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07. Dezember 2012

Mo Ti

墨子 Mòzǐ (Familienname Mo + Meister)
墨翟 Mò Dí (Familienname Mo + Fasan)
5. Jahrhundert v. u. Z.

mo-ti

 „Jesus Christus wurde in der Zeit des Kaisers Ai (6 v. Chr. – 1 [漢哀帝 Hàn Āidì]) in der Han-Dynastie [漢朝 Hàncháo, 206 v. u. Z. bis 220] geboren. Ein Doktor, der aus dem Osten kam, sah über Betlehem einen Stern vom Himmel fallen. Da wußte er, daß ein großer Mensch geboren wurde... Der König von Jerusalem erfuhr davon und wollte Jesus umbringen. Auf Befehl Gottes flüchtete er nach Ägypten. Als er erwachsen war, kehrte er in die Heimat zurück... Jesus ist klug von Natur aus. Als er zwölf Jahre alt war, konnte er mit anderen im Tempel diskutieren. Er ist in Ägypten herangewachsen, und deshalb hat er bestimmt die klassischen Schriften Chinas, die zu jener Zeit in Ägypten verbreitet waren, gelesen. Daher sind die Lehren und Sprüche anders als die von Moses, aber ähnlich wie die Mo Dis... Was Lukas hier sagt, stimmt nicht. Wenn man bedenkt, daß Jesus sich selbst beherrscht und die anderen belehrt und daß er getrennt von seinen Eltern lebte, so wird man einräumen müssen, daß das typisch ist für die Anhänger Mo Dis. Es ist, als ob Jesus aus China stamme und Mo Dis Lehre weiter verbreitet habe...“

(Kuo Heng-yü: China und die Barbaren. Eine geistesgeschichtliche Standortbestimmung. 1967)
Der Philosoph Mo Di lebte im späten 5. Jahrhundert v. Chr. und propagierte ein einfaches Leben ohne Luxus und auch ohne Kunst. Höhnisch weist er darauf hin, dass für gewöhnliche Berufe strenge Qualifikationsnormen angewandt würden, während die höchsten Staatsämter ohne jede besondere Ausbildung oder Fähigkeit erlangt werden könnten:

„Wenn man heutzutage einen Edlen als Schweineschlächter einsetzen will, ohne daß er diese Tätigkeit beherrscht, so lehnt er sie ab. Bietet man ihm aber einen Ministerposten an, so nimmt er ihn an, auch wenn er ihm nicht gewachsen ist. Ist das nicht absurd?“
 
Mo Di lehnte Kriege strikt ab, nur Verteidigungskriege billigte er. Er ging von dem Grundsatz aus, Unrecht werde nicht dadurch zu Recht, daß es in großem Maßstab begangen werde:

„Angenommen, es geht heutzutage jemand in einen fremden Obstgarten und stiehlt dort Pfirsiche und Pflaumen; jeder, der davon erfährt, wird es verurteilen, und faßt die Obrigkeit diesen Menschen, so wird er bestraft. Warum wohl? - Weil er andere schädigt, um selbst zu profitieren! Hunde, Schweine, Hühner oder Ferkel stehlen ist noch viel schlimmer, als Obst aus fremden Gärten zu holen. Warum? Weil damit anderen noch größerer Schaden zugefügt wird. Ein solches Verhalten ist wirklich inhuman und verbrecherisch! ...

Wenn schließlich jemand einen unschuldigen Menschen tötet so ist das noch viel verwerflicher Warum? Weil er anderen Menschen noch weit mehr schadet. Darum sind seine Inhumanität und sein Verbrechen auch viel größer, und die Strafe wird entsprechend schwerer ausfallen. Alle Edlen auf Erden wissen das sehr wohl, verurteilen solche Taten und nennen sie ein unsittliches Verhalten. Erreicht dieses Vorgehen aber seinen Höhepunkt, indem ganze Staaten angegriffen werden, so finden sie daran nichts mehr zu verdammen. ... Wenn jemand ein geringes Unrecht als ein Unrecht erkennt, großes Unrecht aber, wie z.B. den Angriff auf ein Land nicht als Unrecht erkennt, sondern womöglich noch von Rechtschaffenheit redet -, kann man dann von ihm noch sagen, daß er den Unterschied zwischen Recht und Unrecht kenne?“
(Hubert Schleichert: Klassische Chinesische Philosophie. Eine Einführung. 1980. ISBN 3-465-02259-9)

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