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07. Dezember 2012

Masako

雅子 Masako
小和田雅子Owada Masako (Familienname Owada)
皇太子妃雅子 Kōtaishihi Masako (Prinzessin Masako)
* 1963

„Japans ‚erschöpfte‘ Kronprinzessin Masako wird am Montag 50 Jahre alt. In ihrer Heimat ist die Wut über ihre ‚Unfähigkeit als künftige Kaiserin‘ mittlerweile stärker als das Mitleid.“
(Kleine Zeitung vom 8. Dezember 2013: Im Schatten der Kaiserin)

Neujahrsbild 2011; rechts Masako und Naruhito
(Foto: Wikimedia)

„Der Leidensweg von Masako Owada begann an einem Freitag, 2624 Jahre vor ihrer Geburt, am 11. Februar des Jahres 660 vor Christus. An jenem Wintermorgen, so verzeichnen es die japanischen Annalen, schickte die Sonnengöttin Amaterasu [天照] ihren Sohn Jimmu [神武] auf die Erde, um dort das ‚Reich der aufgehenden Sonne’ [日本 Nippon] zu gründen.
 
Der Götterspross machte seine Sache offensichtlich gut, denn seine Nachfahren sind heute die älteste Herrscherdynastie der Welt. Und damit das so bleibt, soll Prinzessin Masako, 43, um Gottes Willen aufpassen, dass sie ihrem Schwiegervater Akihito [明仁], dem 124. Nachfolger des Sonnensohnes, nicht auf den Schatten tritt. Sie darf nicht einkaufen gehen oder sich ihr Lieblingsessen wünschen, denn über ihre Garderobe entscheiden Modeberater und ihre Diät wird von Ärzten und Köchen bis auf die letzte Kalorie geplant.
 
Wenn sie ihre Eltern besuchen will, braucht sie eine Sondererlaubnis. Sie bekommt eine Standpauke, wenn sie mit dem amerikanischen Präsidenten auf Englisch plaudert und mit dem russischen auf Russisch, denn das gehört sich ebenso wenig wie dass sie in der Öffentlichkeit mehr redet als ihr Mann Naruhito [徳仁]. Denn der trägt ebenfalls Amaterasus Erbgut und soll der nächste Kaiser von Japan werden, womöglich der letzte.“
(http://www.bernhardbartsch.de/archiv/der-letzte-kaiser/; Bernhard Bartsch: Gefangene mit blauem Blut)
 
Masako ist die Tochter eines Diplomaten und reiste mit ihren Eltern durch die Welt. Sie besuchte den Kindergarten in Moskau, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Harvard und absolvierte ein Nachdiplomstudium für Internationale Beziehungen an der Universität Oxford.

Während ihrer Arbeit im japanischen Außenministerium traf sie wichtige Leute der Weltpolitik und übersetzte auch in Verhandlungen zwischen Japan und den USA.
 

Flagge der Kronprinzessin Flagge des Kronprinzen

Als ihr Naruhito 1986 einen Heiratsantrag machte bekam er keine Genehmigung der Palastbehörden, denn Masakos Großvater war als Vorsitzender des Chemiekonzerns Chisso (日窒コンツェルン) in den 1960er Jahren in einen Chemie-Umweltskandal verwickelt, der die schmerzhafte Minamata-Krankheit (水俣病 Minamata-byō) auslöste.

Naruhito heirate Masako dann 1993, nachdem er zwei Mal vergeblich einen Heiratsantrag gemacht hatte. Da andere Versuche den Kronprinzen zu verheiraten gescheitert seien, bekam er schließlich die Heiratserlaubnis.
 
Nach acht Jahren Ehe und einer Fehlgeburt kam 2001 Prinzessin Aiko (愛子) zur Welt. Die Geburt löste eine Debatte über die Thronfolgeregelung aus, da in der kaiserlichen Familie seit 1965 keine Söhne mehr geboren worden waren.
 
„‚Ein Mädchen!’ Betretenes Schweigen macht sich breit, als am 1. Dezember 2001 die Geburt der Tochter des japanischen Kronprinzenpaars bekannt gegeben wird. Kein Junge also.
 
Dass es einfach sein würde als Frau des Kronprinzen Naruhito, hat Prinzessin Masako nie gedacht. Fünf Jahre lang hat sie sich mit der Entscheidung Zeit gelassen, bis sie ihm 1993 dann endlich das Ja-Wart gab. Klaglos absolvierte sie über 60 Unterrichtsstunden, um die perfekte Verbeugung und den korrekt ausgeführten Gang bei Hofe zu lernen, sie verzichtete auf eigenes Geld und ihre Karriere, aber jetzt das: Seit der Geburt von Töchterchen Aiko wartet das gesamte Land auf eine weitere Schwangerschaft. Bislang vergeblich.
 
Schon gibt es Diskussionen, eine Frau als Herrscherin auf dem Chrysanthemen-Thron zuzulassen. Doch noch ist in der Verfassung verankert, dass nur ein Mann die älteste, nie gebrochene Erbdynastie der Welt fortsetzen kann. Und die Konservativen bleiben hart - schließlich handelt es sich nicht einfach um einen Thronfolger, sondern um den direkten Nachkommen der Götter.
 
Knapp fünf Jahre später macht sich Erleichterung breit bei den japanischen Traditionalisten: Am 1. September 2006 bringt Prinzessin Kiko [紀子] einen Jungen [悠仁 Hisahito] zur Welt - ein männlicher Thronfolger, endlich.“
(Hans Sautter, Kerstin Fels und Andreas Fels: Japan. München: Bruckmann, 2007. ISBN: 978-3-76544471-5)
 
Angeblich soll Masako mit vielen Ambitionen zur Veränderung in die  Monarchie eingeheiratet haben. Aber das strenge Hofzeremoniell unterdrückte alle Initiativen. Jetzt hat Masako kein Wahlrecht, darf sich nicht zur Politik äußern und muss immer drei Schritte hinter ihrem Mann gehen.

Tenno 天皇
Akihito 明仁 - Banzai 万歳 - Hirohito 裕仁 - Kaiserpalast 皇居 - Kimi Ga Yo 君が代 - Masako 雅子 -- Naruhito 徳仁
Meiji 明治 (- 1912) – Taisho 大正 (- 1926) – Showa 昭和 (1989) – Heisei 平成

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