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05. März 2013

Maoismus

毛主义 Máozhǔyì (Mao + -ismus)
毛泽东思想 Máo Zédōng Sīxiǎng (Mao Tse-tung + Gedanken)

 伟大的毛泽东思想万岁

„‚Zaofan youli‘ — Rebellion ist vernünftig!

‚Ich hatte eine kurze Mao-Phase‘, sagt Katharina Rutschky, geb. 1941. ‚Wir waren doch alle Maoisten‘, sagt Götz Aly, geb. 1947. Warum ausgerechnet Maoisten?

Faszination meint mehr als Begeisterung. Sie ist wie Liebe auf den ersten Blick. Sie bezaubert, fesselt, „beschreit"; man hört ein Zitat und erschauert. Die Faszination ergreift stets die Person als Ganzes; heilsam bindet sie Fragmentierungen zusammen.

Die Kulturrevolution war die erste Medienrevolution der Geschichte. Ihre globale Faszinationskraft lief über die Brücke wandelbarer Images, das sind ‚kollektive Projektionen, die sich Menschen vor allem für Objekte erzeugen, bezüglich derer sie über kein direkt zugängliches Wissen oder keinen direkten Kontakt verfügen.‘“
(Wolfgang Ratzel: Über die Faszinationskraft des kulturrevolutionären Maoismus auf die 68er-Bewegung)

Die Ideen Maos waren Vorbild für große Teile der nach 1968 vor allem in Westeuropa aus der Studentenbewegung hervorgegangenen „Neuen Linken“ (Dogmatische Neue Linke). Prominente Ex-Maoisten sind die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der Fußballspieler Paul Breitner.

Neben den Roten Khmer in Kambodscha wurde eine am Maoismus angelehnte Spielart des Marxismus-Leninismus in Albanien zur Staatsdoktrin unter Enver Hoxha. Starke maoistische Parteien sind aktiv in Nepal. Dann gibt es noch den so genannten „Leuchtenden Pfad" (Sendero Luminoso), der in Peru zeitweise weite Teile des Landes kontrollierte.

Im Maoismus wurde nicht wie im Marxismus-Leninismus die städtische Arbeiterschaft, sondern die unterdrückte Landbevölkerung zum Träger der Revolution erhoben. Mao sprach von der „Strategie der Umzingelung der Städte durch das Land“. Seiner Auffassung nach war die Revolution in einem Land der Dritten Welt durch einen Guerillakrieg bäuerlicher Partisanen auszulösen.

In einer langen Serie politischer Kampagnen mobilisierte Mao das Volk immer wieder zur Durchsetzung der revolutionären Ziele und zur „Säuberung“ der Gesellschaft von „Klassenfeinden“.

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