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06. Dezember 2012

Japaner-Diskurs

日本人論 Nihonjinron (Japan + Mensch + Diskussion)

„Diese ‚Schwäche’ der Japaner für fremdes Lob hat vor einigen Jahren zu einem peinlichen Reinfall geführt. Da erschien ein Buch von einem anonymen Verfasser, der sich hinter dem Decknamen Isaya Ben Dasan versteckte. Das Buch hieß ‚Die Japaner und die Juden’. Der anonyme Verfasser gab sich als in Japan lebender Jude aus. Als Jude lobte er die Japaner über alles. Das gefiel natürlich den Japanern, und das Buch wurde prompt zum Superseller. Keinem fiel auf, daß der Verfasser offenbar die Japaner viel besser kannte als die Juden. Auch war offensichtlich eine ganze Reihe von Fehlern in dem, was er über die Juden sagte. Bis sich schließlich herausstellte, daß der angebliche Jude in Wirklichkeit ein Japaner war, der sich die Maske des Ausländers angelegt hatte, um sein eigenes Volk umso besser loben zu können. Peinlich, peinlich! Auch wenn Eigenlob stinkt: Das Buch blieb trotzdem auf den Bestsellerlisten.“
(Karl Neumann: In Japan ist alles anders. 1996. ISBN: 978-3451087387)
 

„Japan, schreibt der Essayist Ian Buruma, sei die ‚inselhafteste aller Nationen‘. Buruma spricht von der ‚Neurose eines Landes, das zeit seiner Existenz am Rande einer großen Zivilisation postiert war‘. In seinem wunderbaren Buch Der Staub Gottes (Eichborn Verlag) schreibt Buruma: ‚Die Frage, was es bedeutet, Japaner zu sein – worin besteht das Wesen des Japanertums? – ist wie ein fauler Zahn, in dem alle herumstochern.‘

Es gibt aber nicht nur die westliche Stilisierung Japans als des ‚ganz anderen‘, vor der die Japanologin Irmela Hijiya-Kirschnereit warnt (Das Ende der Exotik, Suhrkamp). Es gibt auch, wie sie schreibt, eine ‚japanische Selbstexotisierung‘. Diese komme auf zweifelhafte Weise in den nihonjinron , den ‚Japanertheorien‘ zum Ausdruck. In Japan fürchteten nicht wenige um die »Reinheit und Unversehrtheit des Japanischen‘.“
(Zeit-Online: Frivole Ignoranz)

Unter Japanern ist der Glaube an Japans ‚Einzigartigkeit’ weit verbreitete.

„Das klingt dann etwa so: ‚Japan hat vier Jahreszeiten. Japan ist einzigartig. Also hat kein anderes Land vier Jahreszeiten.’ Oder: ‚Die japanische Sprache ist feinsinnig und poetisch. Japan ist einzigartig. Also sind alle anderen Sprachen hölzern und bestenfalls ‚funktional’ ‘. Solche und ähnliche Glaubensbekenntnisse bekommt man auf allen sozialen Ebenen zu hören, sei es nun von unbedarften Jugendlichen, denen so etwas Abend für Abend in Quizsendungen vorgebetet wird, oder von gebildeten ‚Meinungsmachern’, die in Büchern ‘belegen’, dass die Japaner anders sind als alle anderen Menschen.“
(Alan Booth: Japan. Reiseführer Horizonte. Ars Edition, 1991. ISBN 978-3760754000)
 
日本論 日本文化論 日本社会論 日本経済論
Nihonron Nihon bunkaron Nihon shakairon Nihon keizairon
Diskurs über Japan Diskurs über die
japanische Kultur
Diskurs über
Japans Gesellschaft
Diskurs über
Japans Wirtschaft

„Ich habe mich stets über dieses Spiel mit der Unergründlichkeit geärgert. Allzu oft wurde mir erwidert: ‚Ach, das können Sie unmöglich begreifen ...’ oder: ‚Es hat keinen Sinn, Ihnen das erklären zu wollen. Um das zu verstehen, muss man Japaner sein.’ Darauf pflegte ich zu antworten: ‚Erklären Sie es mir nur so klar und intelligent wie möglich, dann werde ich es schon verstehen.’ Bei einer solchen Gelegenheit lächelte einer meiner japanischen Kollegen sehr verächtlich, erklärte mir die Sache aber mit vorbildlicher Präzision. ‚Na also’, sagte ich zu ihm, ‚ich verstehe die Sache sehr gut.’ Das brachte ihn aus der Fassung. Er wurde ernst. ‚Tatsächlich?’ fragte er besorgt. ‚Absolut’, sagte ich. Er schüttelte traurig den Kopf. ‚Dann muss ich es schlecht erklärt haben.’’’
(George Mikes: Mit Geishas fängt der Tag gut an. Im Lande des aufgehenden Yen. 1970. ISBN: 978-3430167314)
 

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