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06. Dezember 2012

Jiaozi

饺子 jiǎozi
餃子 gyōza

„Das Essen ist denn auch der eigentliche Höhepunkt des Neujahrsfestes, und – egal ob auf dem Lande oder in der Stadt – kein Neujahrsessen geht ohne jiǎozi. Mir Fleisch, Kräutern und Gemüse aller Art gefüllt, krönen Berge dieser Maultaschen den ohnehin schon überladenen Neujahrstisch.
 
Der größte Spaß ist die Herstellung dieser Köstlichkeit. Da müssen die ganze Familie und alle Anwesenden gemeinsam kneten und formen, was der jiǎozi-Teig aushält. Die Freude steigert sich noch, wenn jemand eine kleine Erdnuss oder Ähnliches in die Teigtasche einrollt. Wer eine solche Nuss später beim Zerkauen seiner jiǎozi knackt, dem ist, wie sollte es anders sein, der Geldgott gewogen. Je mehr geknackte Nüsse, desto reicher.
 
Jiǎozi selbst sind deshalb so beliebt zum Neujahrsfest, weil sie der Form nach an alte chinesische Goldbarren erinnern und das Wort jiaozi genauso ausgesprochen wird wie jiāozi [交子], das älteste Papiergeld der Welt, das im 12. Jahrhundert selbstverständlich in China erfunden wurde.“
(Marcus Hernig: China mittendrin. Geschichte, Kultur, Alltag. 2008. ISBN 978-3-86153-472-3)
 
Jiǎozi sind die chinesischen Maultaschen und sollen Vorfahren der Ravioli sein. Vor 2.600 Jahren lebte in Nordchina der berühmte Arzt Biǎn Què (扁鵲), der zu dem Schluss kam, dass die Leute deshalb so oft erfrorene Ohren hatten, weil die Ohren keine Fettschicht haben. So gab er seinen Patienten Kräuter, um die Frostbeulen zu behandeln. Da diese Heilkräuter aber lose schwer zu kochen waren füllte sie Bian Que in kleine Nudelteigtaschen. Als die Menschen später warme Kleidung hatten füllten sie im Winter die halbmondförmigen Nudelteigtaschen mit Hackfleisch oder Gemüse und aßen sie.

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