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08. Oktober 2013

Kublai Khan

忽必烈 Hūbìliè
Хубилай хаан Xubilaĭ xaan
聖德 Shèngdé (heilige Tugend)
1215 - 1294
Regierungszeit: 1260 bis 1294

"Er ist ein kräftigter Mann mit wohlgeformten Gliedmaßen", schreibt Marco Polo in seinem Reisebericht über Kublai Khan, den mongolischen Großkahn und chinesischen Kaiser. "Seine Gesichtshaut ist rosig-weiß, die Augen leuchten dunkel, fein ist die Nase profiliert."

Er war ein Enkel von Dschingis und wuchs in der Steppe auf. Dort lernt er reiten und jagen.

1260 wird er von einer Vertretung aller Mongolenstämme, zum Großkhan gewählt. Er tritt damit die Nachfolge seines Bruders Möngke Khan an. Um sein nordchinesisches Herschaftsgebiet besser kontrollieren zu können, verlegt er seine Hauptstadt in das heutige Peking. Er lässt sich 1271 in die chinesische Geschichtsschreibung aufnehmen: Als Gründer der Yuan-Dynastie - nach dem chinesischen Wort für Uranfang.

Kublai dehnt seinen Einflussbereich durch Kriege aus. Seine wichtigste Schlacht ist die Eroberung Südchinas, denn dort gibt es noch das chinesische Rest-Reich der Song-Dynastie. Nach fünf Jahren Kampf ist er am Ziel: Nach 600 Jahren ist Chinas Stammland 1279 erstmals wieder vereint. 500.000 Mongolen herrschen über etwa 60 Millionen Chinesen. In seinen letzten Lebensjahren verliert Kublai langsam seine Macht. Als er mit fast 80 Jahren stirbt, ist der Glanz seiner Herrschaft bereits verblasst.

1816 veröffentlichte Samuel Taylor Coleridge ein Gedicht mit dem Titel "Kubla Khan". Xanadu ist die Stadt des Herrschers Kubla Khan und steht für Wohlstand und Prunk. Marco Polo soll diese Stadt 1275 angeblich besucht haben. 1359 wurde Xanadu durch die Chinesen zerstört.

Kubla Khan
(Samuel T. Coleridge)

In Xanadu did Kubla Khan
A stately pleasure-dome decree:
Where Alph, the sacred river, ran
Through caverns measureless to man
        Down to a sunless sea.
So twice five miles of fertile ground
With walls and towers were girdled round:
And there were gardens bright with sinuous rills
Where blossomed many an incense-bearing tree;
And here were forests ancient as the hills,
Enfolding sunny spots of greenery.

...

Kublai Khan
(Ü.: Eric Boerner)

In Xanadu Khan Kublai ließ
Ein prächtges Lustschloss sich erbaun,
Wo Alph, der heilge Fluss, durchfließt
Die Höhlen, die kein Mensch ermisst,
        Ins Meer, das nie die Sonne schaut.
Und fünf Quadratmeiln reiches Land
Warn bald umringt von Tür und Wand:
Dort lagen helle Gärten mit Bächlein, die sich schlängeln,
Wenn viele Weihrauchbäume prachtvoll blühn;
Hier standen alte Wälder, sich auf Hügeln drängelnd,
Die Lichtungen umschlossen, saftig grün.

...


Kublai Khan war ein Enkel Dschingis Khans (成吉思汗 Chéngjísī Hàn) und als Kaiser von China Gründer der Yuan-Dynastie (元朝 Yuáncháo, 1279 bis 1368). Er ernannte sich 1259 in einem Machtkampf gegen seinen jüngeren Bruder  entgegen allen Traditionen selbst zum Großkhan der Mongolen und setzte er sich in einem vier Jahre dauernden Bruderkrieg gegen den Stammesadel in Karakorum durch.

Kublai verlegte seine Hauptstadt nach Peking, das nun Shàngdū (上都 = Xanadu) hieß und übernahm die Verwaltungspraktiken der Chinesen. Dieser Residenzwechsel brachte ihm die Missbilligung des mongolischen Adels ein.

Kublai Khan besiegte nach einem längeren Krieg die Südliche Song-Dynastie in Südchina und einigte so das Land nach über 300-jähriger Teilung. Dann proklamierte 1271 die Yuan-Dynastie, als deren erster Kaiser er unter dem chinesischen Namen Shìzǔ (世祖) herrschte.

Zwei Mongoleninvasionen in Japan blieben erfolglos, sodass die weitere Ausdehnung des Mongolenreiches nun auch im Osten ihr Ende fand.


Zum Zeitpunkt seines Todes war das Mongolenreich das territorial größte Staatengebilde der Weltgeschichte und erstreckte sich fast über den gesamten Eurasischen Kontinent. Man verbindet folglich mit Kublai Khans Tod die endgültige Aufteilung des Mongolenreiches in vier unabhängige Teilreiche.

   
Marco Polo

Монголын энхтайван
Pax Mongolica
1266 trafen die  Handelsreisenden Niccolò und Maffeo Polo am Hof des Mongolenherrschers ein, wo sie nach eigenen Angaben vom Khan empfangen wurden. Dieser schenkte ihnen drei goldene Tafeln und gab ihnen mit einer Botschaft an den Papst den Auftrag, ihm gesalbtes Öl aus der Grabeskirche in Jerusalem und einhundert christliche Gelehrte zum Verbreiten des Evangeliums unter seinen Untertanen zu schicken. Die Bevölkerung profitierte von einer organisierten Verwaltung, deren Auswirkungen später mit dem Begriff Pax Mongolica zusammengefasst wurden.
Die Legende spricht davon, dass zu den Glanzzeiten des Reiches eine Jungfrau mit einem Topf voll Gold sein Territorium von einem Ende bis zum anderen unbegleitet durchqueren konnte, ohne sich vor Belästigungen irgendwelcher Art fürchten zu müssen.

 

Himmelssöhne 天子
Chien-lung 乾隆 - Erster Kaiser 秦始皇帝 - Hui-tsung 徽宗 – Kang-hsi 康煕 – Kublai Khan 忽必烈 - Ming-huang 明皇 - Pu Yi 溥儀 - Wang Mang 王莽 - Wu Tse-tien 武則天 - Yung-lo 永樂
 

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