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06. Dezember 2012

Kumys

айраг airag

„Die Wohlgerüche - oder besser gesagt: der Wohlgeruch - der Mongolei wird Sie bereits am Flughafen oder Bahnhof empfangen: Hammel, Hammel, Hammel. Angefangen von den Kleidungsstücken über die Treppenhäuser bis hin zu den abgegriffenen Geldscheinen riecht in diesem Land alles nach Hammel. Nicht jeder Gast empfindet das als störend, aber gewöhnungsbedürftig ist es für die meisten schon. Hat man die städtische Hammellektion schließlich gemeistert, so erwartet einen bei einer Reise auf das Land die verschärfte Hammel-Sauermilchprodukt-Geruchsvariante in den Jurten. Sollte Ihnen der kombinierte Duft von vergorener Stutenmilch und Hammelsuppe eher abträglich als zuträglich sein - halten Sie die Luft an und setzen Sie sich dennoch zu Ihren Gastgebern. Die menschliche Nase meldet Gerüche nur wenige Minuten lang an das Gehirn weiter - danach nehmen Sie gar nichts mehr wahr, bis sich ein neuer Geruch dazugesellt.“
(Merian Mongolei)
 
Die Herstellung von Airag ist sehr arbeitsaufwändig. Im Morgengrauen reiten die Männer aus, um die Stuten mit ihren Fohlen neben der Jurte zusammenzutreiben. Dann trennen die Frauen die Stuten von den Fohlen, indem sie die Fohlen an einem straffen Lederseil festbinden. Die Stricke sind so bemessen, dass die Fohlen nicht mehr an die Euter ihrer Mütter reichen. Den Tag über werden die Stuten sechs- bis achtmal zusammengetrieben. Sie stellen sich neben ihre durstigen Fohlen, die der Strick daran hindert, den Kopf zu heben. Die Melkerinnen lassen die Fohlen kurz am Euter säugen, um den Milchreflex auszulösen. Anschließend wird die Mittelmilch abgemolken, wobei nie mehr als ein Liter entnommen wird, um für das Fohlen noch genügend Milch zu lassen. Die Fohlen saugen den Rest und kommen wieder an die Leine, bis sich der Vorgang nach etwa zwei Stunden wiederholt. Am Abend werden sie wieder freigelassen und können die Nacht mit den Stuten auf der Weide verbringen.

Kumys (Қымыз) ist das kasachische Wort für vergorene Stutenmilch. In der mongolischen Küche wird das gleiche Getränk Airag genannt. Es gilt als Nationalgetränk, und jedem Gast in einer Jurte wird als erstes eine Schale davon überreicht.
Airag schmeckt säuerlich, erfrischend, mit mandelartigem Nachgeschmack. Menschen aus westlichen Kulturen empfinden das Getränk als sehr gewöhnungsbedürftig. Er ist leicht alkoholhaltig (1,2 bis 2 % Alkohol). Aufgrund seines hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalts diente der Kumys den Steppenvölkern als Ersatz für frisches Obst und Gemüse.
Das Trinken des Airags ist gerade für die Steppennomaden, die außerhalb der Vegetationsperiode fast ausschließlich von Fleisch, Nudeln und Reis leben, von großer Bedeutung, um dem Körper Vitamine zuzuführen und zu entschlacken.
 
Etwas zum Trinken
Buttertee 酥油茶 - Kaishui 开水 - Kombucha 紅茶キノコ - Kumys айраг - Maotai 茅台酒 - Oolong 烏龍茶 - Sake 酒 - Tee
 
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