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12. April 2012

Kaninchenstall

兎小屋 usagi goya (Hase; Kaninchen + klein + Haus, Dach)
うさぎ小屋 usagi goya (Kaninchen + klein + Haus)
ウサギ小屋 usagi goya (Kaninchen + klein + Haus)

_jahrdeskaninchens
Die beiden würden sich vermutlich in einer japanischen Wohnung wohlfühlen.

In einem Cartoon der japanischen Tageszeitung Asahi Shimbun (朝日新聞) vom 27. Juni 1979 wird der damalige Präsident der EG-Kommission, Roy Jenkins dargestellt, der bei der Anreise nach Japan noch den Eindruck hat, „Japaner wohnen in Kaninchenställen“.

Dieser Begriff des „Kaninchenstalls“ (兎小屋 usagi-goya) aus einem vertraulichen Bericht der EG-Kommission zur Wohnsituation in Japan wurde allerdings bekannt und löste eine heftige Reaktion aus.

Als Jenkins jedoch die Wirklichkeit japanischer Wohnverhältnisse sieht, meldet er nach Europa: „Berichtigung: Vogelkäfige (鳥籠 tori-kago)“.
 
„Der Reiskocher [炊飯器 suihanki] auf dem Tatami-Fußboden [畳] neben Fernseher [テレビ terebi], Audioanlage [オーディオ機器 ōdio kiki ] und Futon [布団)], dazu Wäsche, die zum Trocknen an der Lampe und in fast jedem Fenster hängt, darunter stapelweise Kartons, Magazine und Bücher – wohnen in Tōkyō [東京 ] hat in der Regel nichts mit Gemütlichkeit, Design oder Stil zu tun. Außerhalb der Glitzermeilen Ginza [銀座], Omotesandō [表参道] oder Shinjuku [新宿] ist Tōkyō eigentlich eine pure Katastrophe. ...
 
Wer nicht 5.000 Euro Monatsmiete [家賃 yachin] zahlen kann, fühlt sich wie ein ‚Kaninchen im Stall‘ … das Maß des Wohnens, nicht ganz 15 Quadratmeter [平方メートル heihō mētoru]. Die Scheiben der beiden Fenster sind aus Milchglas [曇りガラス kumori garasu], weil der Nachbar früher gebaut hat – und wer später kommt, muss dessen ‚Privatsphäre [プライバシー puraibashī] respektieren‘. Das heißt, er darf keine Aussicht haben. Man hätte ohnehin kaum herausschauen können, weil alles stets durch trocknende Bettwäsche verhängt ist. Socken [ソックス sokkusu] und Unterwäsche [アンダーウエア andā uea] baumeln an einem sternförmigen Gestell unter der Deckenlampe…

Deutsche Geschäftsleute [ビジネスマン bijinesu man] wundern sich auf Dienstreisen [出張 shutchō] immer wieder, dass ihr einheimischer Partner, den sie bei der Visite zu Hause im eigenen Heim mit offenen Armen empfangen haben, beim Gegenbesuch in Tōkyō, Ōsaka [大阪] oder Nagoya [名古屋] bestenfalls mit ihnen im Hotel [ホテル hoteru] frühstückt. Sie wissen oft nicht, dass Japaner ihr Zuhause verstecken, höchst selten privat einladen, auch nicht einheimische Freunde oder Geschäftspartner [ビジネス・パートナー bijinesu pātonā].“
(Badische Zeitung vom 12. April 2012: Leben wie ein Vogel im Käfig: In Tokio ist der Wohnraum knapp)

 

japanische Wohnverhältnisse
Futon 布団 - Genkan 玄関 - Kaninchenstall 兎小屋 - Kotatsu 炬燵 - Tatami

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