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07. Dezember 2012

Mongolisches Schach

шатар shatar (Schach)
 
„Überall, von der Hauptstadt Ulan-Bator bis zum kleinsten Dorf, sehen Sie an der Straße offene Pavillons, wo die Fans die Figuren schieben. Das ist derart weit verbreitet, dass wir sogar eine Scherzfrage haben: „Zwei Menschen sitzen an einem Tisch, 20 stehen daneben und gucken zu, was ist das?“ Antwort: ‚Schach‘.“
(Battumur Yondon, Kulturattaché der Botschaft der Mongolei in Berlin, im Interview mit Art Kohr im Neuen Deutschland 17. 09. 2008)
 
 
Die Mongolen glauben, dass leidenschaftliche Schachspieler lange leben. Der Legende nach sollte ein Herrscher einst ausgerechnet in dem Augenblick sterben, als er Shatar spielte. Der Gott des Todes, schickte seinen Todesengel, aber als der die spannende Partie sah, vergass er seinen Auftrag. So verpasste er den Zeitpunkt, an dem der Khan eigentlich die Welt verlassen sollte.

Shatar unterscheidet beim Schachgebot nach der jeweiligen Einheit, die den König bedroht:

„Schicke ich Pferd, Wagen oder Löwe nach vorne, sage ich ‚shag‘. Will das Kamel den Prinzen treffen, lautet die Parole ‚dug‘. Nimmt ein ‚huu‘, der Fußsoldat, den feindlichen Kommandanten auf's Korn, ist das ein ‚tsod’. Ist derjenige, der mit dem Bauern den gegnerischen Anführer attackiert, davon überzeugt, dass er der Stärkere von beiden ist und dass er seinen Kontrahenten in wenigen Zügen matt setzen wird – ‚schachmatt‘ heißt auf Mongolisch ‚shag mad’ - , dann knallt er den ‚huu’ auf das Brett und verkündet: ‚Das Waisenkind gibt dir einen Fußtritt und sagt ‚tsod!' …

Reiten ist die Stärke der Mongolen. Zwingen Sie den anderen mit dem Pferd zur Kapitulation, unterstellen Sie ihm auf der metaphorischen Ebene, dass er das nicht beherrscht, was zu den Grundfertigkeiten eines echten Mongolen gehört. Sind Sie zu Gast in einer Jurte und werden Sie dort ans Schachbrett gebeten, so müssen Sie unbedingt vermeiden, das Familienoberhaupt per ‚shag’-Überfall der Kavallerie in die Knie zu zwingen. Das wäre eine schwere Beleidigung.“

(Battumur Yondon, Kulturattaché der mongolischen Botschaft in Berlin, im Interview mit Art Kohr im Neuen Deutschland 17. 9. 2008)
 

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