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07. Dezember 2012

Meiji

明治 Meiji (erleuchtet + Regierung)
明治天皇 Meiji-tennō (Meiji-Kaiser;  1852 - 1912, regierte 1867 – 1912)
明治維新 Meiji ishin (Meiji-Restauration, 1868)
明治時代 Meiji jidai (Meiji-Zeit, 1868 – 1912)


Der Meiji-Kaiser und seine Frau
(russische Karikatur)

„Zwei historische Begebenheiten formten Japan, wie wir es heute kennen: Die 250 Jahre dauernde Isolation vom Rest der Welt, in der die japanische Kultur ungestört wachsen konnte, und die Meiji-Restauration, die zwischen 1868 und 1871 das Ende der Abschottung und eine neue Epoche einleitete.

Sie ist das einschneidende Ereignis in der japanischen Geschichte, nach dem nichts mehr so war, wie vorher. Sie bedeutete das Ende der Samurai
[侍] und den Beginn einer modernen Nation.

Es gab viele Gründe für den Wandel. Erst 15 Jahre zuvor war das erste amerikanische Militärschiff vor der Küste Japans gelandet. Der Einlass wurde ihm zwar verwehrt, doch das Kriegsschiff war allem überlegen, was das japanische Militär damals kannte. Der amerikanische Kapitän Perry drängte auf eine Öffnung Japans und einen Handelsvertrag mit den USA. Shogun Tokugawa
[徳川] erkannte die Übermacht seiner Waffen und beugte sich dem Druck von außen. Er konnte auch die Konflikte innerhalb des Landes nicht mehr lösen. Das Land drohte im Bürgerkrieg zu versinken. Seine Zeit war vorbei, eine neue brach heran. Tokugawas Hoffnung lag auf dem Kaiser, der Japan als absolutistischer Monarch durch die Krise führen sollte. Der Tokugawa-Clan, der das Land seit Jahrhunderten regierte, gab die Herrschaft an den Kaiser zurück, der bis dahin nur eine zeremonielle Funktion innehatte. …

Anschließend begann eine Modernisierung im Rekordtempo. Die Industrialisierung, die in Europa 200 Jahre brauchte, wurde in Japan in nur 40 Jahren umgesetzt."
(Fritz Schumann: Japan 151. Conbook, 2013. ISBN: 978-3-943176-27-8)
„Endlich, 1868, mit den Meiji-Reformen [明治維新 Meiji ishin], öffnete sich Japan der Welt. Doch ist dieser Vorgang bis heute oft mißverstanden worden als radikaler Bruch mit der Vergangenheit, während es sich in Wahrheit um die Fortsetzung der alten Politik mit neuen Mitteln handelte. Denn in der Mitte des vorigen Jahrhunderts war nicht länger zu übersehen, daß die imperalistische Gier der europäischen Kolonialmächte an den Grenzen Ostasiens nicht haltmachen würde. Für Japan und China stellte sich damit die Frage, wie auf diese Herausforderung reagiert werden müsse.

China, hochmütig überzeugt von seiner Rolle als Zentrum der Welt und als Schöpfer der einzigen bedeutenden Kultur, unterschätzte die Aggressivität und waffentechnische Überlegenheit der Barbaren – und bezahlte diese Leichtfertigkeit mit dem Untergang des Kaiserhauses und mit einem Jahrhundert kolonialer Demütigungen.

Die klügeren Japaner dagegen erkannten, daß man dem Westen nur flexibel widerstehen könne, daß man ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen müsse. Also rief die Regierung das Volk auf, Japan in einer beispiellosen Kraftanstrengung in einen modernen Industriestaat zu verwandeln, den westlichen Kolonialmächten ebenbürtig und damit in der Lage, sich ihrem Drängen zu widersetzen. Ziel der Meiji-Reformen war es also nicht, Japan in die moderne westliche Staatenwelt zu integrieren, sondern, im Gegenteil, Japans separate Existenz zu garantieren.“

(Gerhard Dambmann: 25mal Japan. Weltmacht als Einzelgänger. 1989. ISBN: 3-492-15104-3)

 
Der als Reformer in die Geschichte eingegangene Meiji-Kaiser (明治天皇 Meiji-tennō) war, als die Grundlagen geschaffen wurden, ein unerfahrener, junger Mann. In Wahrheit wurden die Reformen von Männern seiner Umgebung gemacht. Seine Größe lag darin, dass er sie gewähren ließ.  Mutsuhito (睦仁, der Meiji-Kaiser) war der 122. Tennō und wählte als Regierungsdevise Meiji.
 
Ein Jahr nach seinem Herrschaftsantritt verlor der letzte Shōgun (将軍) seine Macht und im Namen Mutsuhitos leitete eine mehr westlich orientierte Oberklasse die Ablösung der Samurai (侍) und die Modernisierung Japans ein. Die Beamten schafften das Feudalsystem ab und führten öffentliche Schulen und den gregorianischen Kalender ein.
 
Mutsuhito verließ die Hauptstadt Kyōto (京都) und zog nach Edo (江戸, später 東京 Tōkyō). Zwar hatte er nur wenig Macht, doch er war ein wichtiges Symbol der Einheit des Landes.
 

Epochen der japanischen Geschichte
Jomon 縄文 (- 300 v. u. Z)  - Yayoi 弥生 (- 250 v. u. Z) - Kofun (– 538) 古墳 – Asuka 飛鳥 (- 710) - Nara 奈良(- 794) - Heian 平安 (- 1185) - Kamakura 鎌倉 (- 1333) - Muromachi 室町 (-1573) - Azuchi-Momoyama 安土桃山 (1603) - Edo 江戸 (1868)
Meiji 明治 (- 1912) – Taisho 大正 (- 1926) – Showa 昭和 (1989) – Heisei 平成

 

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