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06. Dezember 2012

Legalismus

法家 fǎjiā (Gesetz + Familie, Schule)
 

„In den feudalen Tagen Karls des Großen wetteiferten mehr als 8.000 Studenten der klassischen Werke Konfuzius' an der kaiserlichen Universität in der chinesischen Hauptstadt um die Qualifikation für einen Verwaltungsposten. Wie es schien, hatte der Konfuzianismus [儒教 Rújiào] einen klangvollen Sieg errungen. Leider liegt es in der Natur klangvoller Dinge, daß sie hohl sind.

Konfuzius [孔子 Kǒngzǐ] war für eine Regierung der Güte und das persönliche gute Vorbild des Herrschers eingetreten, Hán Fēi [韓非, 280 – 233] für einen Kodex strenger Gesetze. Die chinesischen Kaiser lernten nun bald, welche dieser Doktrinen sie in die Lage versetzte, sorgenfrei auf ihrem Thron zu sitzen und in einem riesigen Reich Ordnung zu halten.

Für den Möchtegerndespoten gab es nur einen Haken: den Konfuzianismus, der, gleich dem christlichen Glauben, geachtet und sehr verehrt wurde. Der Legalismus aber - wie der Faschismus - galt als unanständig.

Autoritäre Regierungssysteme im Westen allerdings hatten keine größeren Schwierigkeiten, das Kreuz an ihr Wappen zu heften und höchst ehrenwerte, christliche Motive für äußerst ruchlose Taten zu finden, und auch die chinesischen Kaiser verstanden es, bedenkenlos ‚Kohle und Eis’ zu mischen. Daher wurden die gelehrten Beamten nach den klassischen Werken des Konfuzius erzogen, aber dazu verhalten, harte, legalistische Methoden zu praktizieren.“
(Dennis Bloodworth: Chinesenspiegel. 3000 Jahre Reich der Mitte. 1968)

Der Legalismus entwickelte sich im Herzogtum Qín (秦), das weit im Westen des chinesischen Reiches lag und von den übrigen Staaten als halbbarbarisch angesehen wurde.

Der erste Philosoph dieser Gesetzesschule war Shang Yang (商鞅, gest. 338 v. Chr.), ein Angehöriger des verarmten Adels. Er vertrat die Ansicht, dass der Mensch von Natur aus böse und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht sei. Aus diesem Grund könnte ein geordnetes Staatswesen nur durch klare Gesetze und strenge Strafen gebildet werden. Tugend wäre die Angst der Menschen vor der Bestrafung.

Am Ende dieser Entwicklung stünde eine Gesellschaft, in der auf Strafen verzichtet werden könne, denn die Angst vor den Strafen verhindere jede Form verbotener Handlungen. Es wird berichtet, dass schon wenige Jahre nach Einführung der neuen Gesetze im Staat Qin eine mustergültige Ordnung geherrscht haben soll.

Ein starker Staat benötige nur zwei Gruppen: Bauern und Soldaten. Auf die Produktion von Luxusgütern könnte völlig verzichtet werden, da sie nutzlos seien. Da die Menschen dazu neigten, den Frieden zu lieben und den Krieg zu hassen, müsste der Staat dafür sorgen, dass die Lebensbedingungen zu Friedenszeiten so hart seien, dass sich die Menschen auf den Krieg freuten.

 

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