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19. Januar 2013

Lautsprecherwagen

街宣車 gaisensha (Straße + Propaganda + Fahrzeug)
宣伝カー sendenkā (Reklame, Propaganda + car)


Lautsprecherwagen der Kommunistischen Partei Japans
日本共産党
Nihon Kyōsantō
(Foto: Wikimedia)
 
„Von sieben Uhr morgens bis acht Uhr abends ziehen die Kandidaten an den Tagen vor dem Urnengang in offenen Autos und auf Lastwagen durch die Straßen und brüllen ihre Namen und den der Partei so laut heraus, daß Passanten eher einen Ohrenschaden bekommen als Fans bei einem Rockkonzert in der ersten Reihe. Und hören die Lautsprecher für einen Moment auf zu quäken, dröhnen Hupen und Hörner los. Kaum ist der Wagen einer Partei vorbei, kommt der Karren der nächsten um die Ecke.
 
So betäubend war das Getöse bei der letzten Kampagne 1983, daß sich in Yokohama eine Bürgerinitiative zusammenschloß und einen ‚Club der Lärm-Leidtragenden’ gründete. Der Verein forderte alle Wähler auf, keinen der Schreihälse ins Parlament zu wählen und erntete viel Sympathie unter Japans Bürgern. Das Problem war nur: Da sich von den Kommunisten bis zu den buddhistischen ‚Komeito’-Kandidaten jeder an dem Trommelfell-Anschlag beteiligt hatte, konnte man keine Partei durch Stimmentzug bestrafen — es sei denn alle...

Die Lautsprecher-Kampagnen entspringen dabei keineswegs einer Laune der Kandidaten, sie sind für die meisten die einzige Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Werbespots im Fernsehen sind sündhaft teuer, keine Rundfunkstation in Nippon käme auf die Idee, den Parteien Sendezeit zuzuschanzen wie das im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen geschieht.
 
Hausbesuche aber sind den Politikern während der Wahlperiode gesetzlich verboten. Da bleibt nicht viel anderes übrig als Handzettel zu verteilen und seinen Namen herauszuschreien.“
(Dieter Blum und Erich Follath: Nippon. Stuttgart: Fink, 1989. ISBN: 978-3-92382702-2)
Lautsprecherwagen japanischer Nationalisten
愛国団体 敬愛倭塾
Aikokudantai Keiai wajuku
(Foto: Wikimedia)
Der Wahlkampf in Japan ist bis ins Detail geregelt, von der Form des Parteischilds an der Tür bis zur Größe der Plakate. Wenn der Wahlkampf offiziell begonnen hat, dürfen die Kandidaten weder twittern noch bloggen oder ihre Internetseiten aktualisieren. Wichtigstes Werkzeug ist daher der Lautsprecherwagen, mit dem die Unterstützer der Kandidaten durch den Wahlbezirk fahren.

Fährt der Kandidat mit, hält der Wagen an wichtigen Plätzen, wo der Kandidat auf das Dach klettert und eine Rede hält. Auch gehen die Kandidaten geradezu aggressiv auf das Wahlvolk zu und schütteln heftig Hände, was sonst in Japan eher unüblich ist.


japanische Nachkriegspolitik
Amakudari 天下り - Artikel 9 第九条 - Einkommensverdopplungsplan 所得倍増計画 - Erbabgeordnete 世襲議員 - Friedensvertrag von San Francisco 日本国との平和条約  - Lautsprecherwagen 街宣車 - Liberaldemokratische Partei 自由民主党 - Lockheed-Skandal ロッキード事件 - Douglas MacArthur マッカーサー - MITI 通商産業省
 

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