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06. Dezember 2012

Karoshi

過労死 karōshi (übertreiben + Arbeit + sterben)

 

„Die japanische Sprache hat viele tausend Wörter. Aber nur zwei haben es in den hiesigen Sprachgebrauch geschafft: Harakiri [腹切] und Kamikaze [神風]. Harakiri - Tod im Dienst am Ehrenkodex. Kamikaze - Tod im Dienst an der Nation. Zweimal Selbstmord nicht aus Verzweiflung, sondern als Triumph. Der Triumph des moralischen Täters über das an Leben und Genuss hängende Opfer. Die Identität beider ist eine japanische Besonderheit. Und noch ein drittes Wort, für das es keine deutsche Entsprechung gibt: Karōshi, Tod durch Überarbeit. Tod im Dienst am Unternehmen.“
 
Das Harakiri des kleinen Mannes

„Karoshi ist Japanisch und heißt ‚Tod durch Überarbeitung‘. Keine perfekte Übersetzung, aber besser geht es nicht. Als Nichtjapaner wird man ohnehin nie ganz verstehen, was bei Karoshi alles mitschwingt. Schließlich ist es gewiss kein Zufall, dass das Japanische als einzige Sprache der Welt für Tod durch Berufsstress ein eigenes Wort hat. (Hat irgendein Linguist herausgefunden, Name find ich jetzt nicht mehr.)

Karoshi ist das Harakiri des kleinen Mannes, der heldenhafte Selbstmord des Büro- oder Fabrikangestellten, dessen Existenz sich zwischen seiner Schlafstatt und seinem Arbeitsplatz abspielt, höchstens ergänzt um einen Barhocker, von dem aus er seinen Kollegen, Kunden und sich selbst ein erfülltes Dasein vorgaukelt. Irgendwann bricht er zusammen, und wenn dann in seinen letzten Sekunden sein Leben an ihm vorbeizieht, sieht er noch einmal all die schönen Tage, an denen er in der U-Bahn einen Sitzplatz bekam.“
(http://www.bernhardbartsch.de/archiv/das-harakiri-des-kleinen-mannes/)
 
 
Die Medien wurden 1980 auf dieses Phänomen aufmerksam, nachdem mehrere Manager im mittleren Alter ohne vorherige Anzeichen einer Erkrankung plötzlich starben.

In einem außergerichtlichen Vergleich übernahm die Fuji-Bank (富士銀行 Fuji Ginkō) eine Teilschuld am Tod von Sakae lwata, einem Schaltermädchen, das 1989 im Alter von 23 Jahren bei der Arbeit verstarb. Die Klage lautete auf „fahrlässige Tötung durch erzwungene Überstunden“. Die Bank akzeptierte in einem außergerichtlichen Vergleich eine Mitschuld am Tod Iwatas, die monatelang bis in die Nacht und an Wochenenden arbeiten musste.
 
 
 

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