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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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06. Dezember 2012

Konfuzianismus

儒家 Rújiā (Ru + Schule, Familie)
儒教 Rújiào (Ru + Lehre)
儒學 Rúxué (Ru + Lehre)

„„In einschlägiger Reiseliteratur steht häufig, dass Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus die Religionen Chinas und damit auch Taiwans sind. Das ist zwar nicht falsch, aber auch nicht wirklich richtig. Und zwar nicht schon deshalb, weil hüben wie drüben vor allem dem Gott Geld gehuldigt wird.

Konfuzianismus ist schon mal weniger eine Religion, sondern ein Regelwerk zwischenmenschlicher Beziehungen. ... Dass es sich dabei nicht um eine Religion handelt, kann man auch daran sehen, dass beispielsweise der Konfuziustempel in Tainan nur am Geburtstag des Meisters Kong als solcher geöffnet hat und sonst wie ein Museum gegen Eintritt zu besichtigen ist. Zwar wird er an seinem Geburtstag wie ein Gott verehrt und es werden ihm Opfer dargebracht. Dies ist jedoch eher eine Art erweiterter Ahnenkult. Konfuzianismus durchdringt das Sozialleben wie eine Grundmelodie im Dauerschleifenabspielmodus, eine Religion im engeren Sinne ist er aber nicht. ...

Es ist eine eigenartige Sache mit dem Konfuzianismus. So stark einengend und hierarchisch er auch ist, ist er doch eine sehr zivile, ja nahezu pazifistische Angelegenheit. Konfuzius selbst lebte von 551 - 479 vor Chr. in einer Zeit der Wirren und Kriege. Die Zhou-Dynastie war nur noch eine fragile Hülle unter der das Reich durch die um Vorherrschaft kämpfenden Fürstentümer zerbrach. Konfuzius wollte eine Ordnung, die friedliches Zusammenleben auf Dauer sicherte und Selbstkultivierung, Gelehrsamkeit und Angemessenheit waren seine Bausteine dafür. Ein Edler soll man sein, kein Krieger.“
(Ilka Schneider: »Zwischen Geistern und Gigabytes« Abenteuer Alltag in Taiwan. 2010. ISBN: 978-3-9811327-3-1)

„Wir werden nunmehr bei der Frage: Welche Rolle spielt der Konfuzianismus in der Krise der Gegenwart? die Antwort geben können. Diese Antwort lautet: keine Rolle. Oder höchstens: die eines Verstorbenen in einem zusammengestürzten Hause. Wer glaubt, den Konfuzianismus aus den Trümmern des alten China retten zu können oder zu sollen, der muss sich bewusst bleiben, dass er einen Leichnam trägt. Der mit Konfuzius und dem Konfuzianismus getriebene Kultus, der unter dem Einfluss ungeschichtlicher Vorstellungen im Abendlande vielfach Mode geworden ist, wird in China teils mit Erstaunen, teils mit einem Lächeln beobachtet.“
(Hans van Ess: Ist China konfuzianisch?)

Die Grundidee des konfuzianischen Moralkodexes läßt sich von der Maxime leiten: wenn die eigene Person in Ordnung ist, herrscht auch Ordnung in der Familie, wenn die Familie in Ordnung ist, herrscht auch Ordnung im Staat, wenn der Staat in Ordnung ist, so herrscht auch Ordnung in der Welt.

„Die Totalität der sozialen Rollen kann am besten am Beispiel des Begriffs ‚ren‘ [仁], dem Kerngedanken des Konfuzianismus, zum Ausdruck. Übersetzt wird er mit Menschlichkeit oder auch Menschenliebe. Das chinesische Schriftzeichen ‚ren‘ –und chinesische Zeichen sind nicht wahllos bestimmt, sondern sehr oft nach ihrer Aussage zusammengesetzt – besteht aus zwei Bestandteilen, nämlich ‚Mensch‘ [人] und ‚zwei‘ [二]. Es drückt eine wechselseitige Beziehung aus, eine Beziehungen zwischen mindestens zwei Menschen in einer Gemeinschaft. Das bedeutet, dass der Mensch erst zum Menschen wird, wenn er eine ethisch verpflichtende Beziehungen zu einem anderen Menschen eingegangen ist, wobei die Familie im Zentrum der Beziehungen steht.“
(Karin Tomala: Zhongguo „Reich der Mitte“. Warschau: Polskiej Akademii Nauk, 2000. ISBN: 83-87545-39-2)

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