• Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
    Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
  • Schwerpunkt Korea
    Schwerpunkt Korea
  • Schwerpunkt China
    Schwerpunkt China
  • Schwerpunkt Japan
    Schwerpunkt Japan

Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

_______________________

pdf» Information in English (pdf)
pdf» Partner Universities (pdf)

06. Dezember 2012

Lu Xun

鲁迅 Lǔ Xùn (Pseudonym)
周樹人 Zhōu Shùrén (Geburtsname)
1881 – 1936

„‚Daß ich wieder zu hoffen wagte, ließ mich plötzlich erschrecken. (…) War nicht, was ich jetzt Hoffnung nannte, ebenfalls ein Götzenbild, das ich selbst geschaffen hatte?‘

Mißtrauen gegenüber den eigenen Gefühlen, Skepsis in Bezug auf alle heilsversprechenden Ideen und völlige Ablehnung all dessen, was an Aberglaube, an ein Sich-Einrichten im Ungewissen erinnert, kennzeichnen das Werk des Schriftstellers Lǔ Xùn (sprich: Lu Chsün). …

Lǔ Xùn (1881 - 1936); geboren in einer verarmten Beamtenfamilie, studierte zunächst in Japan westliche Medizin. Doch das voyeuristische Verhalten einer Menschenmenge bei der Hinrichtung eines chinesischen Spions im Japanisch-Russischen Krieg läßt ihn zu der Überzeugung gelangen, daß die Entwicklung neuer Ideen wichtiger sei als die der Wissenschaft …

Die Erzählungen ‚Das Tagebuch eines Verrückten‘ [狂人日記 Kuángrén rìjì] und ‚Die wahre Geschichte des Herrn Jedermann‘ [阿Q正傳 Ah Q Zhengzhuan] begründen den Ruhm Lǔ Xùns als Schöpfer der modernen chinesischen Literatursprache. Bis zur Veröffentlichung des ‚Tagebuchs‘ 1918 unterschied sich die Schriftsprache in China stark von der gesprochenen. …

In seinen Geschichten wimmelt es von lächerlichen und tragischen Gestalten, Opfern von Aberglauben und konfuzianischen Verhaltensnormen, mangelnder Weitsicht und vergessenen Lektionen. In all diesen Personen aber, die er mit den Fehlern des für ihn typischen Chinesen ausstattet und scheitern läßt, spürt man das Ringen um etwas, das zwischen Hoffnung und Verzweiflung liegt. …

Die ausgewählten Essays zeigen Lǔ Xùn als erbitterten und doch humvorvollen Feind nie hinterfragter Verhaltensnormen, als Vorkämpfer für die Emanzipation der Frau, für eine Öffnung Chinas gegenüber bewährten westlichen Ideen und als jemanden, der schreibt, ohne sich Illusionen über sein Tun hinzugeben:
‚Die Freiheit läßt sich zwar nicht mit Geld erkaufen, wohl aber verkaufen. Der größte Fehler des Menschen ist sein unentwegter Hunger.‘ …


‚In der Tat konnte ich, obwohl fest vom Gegenteil überzeugt, nicht bestreiten, daß es Hoffnung gebe. Denn sie lag in der Zukunft.‘“
(Diana Zimmermann in der Berliner Zeitung vom 13. Februar 1995: Die Verzweiflung trügt wie die Hoffnung)
 
Lǔ Xùn gilt als Begründer der modernen chinesischen Literatur. Er zählt als Begründer der Báihuà-Literatur (白話), das heißt der Literatur in moderner Umgangssprache.
 
Als linksorientierter Literat spielte er nach seiner Rückkehr vom Medizinstudium in Japan als Lektor an der Peking-Universität (北京大学 Běijīng Dàxué) eine wichtige Rolle als Schriftsteller.
 
阿Q正傳
Ah Q Zhengzhuan
Die wahre Geschichte des Ah Q
狂人日記
Kuángrén rìjì
Tagebuch eines Verrückten
Mit dieser berühmten Novelle rechnet Lǔ Xùn mit der Mentalität seiner Landsleute ab. Die Geschichte zeichnet am Beispiel eines Underdogs ein Psychogramm der chinesischen Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert. In dieser Erzählung prangert Lǔ Xùn die chinesische Gesellschaft als „menschenfressende Gesellschaft“ an, in der eine Minderheit die Mehrheit unterdrückt und aussaugt.
孔乙己
Kǒng Yǐjǐ
祝福
Das Neujahrsopfer
Der Name „Kong Yiji“ klingt völlig unverständlich und ist gespickt mit bedeutungslosen klassischen grammatischen Partikeln. Porträt einer Verliererin, die schwere  Schicksalsschläge erleiden muss, letztlich aber nur an der Grausamkeit ihrer Umwelt zugrunde geht
 
Bekannte Zitate

「横眉冷对 千夫指, 俯首甘为孺子牛。」
Hèngméi lěngduì qiān fū zhǐ, fǔshǒu gānwéi rúzǐ niú.
Tausend Fingern trotzend, beuge ich mein Haupt freundlich zu den Kindern.

「革 命是要人生,不是要人死!。」
Gémíng shi yào rén shēng, bù shi yào rén sǐ!
Die Revolution will, dass die Menschen leben, sie will nicht, dass die Menschen sterben.
 
 
chinesische Schriftsteller
Ba Jin 巴金 - Cao Yu 曹禺 – Gao Xingjian 高行健 - Guo Moruo 郭沫若 - Lao She 老舍- Lin Yutang 林語堂- Liu Xiaobo 刘晓波 - Lu Xun 鲁迅 - Mao Dun 茅盾- Mo Yan 莫言

japanische Schriftsteller
Kawabata Yasunari 川端康成 - Mishima Yukio 三島由紀夫 - Mori Ogai 森鷗外 - Murakami Haruki 村上春樹 - Natsume Soseki 夏目漱石 - Oe Kenzaburo 大江健三郎 - Masaoka Shiki 正岡子規

sonstige Schriftsteller
Pearl S. Buck 賽珍珠 - Galsan Tschinag Чинагийн Галсан - Lafcadio Hearn 小泉八雲 - Li Mirok 이미륵

logo

Ostasienlexikon
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N
- O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

Über uns

Den Kern des Instituts bilden 15 ständige Mitarbeiter. weiterlesen ...

Studium

Das Studium schließt nach acht Semestern mit dem Bachelor of Science ab. weiterlesen ...

Publikationen

Veröffentlichungen und Forschungsbeiträge aus dem Institut  weiterlesen ...

Wort des Tages

Aktuelle chinesische oder japanische Begriffe weiterlesen...

Ostasienlexikon

Schlüsselwörter aus China, Japan, Korea, Mongolei, Hongkong, Macau und Taiwan weiterlesen...

Sprichwörter

„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort …“ – Wer kennt sie nicht, diese Einleitung? weiterlesen...