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26. Februar 2013

Krebsdörfer

癌症村 áizhèngcūn (Krebs + Krankheit + Dorf)

 肺症 fèizhèng (Lungenkrebs), 肝症 gānzhèng (Leberkrebs), 胃症 wèizhèng (Magenkrebs), 食管症 shíguǎnzhèng (Speiseröhrenkrebs), 结直肠症 jiēzhíchángzhèng (Darmkrebs)

 „‚Áizhèng Cūn‘ ist für die meisten Chinesen schon lange ein feststehender Begriff. Allein die chinesische Führung vermied es, ihn zu verwenden – zu sehr würde er die Schattenseiten von Chinas Wirtschaftsentwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte offenbaren. Cūn heißt auf Chinesisch Dorf, Áizhèng Krebs. Und Krebsdörfer gibt es im ganzen Land inzwischen jede Menge. Nun hat Chinas Führung die Existenz von solchen Orten erstmals zugegeben.

In einem Bericht des chinesischen Umweltschutzministeriums heißt es: Giftstoffe und Umweltverschmutzung hätten in den vergangenen Jahren in weiten Teilen des Landes eine Trinkwasserkrise verursacht und in einigen Regionen sogenannte ‚Krebsdörfer‘ geschaffen. Diese Orte würden stark überhöhte Tumorquoten in der Bevölkerung aufweisen. Die chinesische Führung verspricht, dafür zu sorgen, dass die giftigsten Dreckschleudern geschlossen werden. Fabriken, die besonders massiv zur Umweltverschmutzung beitragen, sollen zudem dazu verpflichtet werden, in eine spezielle Versicherung zur Behebung der größten Umweltschäden einzuzahlen. Das ist eine ‚positive Entwicklung‘, sagte Chinas prominentester Umweltaktivist Mǎ Jūn [马军] im britischen ‚Telegraph‘. „Vorher gab es immer nur die Tendenz, das Thema herunterzuspielen oder gar zu bestreiten.‘

Dōngjìn [东进] ist ein solches Dorf. Gelegen im Nordosten der chinesischen Provinz Jiāngsū [江苏] starben bei gerade einmal rund 2000 Einwohnern innerhalb weniger Jahre mehr als 100 Dorfbewohner an schwerem Lungen-, Magen- oder Leberkrebs. Dass die hohe Krebsrate im Zusammenhang mit dem nahe gelegenen Chemiewerk stehen könnte, bestritt die Lokalregierung stets - auch wenn der örtliche Parteisekretär die Einwohner dazu aufforderte, jeden Tag eine Lebertablette einzunehmen.“
(Felix Lee in der Rheinpfalz vom 26. Februar 2013: Die Krebsdörfer. Chinas Führung räumt erstmals ein, dass 400 Orte in der Volksrepublik eine erhöhte Tumorrate aufweisen)

 中国癌症村地图
Zhōngguó áizhèngcūn dìtú
(Karte chinesischer Krebsdörfer)

Bereits 2009 hatte ein Journalist auf Google Maps eine Karte mit den am schlimmsten betroffenen Dörfern im Internet weiterverbreitet. Weitere Journalisten und Umweltaktivisten griffen das Thema auf und ergänzten die Liste. So kam man auf mindestens 459 Krebsdörfer.

 

Umweltsünden
 Grüne Mauer 绿色长城 - Krebsdorf 癌症村 - Pekinghusten 北京咳 -

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