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10. Januar 2013

Kinderweinen-Sumo

子泣き相撲 Konakizumō (Kind + weinen + Sumo)
 

„Auf Europäer wirkt die Szene bizarr: Da stehen sich zwei reichlich dicke, mit einer per Bauchbinde fixierten Windel bekleidete Männer gegenüber und jeder hat ein Baby im Arm. Die Sumo-Ringer lächeln freundlich, die Babys nicht minder, das Publikum sowieso: heiter bis volksfesthaft ist die Stimmung.

So kann das natürlich nicht weitergehen. Endlich kommt der Priester und hilft nach: Breit grinsend fixiert er die Säuglinge und schreit sie abwechselnd an, bis die Kinder weinen, als ginge die Welt unter. Ziel erreicht, die Mütter sind glücklich, das Publikum freut sich aufrichtig und so auch die Akteure - bis auf die Babys, versteht sich.

Willkommen in Tokio, wo am Wochenende das jährliche Konaki Sumō stattfand. Rund hundert Babys stellten sich auch in diesem Jahr einem befremdlichen Wettkampf, der auf Nicht-Japaner vor allem deshalb seltsam wirkt, weil er eine kräftige kognitive Dissonanz verursacht: ... Wieso hilft keiner den Babys? Warum beendet niemand diesen Zirkus? Wieso stehen im Publikum scheinbar nur Sadisten, die sich am Leid von Säuglingen erfreuen? Wieso verhaftet niemand den Priester, die Sumo-Ringer, die augenscheinlich verantwortungslosen Mütter?“

(Frank Patalong im Spiegel: Wenn das Baby schreit, lacht der Sumo-Ringer)


 
Kinderweinen-Sumō (auch 泣き相撲 nakizumō = Weinen-Sumō) ist ein japanisches Fest, in dem Sumō-Ringer Babys zum Weinen bringen. Das Fest dient zur Segnung der Kinder, damit sie gesund bleiben und stark werden. Dabei treten jeweils zwei Säuglinge gegeneinander an, was der Sache besonderen Pep verleiht. Auch auf vielen Volksfesten gibt es Sumo-Ringer, die gern ein paar Säuglinge schütteln.

Ein schreiendes Kind, sagt ein japanisches Sprichwort, wächst schneller. Das soll heißen: Je lauter der Brüller, desto besser die Zukunftsaussichten: „Naku ko wa sodatsu!"

Das bekannteste Fest dieser Art ist das Nakizumō vom Ikiko-Schrein (生子神社の泣き相撲) in Momiyama-machi, Kanuma, Präfektur Tochigi, das am 28. November 1996 zum nationalen immateriellen Kulturgut ernannt wurde.

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