahl der Mittel war, so erreichte die Brutalität durch die planmäßige Auslöschung ganzer Völker doch eine neue Stufe. Viele Kulturen, die im Wege standen, wurden vernichtet oder um Jahrhunderte in ihrer Entwicklung zurückgeworfen. ...

Ohne eigenes Verwaltungssystem und mit nur kleinen mongolischen Bevölkerung konnten die Eroberer die gewonnenen Gebiete nie sichern, mussten sie die Besiegten wieder in der Verwaltung einsetzen, das Reich hörte auf ‚spezifisch mongolisch' zu sein. …

Warum war der Einfluss des mongolischen Weltreichs, das zeitweise etwa 100 Mio. Menschen umfasste und sich über China, Korea, Afghanistan und Iran, Georgien, Armenien, Russland, Ungarn, Persien und die dazwischen liegenden Länder erstreckte, nicht von historischer Dauer?

Es ist nicht so sehr die Kürze der Periode, in der die Mongolen die Weltgeschichte beeinflussten. Immerhin bestand ihr Reich bzw. ihre Teilreiche von beachtlicher Größe über 270 Jahre - länger als heute seit der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vergangen ist. Doch sie hinterließen keine Nachfolgereiche, die auf der früheren Weltmacht beruhten. Vielmehr befreiten sich die unterworfenen Nationen im Laufe der Zeit, ohne dass ein kulturelles Erbe der ehemaligen Eroberer übernommen und bewahrt wurde. Die alten Grenzen entstanden erneut.“
(Michael Walther, Peter Woeste: DuMont Reise-Handbuch Mongolei. Köln: Dumont, 2013. ISBN: 978-3-7701-7676-2)

Der Name „Mongol“ wurde zunächst auf einen von mehreren kleineren Volkstämmen auf dem Gebiet der heutigen Mongolei angewandt. Unter Dschingis Khan im 13. Jahrhundert wurde der Name dann zur übergreifenden Volksbezeichnung.

Die größte Zahl an Menschen mongolischer Abstammung lebt heute in der Volksrepublik China, wo sie aber selbst in der Autonomen Region Innere Mongolei (内蒙古 Nèi Měnggǔ) in der Minderheit sind.

 

Völker und Nationen
Ainu アイヌ - Hakka 客家人 - Han-Volk 汉族 - Hui 回 - Japaner 日本人 - Koreaner 조선인, 한국인 - Mandschu 滿洲  - Mongolen ᠮᠣᠩᠭ᠋ᠣᠯᠴᠤᠳ - Uiguren - Zhuang 壯族
Autonome Regionen 自治区 - Nationale Minderheiten 少数民族

Mongolisches
Aimag Аймаг - Deel дээл - Dschingis Khan 成吉思汗 - Galsan Tschinag Чинагийн Галсан - Geheime Geschichte der Mongolen 蒙古秘史 - Genden Пэлжидийн Гэндэн - Gobi Говь - Innere Mongolei 内蒙古 - Kublai Khan 忽必烈 - Lama  Лам - Mongolei Монгол Улс - Mongolen Монгол - Mongolisch Монгол хэл - Mongolisches Pferd Морь - Mongolisches Ringen Бөх - Mongolisches Schach шатар - Mongolische Schrift Монгол бичиг - Mongolismus Дауны синдром - Naadam Наадам - Przewalski-Pferd Тахь - Saxaul саксаул - Schagai шагай - Ulan Bator Улаанбаатар - Ungern-Sternberg Унгерн фон Штернберг - Yuan-Dynastie  元代

 

logo

Ostasienlexikon
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N
- O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

 

Über uns

Den Kern des Instituts bilden 15 ständige Mitarbeiter. weiterlesen ...

Studium

Das Studium schließt nach acht Semestern mit dem Bachelor of Science ab. weiterlesen ...

Publikationen

Veröffentlichungen und Forschungsbeiträge aus dem Institut  weiterlesen ...

Wort des Tages

Aktuelle chinesische oder japanische Begriffe weiterlesen...

Ostasienlexikon

Schlüsselwörter aus China, Japan, Korea, Mongolei, Hongkong, Macau und Taiwan weiterlesen...

Sprichwörter

„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort …“ – Wer kennt sie nicht, diese Einleitung? weiterlesen...