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07. Januar 2013

Menschenhandel

人贩子 rénfànzǐ (Menschen + handeln)
人口贩卖 rén​kǒu fàn​mài (Bevölkerung + handeln + verkaufen)

menschenhandel-hand
15岁少女人贩子手中机智脱险手掌写“帮我报警
15suì shàonǚ rénfànzǐ shǒuzhōng jīzhì tuōxiǎn shǒuzhǎng xiě "bāng wǒ bàojǐng".
Ein 15-jähriges Mädchen, in der Hand von Menschenhändlern, hat sich, um zu entkommen, listig in die Handfläche geschrieben:
Helft mir, die Polizei zu informieren".

(darunter: 110, die Nummer der Polizei)
(Polizeifoto, Quelle: QQ)
Kinderhandel in China: Polizei gibt gerettete Babys an Käufer zurück

Die Polizei in Liáochéng (聊城 ), in der ostchinesischen Provinz Shāndōng (山东), hat 29 Kinder, die bei einer Razzia gegen Kinderhandel gerettet worden waren, wieder an ihre „Kunden“ zurückgegeben, weil ihre leiblichen Eltern nicht gefunden werden konnten, was als Förderung von Kinderhandel kritisiert wird. In einem Fall wurde tatsächlich die Mutter eines Kindes gefunden, aber die Frau wollte das Kind nicht wieder aufnehmen, das sie ursprünglich verkaufte.

Menschenhändlern droht die Todesstrafe. Käufer, die Kinder nicht missbrauchen oder die Rettungsmaßnahmen nicht behindern, werden laut chinesischem Recht nicht zwangsläufig angeklagt.

Die Adoptionsregeln für kinderlose Paare sind in der Volksrepublik China sehr weit gefasst, deshalb haben Kinderhändler ein leichtes Spiel. Experten machen aber auch die strikte Ein-Kind-Politik Pekings für das Problem verantwortlich: Da viele Familien unbedingt einen männlichen Erben wollten, kauften sie sich einfach einen oder seien umgekehrt schnell bereit, Töchter wegzugeben.

Die Kinderhändler kaufen entführte Kinder aus südwestchinesischen Provinzen wie Yúnnán (云南) und Sìchuān (四川) und transportierten sie in andere Provinzen. Die Banden haben oft eine klare Arbeitsteilung. Einige Banden sind für den Kauf und die Entführung zuständig, einige für die Suche nach Käufern und andere für den Transport. Ein Kind, dass in Yúnnán für 30.000 Yuan (3.630 Euro) gekauft wurde, konnte für 70.000 bis 90.000 Yuan (8.480 bis 10.900 Euro) an den Endkunden verkauft werden. Es geht also um niedrige Kosten und hohen Gewinn.

Seit Beginn der Sonderkampagne gegen Kinderhandel im Jahr 2009 hat die chinesische Polizei rund 11.000 Banden gesprengt und mehr als 54.000 Kinder befreit. Menschenhändler sind Frauen mittleren Alters in ländlichen Gebieten. Sie wickeln die Kinder in dicke Decken. Viele der entführten Kinder sind Neugeborene. Sie halten die Reise oft nicht durch, sterben oft an Krankheiten oder ersticken.
 
kinderhandel
Im Juni 2011 wurde eine DNA-Datenbank für entführte Personen eingerichtet. Sie sammelt DNA-Proben von Eltern, die ihre Kinder als vermisst gemeldet haben und von Kindern, die vermutlich entführt worden sind.
 
Den krassesten Fall von Kinderhandel deckte das Magazin Cǎixìn (彩信) auf. Die Zeitschrift beschrieb, wie die Behörden in einer ländlichen Berggegend der zentralchinesischen Provinz Húnán (湖南) mehrfach Eltern, die angeblich gegen die Regeln der Ein-Kind-Politik verstoßen hatten, ihre Kinder wegnahmen. In einem Ort sollen von 2000 bis 2005 mindestens 16 Kinder auf diese Weise „konfisziert“ worden sein. Sie wurden dann von ausländischen Familien, vor allem aus den USA und den Niederlanden, adoptiert.
 
Für ein zusätzliches Kind mussten vor zehn Jahren noch 3.000 Yuan (etwa 320 Euro) gezahlt werden, später mehr als 10 000 Yuan (etwa 1.070 Euro). Wer nicht zahlen konnte, wurde mit dem Abriss seines Hauses bestraft. Einer der Betroffenen sagt: „Seit dem Jahr 2000 zerstören sie keine Häuser mehr. Sie entführen Kinder.“
 
Für jedes Kind zahlte das Waisenhaus 1.000 Yuan (etwa 107 Euro). Für das Waisenhaus dürfte sich der Deal gelohnt haben. Paare aus dem Ausland bezahlen für eine Adoption etwa 3.000 Dollar an „Spenden“ an das Waisenhaus. Die ausländischen Adoptiveltern hatten aber keine Ahnung vom Schicksal der Kinder.
 
 Menschenhandel 人贩子 - Menschenrechte 人权 - Nagelhaus 钉子户 - Umerziehung durch Arbeit 劳动教养 - Wanderarbeiter 外来工
 
 

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