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16. Februar 2012

Jin Ling

金陵 Jīnlíng (golden + Hügel)

jinling-stinkaretten

„Die Zigarettenschachtel ist blassgelb, erinnert in der Aufmachung stark an die Marke Camel, doch statt eines Kamels prangt eine Bergziege auf der Packung.

Jin Ling gibt es legal in Deutschland nicht zu kaufen, dennoch wird sie milliardenfach geraucht. Die Marke stammt aus Russland und wird nach Meinung von Ermittlern nur zu einem einzigen Zweck hergestellt: um sie innerhalb Europas auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.

Schätzungen zufolge gelangen jedes Jahr mindestens fünf Milliarden dieser Zigaretten in die EU, vor allem nach Deutschland und Großbritannien. In beiden Ländern sind die Tabaksteuern hoch, das treibt auch die Gewinnchancen der Zigarettenschmuggler in die Höhe.“
(Andreas Dieste im Spiegel-Online: Schmuggelzigarette Jin Ling: Unheimlicher Aufstieg des Ziegenbocks)

Ist das nicht ein schönes Beispiel für die Globalisierung: Russische Zigaretten mit chinesischem Namen und angeblicher Herkunft aus den USA auf dem deutschen Schwarzmarkt von vietnamesischen Kleinkriminellen verkauft?

Jin Ling, der Name bedeutet nicht – wie gerne kolportiert - gelbe Bergziege, sondern leitet sich vom früheren Namen der chinesischen Stadt Nánjīng (南京) her, die früher einmal Jīnlíng (金陵, goldener Hügel) hieß und wo diese Zigaretten (香烟 xiāngyān, Duftrauch) ursprünglich produziert wurden. Heute werden sie im russischen Kaliningrad (Калининград), dem früheren Königsberg, hergestellt und von dort aus nach Westeuropa geschmuggelt.

Jin Ling ist wohl die meistgerauchte Stinkarette in Berlin. Woher man das weiß? – Mitarbeiter der Zollbehörden haben Mülleimer ausgelehrt und sortiert und dabei herausgefunden, dass die Hälfte der in Berlin gerauchten Zigaretten nicht versteuert wurden.

Die Marke ist übrigens in Russland weitgehend unbekannt. Sie wird offenbar für den Schwarzmarkt in Westeuropa hergestellt. Die Schachtel kostet ab Werk etwa 16 Cent und wird in Berlin für 4,40 Euro verkauft.

 

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